Bad Mergentheim

Vernissage Julia Belot präsentiert ihre Ausstellung „Auftauchen in das Schöne“ im Stadtwerk Tauberfranken / Blechbläserquintett „Just Brass“ begleitet die Veranstaltung

Kunst als Antwort auf die Vergänglichkeit

Archivartikel

Bei einer Vernissage im Stadtwerk stellte die Künstlerin Julia Belot ihre Ausstellung „Auftauchen in das Schöne“ der Öffentlichkeit vor.

Bad Mergentheim. Stadtwerke-Geschäftsführer Paul Gehrig verwies in seinen Einführungsworten zur Ausstellung „Auftauchen in das Schöne“ von Julia Belot auf die Bedeutung des Elements Wasser, sowohl für die Werke der Künstlerin als auch für den gastgebenden Energieversorger. Er freue sich, dass das Stadtwerk Tauberfranken seine langjährige Ausstellungsserie mit einer preisgekrönten Künstlerin, die nach ihrer Emigration in Wiesbaden ihre Heimat gefunden habe, fortführen könne. Geboren und aufgewachsen in Russland, schloss Belot zunächst ein Biologiestudium ab, um von 1991 bis 1997 an der Staatlichen Akademie in St. Petersburg Kunst zu studieren. Neben einem weiteren Studium an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, arbeitet Belot seit 2004 als freischaffende Künstlerin.

Zahlreiche Ausstellungen

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland folgten, genau wie Auszeichnungen und Stipendien sowie öffentliche und private Ankäufe. Ihre Bilder seien, so Gehrig, getragen von der positiven Entschlusskraft, dem Schönen und Harmonischen Raum zu geben. Den aufreibenden Widrigkeiten des Lebens trotzten sie malerisch und erzählten sensibel liebevoll vom Schönen.

Der von Gehrig als treuer Begleiter, Organisator begrüßte Maler und Pädagoge Bernd Schepermann erläuterte die Motivwelt der Künstlerin. Sie sei hochgradig naturbeseelt und lichtdurchflutet. Grundthema sei das duftende, atmende, vom Licht durchströmte Leben. Das Publikum könne miterleben, dass es gelingt, Menschen, Tiere, Pflanzen und auch Gegenstände wie Schiffe und Gebäude so zu malen, wie sie sind, nämlich körperlich präsent. Der Ausstellungs-Leitspruch „Auftauchen in das Schöne“ lebe im Gegensatz zu vielen Künstlern der Moderne, die der Schönheit zu entkommen versuchten und jeden Anschein von Harmonie leugneten, vom Mut zur Schönheit im Hier und Jetzt.

In einer leicht verständlichen und malerisch detailgetreuen Interpretation der präsentierten Werke ließ Schepermann die Besucher ins Seelenleben der Bilder schauen. So vermittele das Kunstwerk „Schwäne auf dem Rhein“ Sekundenglück. Der Schwan sei in vielen Kulturen das Sinnbild für Unschuld, Reinheit, Anmut, Liebe und Schönheit. Schwäne sind anmutige, strahlend schöne Wesen, voller Eleganz, auch Symbol ewiger Liebe. Mit dem Bild sei ein von Belot gemalter Augenblick festgehalten, der als Kunstwerk, alle Anwesenden mühelos überleben könne. So könne es eine künstlerische Antwort auf die unausweichliche Vergänglichkeit sein, Momente, Augenblicke, in Kunstwerken festzuhalten. Wenn er zum Augenblick sage: „Verweile doch – du bist so schön“, sei gemeint: Der Augenblick möge bleiben, sofern er sinnreich schön ist.

Mit Herzlichkeit empfangen

In ihrer Dankesrede zeigte sich die Künstlerin gerührt darüber, mit wie viel Herzlichkeit sie empfangen worden sei. Ihr sei es wichtig, das Wesen der Menschen, der Natur, der Städte, aller Dinge, die sie darstelle, herauszuarbeiten, und zwar im positiven Sinne. Sie interssiere das Gute, das Schöne. Sie sehe dabei durchaus die Schattenseiten. Sie stecke den Kopf nicht in den Sand. Die Schattenseiten seien da, aber blieben im Verborgenen. Sie ergründe das Liebenswerte. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage vom Blechbläserquartett „Just Brass“.