Bad Mergentheim

25 Jahre Verband der Teilnehmergesellschaften Ehrung ausscheidender Vorstandsmitglieder / Thomas Tremmel (Bad Mergentheim) übergab Führung an Jürgen Nowak

„Meilenstein für die Flurneuordnung im Ländle“

Archivartikel

Bad Mergentheim/Erlenbach.Zur Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Verband der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg (VTG)“ waren die und Vertreter der Teilnehmergemeinschaften der Einladung von Präsident Thomas Tremmel in die Sulmtalhalle nach Erlenbach gefolgt.

Außerdem hatten sich aktive und ehemalige Vorstände des Verbands, Mitarbeiter sowie wie Vertreter aus Politik und Verwaltung und befreundeter Organisationen zum Festakt eingefunden.

Der Verband wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die nach dem Flurbereinigungsgesetz den Teilnehmergemeinschaften zugewiesenen Aufgaben, speziell den Ausbau des gemeinschaftlichen Wegenetzes sowie das Kassen- und Rechnungswesen, zu bündeln und diese effizient und kostengünstig zu erledigen.

Inzwischen waren bereits über 1000 TGs in Baden-Württemberg Mitglied des Verbands. Heute sind es rund 350, in denen die derzeit rund 190 000 Teilnehmer an Flurneuordnungsverfahren zusammengeschlossen sind.

MdL Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, hielt die Festrede zum Jubiläum und nannte die Gründung „einen Meilenstein für die Flurneuordnung in Baden-Württemberg“.

„Die Aufgaben seien nicht nur immer komplexer, sondern auch immer vielfältiger geworden. So sind in jüngster Vergangenheit Dienstleistungen im Bereich der Arbeitssicherheit und des Datenschutzes für die Teilnehmergemeinschaften hinzugekommen“, stellte Hauk fest. „Ohne die Unterstützung durch den VTG wären die Teilnehmergemeinschaften heute kaum mehr in der Lage, ihre gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen“, hob er die Relevanz des Verbandes hervor.

Seine Ausführungen schloss Hauk mit dem „Dank für die hervorragende Arbeit, die der Verband in den zurückliegenden 25 Jahren erbracht hat, verbunden mit dem Wunsch, dies auch in den nächsten 25 Jahren zu bestätigen“.

Kritisiert wurde bei der Veranstaltung, dass die Schaffung von gleichwertigen Lebensgrundlagen für die Bevölkerung von Stadt und Land noch weitgehend unvollendet sei. Genannt wurde der flächige Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur, der gerade auch für die Landwirtschaft eine zentrale Bedeutung hat, oder der weiterhin ungebremste Landverbrauch.

Minister Peter Hauk übernahm die Aufgabe, die ausgeschiedenen ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder des Verbands mit Urkunden zu ehren. Die ehemaligen Präsidenten des VTG, Willy Müller aus Creglingen, Waldemar Westermayer aus Leutkirch sowie der scheidende Präsident Thomas Tremmel aus Bad Mergentheim wurden zu Ehrenpräsidenten ernannt. Die Jubiläumsveranstaltung des VTG nahm Peter Hauk zum Anlass, um den zehnten gemeinsamen Geschäftsbericht „Geoinformation und Landentwicklung“ seines Ministeriums vorzustellen. „Als ein besonderes Highlight konnten wir vergangenes Jahr 200 Jahre Landesvermessung feiern und die Leistungen der Vermessungsverwaltung sowie ihre Bedeutung für die Gesellschaft würdigen“ ging Hauk auf den Inhalt ein. Außerdem stellte er aktuelle Projekte wie „Geoportal plus“ und „Smart Villages“ des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) sowie Beispiele von gelungenen Flurneuordnungen heraus. Den Blick in die Zukunft richtete der neu gewählte Präsident des VTG, Jürgen Nowak. „Wir müssen feststellen, dass der objektiv nachgewiesene Mehrwert eines Flurneuordnungsverfahrens nicht mehr von allen gesellschaftlichen Akteuren im Ländlichen Raum unterschrieben wird“, gab Nowak zu bedenken. Deshalb besteht nach seiner Ansicht „die Notwendigkeit einer neuen Offensive aller politisch und gesellschaftlich relevanten Kräfte für die Flurneuordnung, die zum Ziel haben müsse, die Akzeptanz gerade im Ländlichen Raum wieder zu steigern“. „Das vielfältige Portfolio, das die Flurneuordnung bietet, zum Beispiel bei der Begegnung des Strukturwandels in der Land- und Forstwirtschaft und im Weinbau, mit Hochwasserschutzmaßnahmen oder Dorfentwicklungsverfahren muss vollständig ausgeschöpft werden“, forderte der neue Präsident, „um Zukunft für die Menschen im Ländlichen Raum zu generieren“.

Seinen besonderen Dank richtete Nowak an die Mitarbeiter des Verbands. „Mit großem Engagement und Sachverstand erbringen Sie die Dienstleistungen für die Teilnehmergemeinschaften und sind kompetente Ansprechpartner für die Flurneuordnungsbehörden“. „Das Erfolgsmodell VTG wird“, so Jürgen Nowak, „auch die kommenden 25 Jahre für die Menschen in Baden-Württemberg gebraucht werden. Wir packen es an – der Einsatz lohnt sich!“