Bad Mergentheim

Caritas-Bildungszentrum 15 Pflegeschüler ins Berufsleben entlassen / Einser-Absolventin Melina Köhler trägt selbst geschriebenes Gedicht vor

"Lösen Sie einen Tornado im System aus"

Bad Mergentheim.Drei Jahre Theorielernen und Pflegepraxis, Höhen und Tiefen, Freude und Leiden - kurzum: drei Jahre Ausbildungszeit - sind für sie zu Ende. 14 Schüler der Klasse 14-17 H des Caritas-Bildungszentrums sind nun examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger. Eine weitere Schülerin wird künftig als Altenpflegerin im Einsatz sein. Klassenbeste ist Melina Köhler mit einem Schnitt von 1,67. Sechs der Examinierten bleiben im Dienst des Caritas-Krankenhauses.

Sinnstiftender Beruf

"Sie haben sich für den sinnstiftenden Beruf der Gesundheits- und Kranken- beziehungsweise Altenpflege entschieden.

Das verdient in diesen schwierigen Zeiten viel Anerkennung." Mit diesen Worten eröffnete Regionalleiter Thomas Wigant die Examensfeier in der Aula des Caritas-Krankenhauses.

"Anders als die heutigen Politiker wissen Sie, dass nicht alles eingespart werden kann, was gute Pflege neben der Fachkompetenz ausmacht - nämlich Liebe, Umsicht, Zuwendung und das Einstehen für die Patienten und deren Angehörige, aber auch für Ihre Kollegen in den Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen."

Auch Norbert Stolzenberger, Leiter des Caritas-Bildungszentrums, lobte die Absolventen. Die frisch Examinierten hätten sich einen Beruf ausgesucht, in dem sie vorrangig mit Menschen zu tun hätten, die körperlich, geistig und seelisch Unterstützung brauchten. Neben der medizinisch-pflegerischen Leistung sei es besonders wichtig, für diese Menschen da zu sein, Ihnen ein offenes Ohr und ein tröstendes Wort zu geben. "Sie können aktiv die Zukunft der Pflege beeinflussen", so Stolzenberger weiter. "Verfallen Sie nicht in Lethargie oder Selbstmitleid wegen der Stolpersteine, die uns die Politik in den Weg legt.

Seien Sie lieber der sprichwörtliche Flügelschlag des Schmetterlings, der einen Tornado auslösen kann - für die wirklich wichtigen Dinge im Leben."

Auf die Flügelmetapher ging auch Pflegedirektor Frank Feinauer ein. Er würdigte die 15 Examinierten für ihre tollen Leistungen und betonte, dass es gerade in der Pflege wichtig sei, Gefühle sprechen zu lassen und nicht nur Medizin und Pillen auszugeben. "Breiten Sie Ihre Flügel in Umbruchzeiten der Pflege besonders weit aus, beweisen Sie Herz und Seele für Ihre Patienten und Kollegen.

Nur so kann neben reiner Behandlungspflege auch Betreuungs- und Begleitpflege erwachsen."

Auch Klassenlehrerin Inge Friedrich richtete noch ein paar Worte an ihre ehemaligen Schützlinge: "Es gibt viele Wege, die Sie gehen können, egal ob Sie direkt in die Pflege einsteigen, erst noch studieren oder sich mit einer Fachweiterbildung spezialisieren. Aber ich bin sicher, Sie werden alle Ihren ganz speziellen Weg gehen."

Bevor sie den Absolventen abschließend in alter Tradition das flammende Caritas-Kreuz überreichte, unternahm Inge Friedrich noch eine humorvolle Reise durch die Ausbildungsstationen - von den Vorstellungsgesprächen über diverse Exkursionen bis hin zur Faschingsfeier für die Patienten in der Kinder- und Jugendmedizin. Dann kamen stellvertretend für den Kurs 14-17 H Ronja Weber, Melina Köhler und Gina Lepore zu Wort.

Die Einser-Absolventin Melina Köhler trug abschließend ein selbst geschriebenes Gedicht vor, in dem sie die gemeinsame Zeit lobte. Letztlich sei "das Leben das, was wir selbst daraus machen" mit all seinen Erfahrungen und dem lebenslangen Lernen.

Examen abgelegt

Das Altenpflege-Examen hat Alexandra Gattenhof (Lauda-Königshofen) erfolgreich abgelegt.

Das Gesundheits- und Krankenpflege-Examen haben hingegen abgelegt: Julia Bastron (Bad Mergentheim), Karolina Fritzler (Gerabronn), Michele Guiseppe Iurlo (Seckach), Sarah Kobeissi (Öhringen), Melina Köhler (Weikersheim), Natela Kraus (Igersheim), Gina Lepore (Künzelsau), Kristiina Nied (Assamstadt), Sr. Rosina Pariat (Bad Mergentheim), Marie Plechinger (Dorfprozelten), Michelle Rentz (Ergersheim), Julia Sigeti (Lauda-Königshofen), Schwester Roselina Tigga (Bad Mergentheim) und Ronja Weber (Höpfingen). ckbm