Bad Mergentheim

Münsterchor St. Johannes Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus / Rückblick auf 2018 geworfen / Ehrungen waren Höhepunkt

Nachwuchs bereitet Kirchenchor Kopfzerbrechen

Bad Mergentheim.Seine Rede zur Hauptversammlung des Münsterchores St. Johannes im Gemeindehaus begann Vorstand Karl Nies mit einem Rückblick auf 2018. Bedauerlicherweise habe man drei Mitglieder verloren. Nies selbst wolle sein Amt in jüngere Hände geben – bisher aber ohne Erfolg. Sorge bereite ihm der Nachwuchs.

Zwar sei der eine oder andere Sänger stets für verschiedene Projekte zu gewinnen: etwa beim Rosenkranzfest oder beim Adventskonzert. Jedoch habe man in den letzten beiden Jahren nur fünf feste Neuzugänge zu verzeichnen. „Unsere Gesellschaft hat sich verändert“, betonte der Vorstand. „Heutzutage möchten sich nur wenige längerfristig an einen Chor oder eine Gemeinschaft binden.“ Nichtsdestotrotz habe man im vergangenen Jahr gemeinsam viele schöne Stunden verbracht. So zum Beispiel bei einer Brauereibesichtigung in Herbsthausen oder einer Ferienwanderung zum Gasverteiler des Stadtwerks am Roggenberg sowie den Ausflügen nach Gelnhausen und Seligenstadt.

Kirchenmusikdirektor Michael Müller blickte auf über 80 gestaltete Gottesdienste, Konzerte und auch außerkirchliche Aktivitäten zurück. Insgesamt war der Kirchenchor bei 24 Terminen beteiligt. Von relativ einfachen Chorsätzen über Grabbesuche bis hin zu Konzert-Aufführungen mit deutlich höherem musikalischem und zeitlichem Einsatz.

So erinnerte Müller an die Orchestermessen an Ostern (Mozart KV 259) und Weihnachten (Trambling). Einen größeren Raum nahmen die Proben und Aufführungen mit anderen Chören ein. Beispielsweise der Dekanatsmusiktag in Markelsheim, das ökumenische Chorkonzert in der Schlosskirche, das Chorfest der eigenen Gemeinde im März und das Oratorio de Noel am dritten Advent. „Dazu gehört Offenheit, Disziplin, vor allem aber auch das gegenseitige Vertrauen“, so Chorleiter Michael Müller.

Die Arbeit im Kinder- und Jugendchor bereite ihm viel Freude. „Doch spüren wir hier sehr deutlich die Veränderungen in unserer Gesellschaft“, so Müller über den schwindenden Nachwuchs. Kirchliche Bindung sei keine Selbstverständlichkeit mehr. Und ohne Beziehung zur Religion sei auch eine Beziehung zur geistlichen Musik schwer.

Für 2019 habe man einige Projekte auf dem Zettel stehen. Darunter die Orchestermessen an Ostern und Weihnachten sowie ein Pontifikalamt am dritten Advent zum 800-Jahr-Jubiläum des Deutschen Ordens in Bad Mergentheim.

Der Vorstand wurde nach der Kassenprüfung entlastet.

Ein Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen die Pfarrer Skobowsky vornahm. Dabei erhielten Dr. Herbert Hock und Dieter Roos für jeweils 25 Jahre, Sabine Zeller für 20 Jahre und Emmy Neubert-Kutschera und Martina Korte für zehn Jahre Mitgliedschaft große Anerkennung. pm