Bad Mergentheim

40 Jahre Ökumenische Nachbarschaftshilfe Festakt / „Zuwendung kostet nicht viel, aber immer Zeit“ / Große Leistung der vielen Helfer gewürdigt

Mit Herzblut und Tatkraft am Werk

Das 40-jährige Bestehen war Anlass einer Jubiläumsfeier der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Bad Mergentheim.

Bad Mergentheim. Bevor sie einen kurzen Überblick über die Entwicklungsgeschichte und Aufgaben der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe Bad Mergentheim gab, konnte Einsatzleiterin Gisela Grammetbauer zahlreiche Gäste, Akteure und Ehrengäste im Albert-Schweitzer-Saal des Evangelischen Gemeindezentrums begrüßen, unter anderem Oberbürgermeister Udo Glatthaar, Igersheims Bürgermeister Frank Menikheim, Dekanin Renate Meixner, den evangelischen Pfarrer Karl-Gottfried Kraft, den katholischen Dekan Ulrich Skobowsky sowie weitere Vertreter der Kirchenbezirke und anderer Institutionen. Darüber hinaus dankte Grammetbauer den Helfern der Nachbarschaftshilfe sowie den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Cornelia Fries und Barbara Roll für deren treue Dienste und engagierten Einsatz.

Dekan Skobowsky charakterisierte Nachbarschaftshilfe als „Hilfe zur Selbsthilfe“, die alten Menschen eine individuelle Lebensgestaltung ermögliche, die noch alleine leben können und wollen, jedoch nicht mehr alles alleine schaffen – verbunden mit dem Auseinanderbrechen der Familienstrukturen. „Sie helfen anderen Menschen und erhalten ihnen damit ihre subjektive Würde und ihren Selbstwert, der objektiv und gesetzlich nie in Frage steht, aber immer mehr in Bedrängnis gerät“, betonte der Dekan.

Zeichen gegen Egoismus

Dies sei zugleich ein Zeichen gegen wachsenden Egoismus. „Ich wünsche Ihnen für viele weitere Jahre, Mauern zu überspringen, die sich Ihnen manchmal entgegenstellen“, lautete Skobowskys ermutigende Maxime für die Zukunft.

„Das wirksamste Heilmittel beim Menschen ist die Zuwendung. Sie kostet nicht viel, aber immer Zeit“, zitierte OB Udo Glatthaar den Aphoristiker Helmut Glaßl. Diese Devise gelte auch für die Ökumenische Nachbarschaftshilfe, deren Arbeit seit 40 Jahren unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde dazu beigetragen habe, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht alleine gelassen würden. „Damit wurden unserer Stadt Lebensqualität und soziale Wärme geschenkt“, hob der OB hervor.

„Christliche Prägung und Werte zeigen sich auch in gelebter Zuwendung.“ Da sich die öffentliche Verwaltung äußerst schwer täte, das von der Nachbarschaftshilfe geleistete Angebot adäquat zu ersetzen, werde die Einrichtung von der Stadt Bad Mergentheim und der Gemeinde Igersheim finanziell unterstützt.

Kleine und größere Hilfe

„40 Jahre Ökumenische Nachbarschaftshilfe sind verbunden mit Menschen, die gerne mit ihrem Herzen und unzähligen Taten kleine und größere Hilfestellung leisten“, hob Dekanin Meixner hervor. Diese Menschen mit der Gabe, für andere da zu sein, seien sehr wertvoll und ein Segen sowie aller Würdigung wert, meinte die Dekanin, die zugleich mit allerhöchsten Respekt den vielen ehrenamtlichen Akteuren der Nachbarschaftshilfe für deren großes Engagement dankte. Wenn ein Mensch Hilfe benötige, dürfe es keine Rolle spielen, welcher Konfession er angehöre. „Daher sind 40 Jahre Nachbarschaftshilfe und diese im ökumenischen Geist ein Hoffnungszeichen“, unterstrich sie. Zudem hob Meixner hervor, dass die Ökumene der Bad Mergentheimer Nachbarschaftshilfe ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten Kirchenbezirk sei.

Erfolgsgeschichte

In 40 Jahren habe sich die Ökumenische Nachbarschaftshilfe zu einer sehr großen Erfolgsgeschichte entwickelt, berichtete Pfarrer Kraft, der im Namen von Pfarrerin Pfarrerin Regine Korn die Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde zum Jubiläum überbrachte. „Immer wieder bekomme ich bei Geburtstagsbesuchen mit, wie glücklich und dankbar die Menschen sind, dass es die ökumenische Nachbarschaftshilfe gibt und wie vielfältig ihre Arbeit ist“, berichtete Kraft.

Auf diese Weise werde christliche Nächstenliebe verwirklicht. „Nur durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit ist es möglich, dass es die Nachbarschaftshilfe in dieser Form gibt“, betonte Kraft. Ebenso erfreulich sei, dass immer wieder auch neue Mitarbeiter bereit seien, in der Nachbarschaftshilfe mit zu arbeiten.

Besondere Verdienste

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden insgesamt elf ehrenamtliche Mitarbeiter für ihre besonderen Verdienste und langjährigen Engagements geehrt.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Kantor Lucas Ziegler am Klavierflügel.

Begleitend zu dem Festabend wurden auf Infotafeln zahlreiche Bilder von Aktivitäten und Aktionen der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe sowie der Betreuungsgruppe für alte und demenzkranke Menschen präsentiert.

Ein weiterer Höhepunkt war im Anschluss an einen Empfang mit Imbiss und Getränken die Aufführung des Stückes „Reiselust“ von Hermann Hesse durch „Dein Theater – das Theater auf Bestellung“ mit Stefan Österle aus Stuttgart.