Bad Mergentheim

75. Geburtstag Professor Dr. Dr. Hans-Werner Springorum feiert am Sonntag im Kreise seiner 14 Enkelkinder / Selbst im (Un-)Ruhestand ist „der Terminkalender voll“

Medizinisch Akzente im Taubertal gesetzt

Archivartikel

Von Sachsen-Anhalt über den „Pott“ ins Taubertal: Professor Dr. Dr. Hans-Werner Springorum hat hier längst Fuß gefasst – und medizinisch Akzente gesetzt. Am Sonntag wird er nun 75 Jahre alt.

Bad Mergentheim. Offen, zielstrebig, kommunikativ, geradlinig, humorvoll, bisweilen aber auch unbequem und direkt – das sind Eigenschaften, die den Jubilar auszeichnen. Halbe Sachen sind nämlich nicht so sein Ding – bis auf den heutigen Tag. Vielmehr laute seine Maxime eher, so sagt er voller Überzeugung, „Ganz oder gar nicht“. Damit sei er stets sehr gut gefahren – privat, vor allem aber auch beruflich als „leidenschaftlicher Chirurg“, der unter anderem über viele Jahre am Bad Mergentheimer Caritas-Krankenhaus als Chefarzt erfolgreich gewirkt hat.

14 Enkelkinder gratulieren

Seit mittlerweile einer Dekade ist Hans-Werner Springorum nun schon im (Un-)Ruhestand – und das wörtlich gemeint. Ehefrau Lotte, vier Kinder und 14 Enkel („wenn noch das 15. hinzukäme, fiele es mir schwer, alle Namen zu behalten . . .“) hielten ihn, im positiven Sinne, auf Trab – und jung: „75 ist das neue 55“.

Dazu trage auch Boxer Donald bei, mit dem er oft auf Achse sei. Ebenso wie mit dem Drahtesel, mit dem er die Einkäufe erledige – und dabei täglich viele Bekannte treffe, die er in all den Jahren behandelt habe. „Nein, Langeweile kommt bei mir kaum auf“, lacht der Neu-Fünfundsiebziger verschmitzt, dem der Schalk sichtlich im Nacken sitzt. Nicht ganz ohne Stolz meint der gebürtige Halberstädter, der seit 35 Jahren mit seiner Familie in Tauberfranken tief verwurzelt ist: „Ich habe vieles richtig gemacht.“

Sein Großvater praktizierte bereits als Chirurg („das sind die ,Aufschneider’ unter den Ärzten . . .“), sein Vater ebenso. Da habe es außer Frage gestanden, in welche Richtung der berufliche Weg des Trägers des Bundesverdienstkreuzes (2018 verliehen) führen würde. „Dies tat ich aber aus freien Stücken – gezwungen wurde ich nicht“, schiebt Springorum sofort grinsend hinterher, dessen beide Söhne im Übrigen ebenso auf dem Gebiet der Chirurgie tätig sind.

Mit dem Wechsel an das Mergentheimer Hospital „habe ich das große Los gezogen“, betont der Vorsitzende des örtlichen FDP-Verbands im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten, der einige Jahre seines Lebens in Gelsenkirchen verbracht und dort auch das Abitur abgelegt hat („wegen meiner Schuluniform – blaue Hose, weißes Hemd – bin ich zwangsläufig Schalke-04-Fan geworden“).

Familiär und freundschaftlich

Noch heute schwärmt Springorum von „dem familiär-freundschaftlichen Zusammenhalt der Mannschaft der Orthopädischen Klinik am Caritas-Krankenhaus“, der er lange vorstand und in der er eine hohe Wertschätzung seiner Patienten genossen habe.

„Ich habe meinem Nachfolger ein wohlbestelltes Haus überlassen“, blickt der Chirurg zurück, der die Endoprothetik in der Orthopädischen Klinik so richtig salonfähig gemacht hat. In all der Zeit habe er mehrere Tausend Hüft- und Kniegelenke erfolgreich eingesetzt und dafür gesorgt, dass sich das Caritas-Krankenhaus auf diesem Gebiet bestens positioniert und einen guten Ruf genossen habe.

Noch heute käme es gelegentlich vor, dass ihn Patienten von früher anriefen und „mich um Rat fragen“, so Springorum, der auch über lange Jahre an vorderster Front mitgewirkt hat, die Endoprothetik in der Ukraine mit Erfolg zu installieren.

In kein Loch gefallen

Nach Ende seines aktiven Tuns als Chirurg habe er zum Glück keinen Grund gehabt, „in sein Loch zu fallen“, sagt der gebürtige Sachsen-Anhaltiner. Ab diesem Zeitpunkt sei „ich befreit von jeglichen Zwängen“ gewesen, ohne irgendjemand noch Rechenschaft ablegen zu müssen.

Sein Alltag sei nach wie vor strukturiert („der Terminplan ist voll“), auch wenn er jetzt nach dem Motto verfahren könne „Alles kann, nichts muss“, meint Springorum. Zwischendurch verbringe er mit der Familie gerne mal Zeit in den Ferienhäusern in Oberbayern und im Sauerland, lasse in seinem 38 Grad warmen Whirlpool im Garten („hier kommen mir viele Ideen“) regelmäßig die Seele baumeln und freue sich, jeden Morgen mit frischen Eiern von seinen sieben Hühnern versorgt zu werden („in unserem Wohngebiet müssen sie leider auf einen Hahn verzichten“). Ein Leben fast wie im Paradies.

Wer dem Jubilar zum 75. Geburtstag persönlich gratulieren möchte, der muss dies zwangsläufig auf Montag verschieben, „denn die Großfamilie Springorum feiert auswärts“, blickt der Mediziner aus Leib und Seele auf seinen sonntäglichen Ehrentag. „Alternativ könnten ja WhatsApp oder SMS genutzt werden . . .“

Die Fränkischen Nachrichten reihen sich in die Schar der Gratulanten und wünschen Hans-Werner Springorum für die Zukunft alles Gute.