Bad Mergentheim

Leserbrief Zum Taubertäler Klimagipfel (FN 17. Mai)

Liebliches „Toscana Taubertal“ der Klimaschutz-Illusion geopfert

Gut besucht war der Taubertäler Klimagipfel. Nicht nur der bekannte Moderator der Wetternachrichten, eigentlich alle Akteure bemühten das Bild des lieblichen Taubertals, die „Toscana Taubertal“, um ihren Vortrag nett zu umrahmen. Landrat Reinhard Frank pries den schönen Main-Tauber-Kreis, in dem es sich so gut leben lässt. Umweltminister Franz Untersteller fand passende Worte für unsere schöne Heimat, forderte aber gleichzeitig noch mehr Naturzerstörung im ländlichen Raum ein, als Ausgleich für den Energiehunger der Großstädte. Und Wettermoderator Plöger war richtig entzückt, als er von den „Bergen herabkommend“ das liebliche Taubertal erblickte, und pries es mehrfach als Toscana an.

Den Akteuren war nicht bewusst, dass das Bild „Toscana Taubertal“ äußerst unpassend für den Klimagipfel war. Der Hitze-Sommer 2003 brachte „Toscana-Verhältnisse“ nach Deutschland, wie Sven Plöger mit dem Foto eines ausgetrockneten Flussbettes illustrierte. Dabei scheint er nicht zu wissen, dass gerade 2003 ein Jahr mit außergewöhnlich starker Sonnenaktivität war. Die Luftdruckgebiete um den Äquator wurden intensiviert und schoben das Mittelmeerklima über die Alpen bis nach Deutschland. Es war also nicht das Kohlenstoffdioxid CO2, sondern die Sonne, die uns den wolkenlosen, hitzegeschwängerten Himmel 2003 bescherte.

Weiter verwies Sven Plöger auf die verloren gegangene Winterkälte. Allerdings wusste er auch hier nicht, dass der Verlust der kalten Winter auf die Sonne zurückgeführt werden muss. 1987 war der Januar in Deutschland mit -5,9 ˚C noch kalt. Schon ein Jahr später sprang die Temperatur auf +3,8 ˚C. Im norwegischen Gebirge betrug der Temperatursprung von Januar 1987 auf 1989 sogar +19 ˚C. Ende der 80er Jahre startete der 22. elfjährige Sonnenzyklus. Mit erhöhter Sonnenstrahlung brachte er in über sieben zusammenhängenden Jahren die höchste Zahl an Sonnenstürmen, welche die Erde seit 1820 getroffen haben. Das löste die längste Phase milder Winter in Europa und Deutschland aus. Die Klimadaten zeigen es eindeutig: Für diese entscheidende Phase der Klimaerwärmung war wiederum nicht das CO2, sondern die Sonne verantwortlich!

Vor dem Taubertäler Klimagipfel hat der Autor erneut zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten gesichtet und Daten ausgewertet. Um den Klimawandel beurteilen zu können, reicht es eben nicht aus, sich nur mit komplexen physikalischen Formeln zu beschäftigen. Ganz wichtig ist zunächst der geographische Überblick, der alle Facetten des Klimawandels analysiert und bewertet. Forschungsergebnisse aus aller Welt zeigen, es war zum Großteil die ansteigende Sonnenaktivität, die den globalen Temperaturanstieg seit 1820 verursachte.

Herr Plöger wäre gut beraten, die neuen Erkenntnisse zum Klimawandel genauer zu studieren und sich bei seinen Vorträgen mehr auf Sachinformation anstatt auf kabarettistische Showeinlagen zu stützen. Zuhörer ohne fundiertes Klimawissen gaben dennoch frenetisch Beifall.

Sein „antiquarisches“ Bild der „97 Prozent aller Wissenschaftler zum Klimawandel“ ist längst überholt. Klimaforscher schätzen mit neuen Modellansätzen den Anteil des CO2 an der Klimaerwärmung deutlich geringer ein als früher.

Statt drei Grad Celsius pro Verdoppelung der CO2-Konzentration sind es heute eher weniger als ein Grad. Bestätigt wird dies dadurch, dass die Klimamodelle, die Herr Plöger zu Rate gezogen hat, bereits die heutige globale Temperatur unrealistisch hoch überschätzt haben. CO2 ist offensichtlich so schwach klimawirksam, dass alle Klimaschutzmaßnahmen verpuffen werden. Da hilft es auch nichts, wenn man mit schwäbischer Gründlichkeit und vorauseilendem Aktionismus sich als klimafreundlichster Landkreis der Welt profilieren möchte.

Es ist für alle Akteure dringend angeraten, das liebliche „Toscana Taubertal“ zu erhalten, ohne noch mehr Windkraft-Nutzung und umweltschädliche Bioenergie vom Acker.

So bleibt auch nach dem Taubertäler Klimagipfel der Klimaschutz mehr denn je eine Illusion.