Bad Mergentheim

Liberales Forum Bildungspolitik stand im Zentrum des FDP-Treffens in Neunkirchen

Neue Medien kritisch hinterfragt

Neunkirchen.Bildung beziehungsweise Bildungspolitik ist eines der zentralen Themen der FDP, und so stand dieses Thema laut einer Pressemitteilung der Partei im Mittelpunkt des „Liberalen Forums“ im Landgasthof Rummler.

Ausgehend von einem Impulsreferat vom Ortsvorsitzenden, Professor Dr. Springorum entwickelte sich eine engagierte Debatte über nahezu alle Bereiche der Bildung beziehungsweise Bildungspolitik. Nach übereinstimmender Ansicht umfasse Bildung nicht nur berufliches und allgemeines Wissen, sondern auch das Wissen und das Bewusstsein um den kulturellen Hintergrund, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Springorum setzte sich zunächst kritisch mit den neuen digitalen Informationsmöglichkeiten auseinander. Wenn man zu jeder Zeit an jedem Ort per mouseclick alle Informationen abrufen könne, dürfe das nicht dazu führen, dass das kritische Hinterfragen, das Verknüpfen und das Einordnen dieser Informationen in den jeweiligen Kontext vergessen werde, so Springorum. Zwischen „informieren“ und „verstehen“ bestehe ein Riesenunterschied. Auch müsse beachtet werden, dass die Informationsquellen wie Google, Wikipedia etc. sich nicht mit der Zeit zu „Informationsmonopolisten“ entwickelten, die am Ende „Desinformationsquellen“ würden, mahnte der Redner.

Springorum zitierte in diesem Zusammenhang Hans-Magnus Enzensberger, Ikone der 68er: „Wer ein Smartphone besitzt, werfe es weg. Es hat ein Leben vor diesem Gerät gegeben und die menschliche Spezies wird auch weiter existieren, wenn es wieder verschwunden ist.“ Soweit wollten die Anwesenden dann doch nicht gehen, aber der vorsichtige und kritische Umgang mit neuen Technologien gelte immer. Welche Danaer-Geschenke die neuen Medien bedeuten können sehe man deutlich am aktuellen facebook-Skandal. Der Begriff „Bildungsbürgertum“, der immer wieder fiel, dürfe nicht so verstanden werden als gäbe es eine bildungspolitische Mehrklassengesellschaft. Die Begriffe „Bildungsideale“ bzw. „kulturelles Bewusstsein“ standen alsbald im Mittelpunkt der Diskussion. Das Beherrschen moderner Sprachen, Weltläufigkeit sowie der Umgang mit der eigenen und anderen Kulturen gehören heute genauso zum Bildungsinhalt wie Kenntnisse der deutschen und europäischen Geschichte. Die „Neugier“, sich in diesen Bereichen umzusehen, gehöre ebenso zur Bildung.

Aufgabe des Staates sei es, dem Bürger, unabhängig von Herkunft und Begabung, ein Maximum an Allgemeinbildung und Berufsbildung zu bieten und darüber hinaus ein Klima zu bereiten, in dem „Kultur“ in all seiner Vielfalt gedeihen könne.

Für ein industriell geprägtes Land wie Deutschland sei Bildung existenznotwendig.