Bad Mergentheim

Naturschutzgruppe Taubergrund Exkursion zu interessanten landwirtschaftlichen Betrieben in der Region

Legehühner, vergessene Linsen und Sticksoffsammler

Archivartikel

Bad Mergentheim.Lokale, interessante landwirtschaftliche Höfen kulinarisch erleben: Unter diesem Motto hat die Naturschutzgruppe Taubergrund zu zwei Fahrten angeboten. Und viele kamen, um direkt auf drei Höfen zu sehen wie Legehühner, nur mit hofeigenem Futter versorgt, schmackhafte Eier legen, die vergessene Linse wieder heimisch wird und zu erleben, wie Grünkernaufstrich mit frischgebackenem Brot schmeckt.

Auf dem Hühnerhof bei Simon Retzbach in Stuppach – ein Eiererzeugungsbetrieb. Simon Retzbach betreibt Hühnerhaltung mit 5500 Tieren, mit Eier-Direktvermarktung, auf dem Acker wird ausschließlich eigenes Hühnerfutter erzeugt. Fünf Hektar Hangwiesen dienen der Erzeugung von Heupellets und es gibt auch eine Brennerei. Ins Futter kommen nicht nur die üblichen Getreidearten und Körnermais, sondern auch Exoten wie Sojabohnen als Eiweißlieferant, Öllein und Buchweizen. Auch das Heu, das man in Schrozberg pelletieren lässt, dient der Vielseitigkeit der eigenen Futtermischung. Alles zusammen gibt dies das „Legemehl“, das auf dem Hof geschrotet und gemischt wird.

Auf dem Rindermastbetrieb der Familie Anton Scheidel in Wachbach: Der Betrieb wird seit 26 Jahren biologisch bewirtschaftet und die Wirtschaftsweise funktioniere noch heute. Um das Jahr 2000 wurde die Hofstelle in den Außenbereich verlagert. Gebaut wurde ein Offenlaufstall mit Rundhölzern für die Mutterkuhhaltung. Die Biogasanlage hat eine Leistung von 30 kW, davon dienen 10 kW der Eigenstromversorgung. Anschaulich stellte Anton Scheidel den Linsen- und Einkornanbau vor. Der Linsenanbau bestehe seit sechs Jahren, angebaut wird die französische Sorte Du Puy. Obwohl sie recht genügsam ist und auch mit schlechteren Böden zurechtkommt ist der Anbau der Linsen nicht immer einfach. Die Linse brauche eine Stützfrucht, bei ihm ist dies der Leindotter, der nur die Funktion der Stütze hat und selber keinen Ertrag bringt. Manchmal muss der Linsenertrag auf dem Hof nachgetrocknet werden, das Abwärme-Angebot aus der Biogasanlage sei dafür wichtig .Der Ertrag liege nur bei 0,5 to/ha , im Vergleich dazu liege er bei Dinkel im Biobetrieb bei ca. 4 to/ha.

Auf dem Milchviehbetrieb bei Dietmar und Steffen Hofmann, Schwabhausen: Ein Bio-Betrieb, der nach den Regeln der Organisation Demeter wirtschaftet. Dietmar Hofmann ist Seniorchef und arbeitet zusammen mit Sohn Steffen. Um 1980 ist der Betrieb auf die biologische Wirtschaftsweise umgestellt worden. Heute werden von der Familie Hofmann 270 ha landwirtschaftliche Flächen bewirtschaftet. Dazu werden 100 Kühe (Fleckvieh) und ungefähr 100 Nachzuchtrinder gehalten. Die Milch wird von der Demeter-Molkerei in Schrozberg abgenommen und verarbeitet. Bei 200 Stück Rindvieh spielt der Futterbau mit ungefähr 60 ha eine besonders große Rolle, es gibt auch 10 ha Weideflächen hauptsächlich für das Jungvieh. Aber auch die Kühe kommen im Sommer nachts – wenn die Fliegenplage geringer ist – auf die Weide. Der weit überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Flächen sind Ackerbauflächen, Schwerpunkt Getreide. Natürlich spielt im Demeter-Betrieb die Einhaltung einer positiven Fruchtfolge eine große Rolle. Die Klee- und Luzerneflächen dienen dabei als Stickstoffsammler, als Unkrautbekämpfer und Verbesserer der Bodenstruktur. tze