Bad Mergentheim

Lillstadter Almabtrieb Fest wurde vor vier Jahren ins Leben gerufen / Trotz Regen kamen zahlreiche Gäste

Kühe zurück in die Ställe getrieben

Archivartikel

Trotz schlechten Wetters sind mehrere hundert Zuschauer zum „Almabtrieb“ nach Lillstadt gekommen. Einheimische und Gäste feierten das Spektaktel mit einem aufwendigen Fest.

Lillstadt. Das Wetter spielte nicht mit beim „Almabtrieb“ in der Stuppacher Teilgemeinde Lillstadt. Es regnete. Aber die Lillstadter wären nicht die Lillstadter, wenn sie sich davon groß hätten beeindrucken lassen.

Auch waren viele hundert Gäste aus der gesamten Region angereist, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Sogar eine größere Gruppe aus dem Elsass und ein Bus aus Heilbronn waren zu sehen.

Bergwelt schwach ausgeprägt

Ein Zuschauer meinte treffend: „S’geid koa schlechts Weeder, s’geid ner falsche Glaader“. Manche werden sich fragen: „Almabtrieb in Lillstadt, wie geht das denn?“. Zugegeben, die Bergwelt in Lillstadt ist etwas schwächer ausgeprägt als in den Regionen der Alpen. Aber es gibt dort Kühe und es gibt Bauern, welche dieselben das ganze Jahr über auf den örtlichen Hangwiesen weiden lassen, um sie im Herbst dann gemeinsam von dort in die jeweiligen Ställe zu treiben.

Hobbybäuerin, Ingrid Weiß, ihres Zeichens auch Vorsitzende des veranstaltenden Heimatvereins „die Gröschmäber“, ist der eigentliche Motor dieses vor vier Jahren ins Leben gerufenen Festes. Denn sie organisierte in den Jahre davor stets ein kleines Dankeschön-Fest für jene Grundbesitzer, die durch den Abtrieb der Tiere eventuell Flurschäden erlitten hatten. Es sprach sich herum, dass in Lillstadt Ende Oktober immer was los ist, bei diesem anfangs fast familiären Fest. Der Zuschauerstrom derer, die einmal im Jahr echte Landluft erleben wollten wurde immer gewaltiger, die Lillstadter wurden nach eigener Aussage vom Interesse der Bevölkerung quasi überrannt. Und so entschloss man sich, unter der Regie des Heimatvereins, den „Lillstadter Almabtrieb“, nun das ultimative Fest der Lillstadter, aus der Taufe zu heben.

Leistung gewürdigt

Ortsvorsteherin Birgit Teufel und Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Lehr würdigen die Leistung der Lillstadter für dieses ganz besondere Fest. Dies sei nur dann zu stemmen, wenn die Dorfgemeinschaft intakt ist, was in Lillstadt der Fall sei. Die Stadt Bad Mergentheim sei ohne Zweifel sehr stolz auf den kleinen Ort, der damit den Namen der Kurstadt weit hinaus trage ins Land. Gemeinsam mit dem Veranstalter und den Gästen hoffe man nun, dass das Wetter im kommenden Jahr besser mitspiele. Was die nur etwas über 60 Einwohner starke Teilgemeinde auf die Beine stellt, kann sich sehen lassen.

Fast alle Einwohner und sowie Verwandte und Freunde waren rund um die Uhr auf den Beinen für ihren „Almabtrieb“. An beiden Tagen war das Festzelt auf dem Gutschik-Gelände prall gefüllt. Und so zogen angeführt von der Trachtenkapelle Stuppach, die Bauern und ihre Kühe von den Hangwiesen durch den Ort in die jeweiligen Ställe, bestaunt von vielen Hundert Schaulustigen. Wie meinte einer der Bauern mit Galgenhumor: „S’Weeder is genau richtig für’s Via, sonschd will’s ned in’d Stool“.