Bad Mergentheim

In Neunkirchen feierlich übergeben Männergesangverein und Kirchenchor umrahmten die Veranstaltung musikalisch / Großzügige Spende des Ehepaares Brombach

Neuer Dorfplatz ist Treffpunkt für Jung und Alt

Die letzten Regenschauer hatten sich gerade verzogen, als der Ortsvorsteher die Feierlichkeiten zur Übergabe des neuen Dorfplatzes in der Ortsmitte von Neunkirchen eröffnete.

Neunkirchen. Der herzliche Willkommensgruß von Ortsvorsteher Josef Wülk galt insbesondere Oberbürgermeister Udo Glatthaar und seinem Team von der Stadtverwaltung, den Planern und ausführenden Unternehmern, den Stadträten, den Sängern des Kirchenchors und der Singgemeinschaft der beiden Männerchöre Neunkirchen-Wachbach sowie den zahlreich erschienen Einwohnern. Daneben sei es ihm eine besondere Freude die Eheleuten Professor Dr. Hansjörg und Ulrike Brombach begrüßen zu dürfen, ohne deren Unterstützung es den neuen Dorfplatzes nicht geben würde.

Geschichtlicher Rückblick

In seinem geschichtlichen Rückblick verwies Wülk darauf, dass der Gemeinderat bereits Anfang der 1980er Jahre beschlossen hatte, in den Stadtteilen Ortssanierungen durchzuführen. In Neunkirchen geschah dies zu Beginn der 90er Jahre mit der Sanierung um das ehemalige Rathaus.

Nachdem sich der prosperierende Stadtteil, insbesondere was die Kinderzahl betraf, stark nach oben entwickelte, entschloss sich der Stadtrat auf Bitten des Ortschaftsrates, neben einem zweigruppigen Kindergarten auch ein neues Dorfgemeinschaftshaus zu errichten. Damit waren die vorhandenen finanziellen Mitteln aufgebraucht und die weiteren Sanierungsschritte auf Eis gelegt.

Was blieb, war die jeweiligen Eigentümer von alten, baufälligen Gebäuden davon zu überzeugen, ihre Gebäude abzureisen und durch neue zu ersetzen. So war es letztlich auch mit den drei Gebäuden, die auf dem jetzt neu gestalteten Dorfplatz standen. Nachdem der ehemalige Eigentümer seine Pläne, auf dem frei gewordenen Platz ein neues Wohnhaus zu errichten aufgegeben hatte, konnte die Stadt das Grundstück erwerben und für eine gestalterische Innenentwicklung nutzen.

Die Kosten, des im November 2016 im Ortschaftsrat vorgestellten Projekts beliefen sich auf 60 000 Euro. Wie Ortsvorsteher Wülk in seinen Ausführungen deutlich machte, war ihm bewusst, dass dieser Betrag kaum oder nur sehr schwer zu finanzieren sein würde. So war es ein Glücksfall, dass sein Sangesbruder Hansjörg Brombach auf dem Nachhauseweg von einer Chorprobe zu verstehen gab, dass er bereit wäre, sich finanziell an einem neuen Dorfplatz zu beteiligen. Mit dieser Zusage im Gepäck konnte Wülk den Gemeinderat überzeugen, die benötigten Restmittel im Haushalt 2017 einzustellen.

Nachdem auch dem Wunsch zweier angrenzender Nachbarn auf Flächenerwerb entsprochen werden konnte, war der Weg für die Errichtung des neuen Dorfplatzes frei. Die Ausführung der Arbeiten erfolgte durch das ortsansässige Unternehmen „ Gartenbau Herkner“ unter der fachkundigen Aufsicht des städtischen Bautechnikers Paul Rabe. Wie Josef Wülk abschließend betonte, wird an jedem letzten Freitagabend im Monat, ein so genannter „Dorftreff“ stattfinden, der es ermögliche, sich auszutauschen und gegenseitig kennenzulernen.

Großzügige Spende

Wie Ortsvorsteher Wülk weiter ausführte, habe Prof. Dr. Hansjörg Brombach in der seinerzeitigen Sitzung des Ortschaftsrates zum Ausdruck gebracht, dass er mit seiner Ehefrau Ulrike vor 40 Jahren nach Neunkirchen gezogen sei und sie diesen Schritt nie bereut hätten. Im selben Jahr habe er seine Firma UFT in Bad Mergentheim gegründet.

Da ihnen Neunkirchen zur Heimat geworden sei und sie sich hier sehr wohlfühlen würden, hätten sie sich entschlossen, sich mit einer Spende von knapp 30 000 Euro am geplanten Dorfplatz in Neunkirchen zu beteiligen.

Die Höhe der Spende orientiere sich am Zeitraum ihres Wohnens in Neunkirchen, multipliziert mit einem Euro pro Tag und Person.

Abschließend machte Brombach deutlich, dass er sich wünsche, dass der neue Dorfplatz zu einem Treffpunkt für Jung und Alt werde, wo man kommunizieren und sich näher kommen könne.

In Anspielung an die in der Mitte des Dorfplatzes gepflanzte Linde und den sich gegenüber befindlichen Dorfbrunnen könne er sich so Brombach, als Dorfplatz-Hymne das Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ vorstellen.

Wie Oberbürgermeister Udo Glatthaar in seinen Grußworten deutlich machte, sei es für ihn eine große Freude, mit diesem hochoffiziellen symbolischen Akt, den neuen Dorfplatz feierlich zu übergeben. Auch Glatthaar dankte dem Ehepaar Brombach für die großzügige Spende, ohne die diese städtische Investition nicht hätte verwirklicht werden können. Dieses Engagement nötige ihm, so Glatthaar, großen Respekt ab. Sein Dank gelte auch dem Ortschaftsrat und nicht zuletzt Ortsvorsteher Josef Wülk, der mit der ihm eigenen Beharrlichkeit für sein Vorhaben geworben und gestritten habe.

Die Entwicklung einer Stadt und ihrer Ortsteile hänge immer auch ganz wesentlich mit der Gestaltung des öffentlichen Raumes zusammen.

Es gehe um die Frage: Gibt es Plätze, wo man sich gerne aufhält und die vor allem zu Begegnungen einladen? Denn letztlich seien es Begegnungen und ein zugewandtes Miteinander, die Dorf- oder Stadtgemeinschaften ausmachten.

Mit dem Wunsch, „dass Sie diesen atmosphärischen Platz mit viel Leben füllen und hier oft und gerne zusammenkommen mögen“, schloss OB Glatthaar seine Grußworte.

Mit einem gemütlichen Beisammensein, bei jetzt strahlendem Sonnenschein, endete die feierliche Übergabe des neuen Dorfplatzes.