Bad Mergentheim

Besuch des Oberbürgermeisters in Edelfingen Ein wachsender Stadtteil / Rastplatz an der Tauber geplant / Kindergarten bekommt zusätzlich eine Container-Gruppe

Neue Radwege und Umgehung im Blick

Archivartikel

Eine stattliche Zahl von Edelfinger Bürgern interessierte sich trotz widrigen Wetters für den Vor-Ort-Besuch des Oberbürgermeisters.

Edelfingen. Udo Glatthaar und Ortsvorsteher Detlef Heidloff sprachen mit den Bürgern über das Baugebiet „Bandhaus IV“ (oberhalb der B 290) und über weitere anstehende Projekte im Stadtteil.

Erster Anlaufpunkt war das Neubaugebiet, in dem die Erschließungsarbeiten des ersten Abschnitts vom Baugebiet „Bandhaus IV“ fast abgeschlossen sind. OB Glatthaar verwies darauf, dass die Nachfrage nach Bauplätzen dreifach so hoch ist, wie die angebotenen Plätze. Deshalb habe der Gemeinderat beschlossen, unverzüglich die Erschließung des zweiten Abschnittes, für den der Grunderwerb schon abgeschlossen ist, in Angriff zu nehmen. Neben den 23 schon erschlossenen Plätzen kämen dann nochmals weitere 26 hinzu.

In beiden Bauabschnitten werden neben Einfamilienhäusern auch mehrgeschossige Gebäude erstellt werden können. Ortsvorsteher Heidloff ergänzte die OB-Angaben mit den Hinweisen, dass die Bewerber derzeit von der Stadt angeschrieben werden. Die Bepflanzung des Lärmschutzwalles, der im derzeitigen Zustand sehr hoch und unschön wirkt, erfolge zur Zeit. Des Weiteren wies er darauf hin, dass die Ampel im Zufahrtsbereich zur B 290 im Laufe des Frühjahrs montiert wird.

Eine Herzensangelegenheit des Ortschaftsrates ist die Ausstattung des vorgesehenen Spielplatzes mit modernen Geräten und Spielmöglichkeiten, die über den normalen Standard hinaus gehen sollen. Dazu wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die zwischenzeitlich den stattlichen Betrag von 9500 Euro zusammen kommen ließ. Dafür dankte der Ortsvorsteher den bisherigen Spendern.

Die nächste Station des Ortsrundganges war die Kanalerneuerung in der Straße „Zum Taubergrund“ und der Eingangsbereich zur Turn- und Festhalle, der derzeit erneuert wird und dessen Gestaltung das Lob der Bürger fand.

Ebenfalls Lob fand die zwischenzeitlich abgeschlossene Renovierung der Kegelbahn in der Turn- und Festhalle, die bekanntlich durch einen Brand im vergangenen Frühjahr erheblich beschädigt wurde. Leider müssen sich die Kegelfreunde noch ca. drei Wochen gedulden, bis sie wieder ihrem Kegelsport nachgehen können, da sich die Lieferung der Möbel noch verzögert.

Ein sehr wichtiges und mit ca. 3,5 Millionen Euro kostspieliges Projekt im Stadtteil ist die Erweiterung und der notwendige Neubau des städtischen Kindergartens. Da die erste Planung des Bauamtes nicht die Zustimmung des Ortschaftsrates fand und dieser eine Überplanung forderte, wird sich die Realisierung der Maßnahme ins nächste Jahr verschieben. Darum konnten die für dieses Projekt im Haushaltsplan 2018 vorgesehenen Mittel für die Reparatur des Daches der Grundschule in Wachbach verwendet werden.

Ein weiterer Grund für die zeitliche Verschiebung war die Tatsache, dass Fördermittel aus dem Ausgleichsstock in einem Haushaltsjahr nur für ein Projekt, das ist in diesem Jahr der Kindergarten „Maria Hilf“, genehmigt werden können.

Da für den Edelfinger Kindergarten eine Warteliste mit derzeit zwölf Kindern besteht, will man im April/Mai auf dem Schulhof vorübergehend einen Container aufstellen, in dem eine vierte Kindergartengruppe untergebracht werden kann. Einen integrierten Standort nannte Ortsvorsteher Heidloff das Areal mit Kindergarten, Schule und Turnhalle. Nach der Fertigstellung des Kindergartens müsse man sich auch um die Schule kümmern, blickte der Ortsvorsteher in die Zukunft. Neben der Bautätigkeit im „Bandhaus“ werden auf dem „Kellner-Gelände“ in der Theobaldstraße auch 27 neue Wohneinheiten entstehen. Es sei deshalb ein Zuwachs von ca. 300 Neubürgern mit einer entsprechenden Zahl von Kindern zu erwarten. Dazu müsse man Schul- und Kindergartenplätze bereitstellen.

Beim anschließenden Gespräch im Bürgersaal des Rathauses ging OB Glatthaar nochmals auf die bauliche Entwicklung des Stadtteils ein und stellte fest, dass mit den Projekten „Bandhaus“ und „Kindergarten“ seit Jahren anstehende Maßnahmen nun realisiert werden. Er lobte den Gemeinsinn in der Bürgerschaft, die einen zügigen Grunderwerb für die Baugebiete ermöglicht habe. Um brachliegende Bauplätze zu vermeiden, sei ein dreijähriger Bauzwang festgelegt worden.

Danach ging der Rathauschef auf das wohl zurzeit aktuellste Thema in der Stadt ein: Die Bewerbung um die Durchführung einer Landesgartenschau in den Jahren 2026, 2028 oder 2030. Er hob hervor, dass dies ein Leuchtturmprojekt für die ganze Region wäre.

Ortsvorsteher Heidloff informierte über die Neugestaltung des früheren Badeplatzes an der Tauber oberhalb der Brücke, der zu einem kleinen Rastplatz ausgebaut werden soll. Das naheliegende, jetzt verwilderte Tauberufer werde durch das Wasserwirtschaftsamt neu gestaltet.

Der OB wies auf die Verlegung des Radweges hin, der weg von der B 290 künftig durch das Tal führen soll. Dazu favorisiere er eine Wegführung entlang der Tauber bis in die Kernstadt. Der Landkreis, der für die Planung zuständig ist, will allerdings den Radweg vom Tal wieder zur B 290 führen, diese durch eine Tunnellösung unterqueren und über die Edelfinger Straße in die Stadt führen.

Der Ortsvorsteher konnte noch berichten, dass die Realisierung eines Fußweges am südlichen Ende des Friedhofes zur B 290 nun möglich werde, da die notwendige Zustimmung eines Grundstückseigentümers in Aussicht stehe.

Nachdem Alexander Block vom Amt für Wirtschaftsförderung auf die Fördermöglichkeiten des ERL-Programms für Sanierungsmaßnahmen im Ortskern hingewiesen hatte, informierte das Stadtoberhaupt über Verhandlungen mit der Westfrankenbahn über häufigere Zughalte in Edelfingen und die Verbesserung der Haltestelle.

Umgehungsstraße neu aufgreifen

Auf die Verkehrsproblematik der Ortsdurchfahrt Edelfingen eingehend, verwies der OB darauf, dass wegen der verkehrlichen Anbindung der Firmen an das regionale Straßennetz mehr in Verbindungsstraßen investiert werden müsse und wegen der starken Belastung der Ortsdurchfahrten das schon viele Jahre schwelende Thema einer Umgehungsstraße neu aufgegriffen werden sollte.

Im weiteren Verlauf wurde von Bürgern noch die Ergänzung der Geräte auf Spielplätzen, die notwendige Säuberung des Spielplatzes am Sportplatz sowie die ungenügende Pflege von Grünanlagen und Blumenbeeten angesprochen. WM