Bad Mergentheim

90. Geburtstag Bürgermeister-Stellvertreterin Manuela Zahn überbrachte Glückwünsche an Albert Klingert

Lange Zeit war er der gute Geist der Kurverwaltung

Bad Mergentheim/Oberbalbach.Auf ein abwechslungsreiches, nicht immer leichtes Leben kann Albert Klingert an seinem 90. Geburtstag zurückblicken. Geboren am 31. Oktober 1928 im nahen Oberbalbach verbrachte er seine frühe Kindheit, zusammen mit vier weiteren Geschwistern, darunter ein Zwillingsbruder, in der elterlichen Wagnerei.

Als handwerklich äußerst geschickter junger Mann begann Albert Klingert eine Lehre zum Bauschlosser bei der Bad Mergentheimer Schlosserei Katzenberger in der Burgstraße. Der tägliche Weg zur Arbeitsstelle musste, damals nicht unüblich, mit dem Fahrrad bewältigt werden.

Obwohl sich der Krieg bereits dem Ende zuneigte, wurde, der sich noch in der Ausbildung befindliche Albert, zur Hitlerjugend einberufen und musste in Würzburg Unterstände mitaufbauen. Als die Allierten am 16. März 1945 Würzburg mit einer beispiellosen Flächenbombadierung in Schutt- und Asche legten, war Albert Klingert zusammen mit seinen Kameraden mitten in diesem Inferno. Wie er eindrucksvoll weiter erzählt, krochen sie nach Ende der Bombadierung aus ihrem brennenden Bunker und liefen zu Fuß durch Würzburg, vorbei an sterbenden Menschen und lichterloh brennenden Gebäuden.

Ziel war sein Heimatdorf Oberbalbach, das er auch mit viel Glück unverletzt erreichte. Dort versteckte er sich bis zum nahen Kriegsende. Was folgte war der Abschluss seiner Lehre und einige Jahre später die Ernennung zum Bauschlosser-Meister.

Sein handwerkliches Geschick und seine zupackende Art hatte man zwischenzeitlich auch in der Kurverwaltung Bad Mergentheim wahrgenommen. So war es nicht verwunderlich, dass Albert Klingert dort als Betriebsschlosser fest angestellt wurde.

Diese Tätigkeit, die sich über alle Bereiche der Kurverwaltung erstreckte, bestimmte fortan sein Leben.

So wurde er nicht nur im rein technischen Bereich, bei Wartungen und Erneuerungen des gesamten Maschinen- und Geräteparks, sondern auch bei Veranstaltungen aller Art eingesetzt. Dies hatte zur Folge, dass oftmals auch das Wochenende geopfert werden musste. Die interessante Seite hieran war, so Albert Klingert, dass man eine große Anzahl bekannter Persönlichkeiten aus Politk, Sport und der Musikszene kennenlernte.

Nach über 40 Jahren Wirkens bei der Kurverwaltung wurde der Jubilar 1989 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Sein privates Glück fand Albert Klingert mit der Heirat seiner Frau Elisabeth aus dem Nachbarort Oesfeld, der Geburt der Kinder Thomas und Andrea und dem Bau ihres Hauses in der Breslauer Straße. Als großer Campingfan reiste der Jubilar zusammen mit seiner Familie viele Jahre mit Zelt und Wohnwagen in südliche Gefilde. Insbesondere Italien war sein erklärtes Reiseziel.

Heute lebt Albert Klingert, trotz einiger gesundheitlicher Probleme, immer noch in seinem Haus in der Breslauer Straße. Obwohl nach dem Tod seiner Ehefrau alles etwas schwieriger geworden ist, lässt sich der Jubilar nicht unterkriegen. So versorgt er sich heute noch komplett selbst, wobei auch sein Interesse an der Kommunal- und Weltpolitik nicht nachgelassen hat.

Als Zeichen der Anerkennung überbrachte Bürgermeister-Stellvertreterin Manuela Zahn die Glückwünsche von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Oberbürgermeister Udo Glatthaar, sowie einen Geschenkkorb der Stadt.

Unsere Zeitung schließt sich diesen Wünschen gerne an und hofft, dass der Jubilar noch viele schöne Jahre erleben darf. foh