Bad Mergentheim

Forstbetriebsgemeinschaft Hauptversammlung mit Neuwahlen / Feuerwehren auf Waldbrände vorbereitet / Situation am Holzmarkt stellt sich für verschiedene Baumarten sehr unterschiedlich dar

Organisationsstruktur des Forstamtes wird geändert

Bad Mergentheim.Bei der ordentlichen Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Bad Mergentheim gab der Vorsitzende Hans Bruder einem kurzen Rückblick auf das letzte Geschäftsjahr und dem Ausflug nach Wertheim inklusive Waldbegang mit Revierförster Martin Rössler. Kassiererin Ingrid Weiß berichtete über die Finanzen der FBG. Die Gemeinschaft habe momentan 553 Mitglieder mit einem Waldbesitz von etwa 2000 Hektar. Siegfried Emmert, der mit Ludwig Schenk die Kasse geprüft hatte, bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung. Nach der Entlastung der Vereinsorgane standen Neuwahlen unter der Leitung des stellvertretenden Forstamtsleiters Karlheinz Mechler an, der die Wahl leitete. Alle Vorstandsmitglieder (Hans Bruder, Siegfried Emmert, Ludwig Schenk, Reinhold Gerner, Siegfried Bruder, Werner Marquart, Erwin Volkert) wurden durch die Versammlung bestätigt. Da der Organisation des Forstamtes und der Waldbetreuung eine große Änderung bevorsteht, wurde der Vortrag über die aktuelle Forstpolitik von Amtsleiterin Dagmar Wulfes mit Spannung erwartet. Sie berichtete, dass die Weichen für die Zukunft gestellt seien. Ab 1. Januar 2020 werde der Staatswald, der 15 Prozent der Bestände im Main-Tauber-Kreis ausmache, von einer Anstalt des öffentlichen Rechtes betreut und bewirtschaftet. Die restlichen Waldbesitzer wie Kommunen, Kirchen, Hübnerschaften und Privatwaldbesitzer würden weiterhin von der unteren Forstbehörde mit Sitz im Landratsamt betreut und beraten. Die bekannten Förster blieben vor Ort und seien weiterhin der Ansprechpartner für Waldbesitzer, wobei solche mit weniger als 30 Hektar mit einer Förderung rechnen können. Beim Holzverkauf allerdings werde im Bundeswaldgesetz eine Kostendeckung gefordert. Der Holzverkauf werde durch die separat organisierte Holzverkaufsstelle abgewickelt, wobei die Höhe der Kosten noch nicht genannt werden könne.

Durch Trockenheit geschwächt

Als Nächstes berichtete Mechler über die allgemeine Holzmarktsituation, die sich für die verschiedenen Baumarten sehr unterschiedlich darstelle. Fichten seien aufgrund der Trockenheit im Jahr 2018 sehr geschwächt und der Borkenkäfer habe leichtes Spiel. Es gäbe sehr viel Fichtenholz, verursacht durch Käferbefall und verschiede Stürme auf dem Markt, was erheblich auf den Preis drücke. Esche und Buche seien gesucht und man könne sie gut verkaufen. Eiche ist stark nachgefragt und man solle seine Bestände auf erntereife Bäume durchsehen.

Uwe Renk, der Leiter der Holzverkaufsstelle bestätigte die Situation bei den Fichten und ermahnte die Waldbesitzer, sie sollten auf Borkenkäfermerkmale, wie zum Beispiel Bohrmehl oder dürre Nadeln achten. Denn befallene Bäume müssten so schnell wie möglich aus dem Bestand entfernt werden. Bei dem momentanen Überangebot an Fichten aus Polen, Österreich oder Italien mit momentan 100 Millionen Festmetern sei der Preis aber natürlich im Keller und man solle keine gesunden Fichten umsägen. Im Anschluss wurden den Referenten noch spezifische Fragen über Borkenkäfer, Eschentriebsterben und eventuelle zu erwartende Schäden aufgrund der Trockenheit gestellt. Auch kam die Frage auf, wie es im Main-Tauber-Kreis mit der Bekämpfung von Waldbränden aussehe. Der Löffelstelzer Feuerwehrkommandant Bernd Lehle versicherte, dass Waldbrände von den hiesigen Feuerwehren bekämpft werden könnten. pm