Bad Mergentheim

Oberbürgermeister-Wahl am 24. Februar Wie stellen sich die Ratsfraktionen von Freien Wählern, Grünen und SPD zur Kandidatur von Udo Glatthaar?

Parteien rufen dazu auf, wählen zu gehen

Die CDU unterstützt die Wiederwahl von Udo Glatthaar. Aber was sagen die anderen Ratsfraktionen, nachdem nun klar ist, dass es nur diesen einen Kandidaten gibt?

Bad Mergentheim. In 20 Tagen wird in Bad Mergentheim der Oberbürgermeister für die nächsten acht Jahre bestimmt. Die CDU hat bereits Mitte November bekanntgegeben, dass sie ihr Mitglied Udo Glatthaar unterstützt. Unsere Redaktion fragte nun auch Freie Wähler, Grüne und SPD nach ihrer Wahlempfehlung.

„Der CDU-Stadtverband Bad Mergentheim hat nach der Festlegung des Wahltermins und der Bewerbungsfristen für die Wahl des Oberbürgermeisters durch den Gemeinderat in einer gemeinsamen Sitzung von Stadtverbandsvorstand und CDU-Fraktion im Gemeinderat einen Unterstützungsbeschluss für die Bewerbung von Oberbürgermeister Udo Glatthaar für eine zweite Amtszeit gefasst“, berichtete unsere Zeitung am 17. November 2018.

Für die Freien Wähler teilte deren Sprecher Jochen Flasbeck nun mit: „Jede Stadt verdient den OB, den sie hat. . . Herr Glatthaar hat unbestritten nach der letzten OB-Wahl (als Nachfolger von Dr. Lothar Barth) den Gemeinderat und die Verwaltung befriedet.

Die Freien Wähler (FW) sind keine Partei, sondern einfach nur ein Zusammenschluss von Bürgern aus Bad Mergentheim, die den Erhalt und die Fortentwicklung der Stadt im Auge haben.

Viele Mitglieder der FW meinen, dass unser OB den verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung ’zu viel Handlungsspielraum’ überlässt und er zu wenig – insbesondere in die Personalpoltik – eingreift.

Unser OB scheint auch manchmal die finanziellen Möglichkeiten dieser Stadt zu überschätzen. Warnend haben sich diesbezüglich schon mehrfach die FW in den Haushaltsreden geäußert. Dementsprechend tragen nicht alle Freien Wähler die Marschrichtung der Verwaltungsspitze mit.

Nachdem es zur OB-Wahl am 24. Februar nur einen offiziellen Kandidaten gibt, wird dieser wohl bei historisch niedriger Wahlbeteiligung wiedergewählt werden.“

Die Stellungnahme der Grünen-Fraktion zur anstehenden OB-Wahl kommt von Thomas Tuschhoff: „Nachdem sich nur der Amtsinhaber bewirbt, fehlt der Oberbürgermeisterwahl in Bad Mergentheim am 24. Februar ein wenig die sonst übliche Spannung.

Gegen den amtierenden OB scheint sich niemand eine wirkliche Chance auf diese Position auszurechnen.

Andererseits sind wir aber auch froh, dass sich niemand beworben hat, der kein ernsthaftes Interesse an dem Amt hat und diese Wahl nur als Bühne für die Selbstdarstellung nutzen will. Scherzkandidaten bringen Wahlen in Misskredit und sind keine Alternative.

Doch obwohl jetzt schon nahezu sicher ist, dass der alte auch der neue OB sein wird, bitten wir die Wählerinnen und Wähler, unbedingt von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Kommunalpolitik ist entscheidend für die Lebensbedingungen vor Ort. Die OB-Wahl bietet die Chance, ein Stimmungsbild abzugeben.

Nutzen Sie die Kandidatenvorstellung am 15. Februar um 19 Uhr im Kursaal, um Ihre Anliegen einzubringen.“

Für die SPD-Fraktion erklärt Klaus-Dieter Brunotte: „Nach den turbulenten Jahren vor der Wahl Udo Glatthaars zum OB, als zwischen Gemeinderat und Oberbürgermeister mehr übereinander und gegeneinander geredet wurde, hat Herr Glatthaar wieder das bewährte demokratische Prinzip des Miteinander-Redens eingeführt.

Das hat zwar geringeren Unterhaltungswert, aber es hat der Stadt und ihren Einwohnern in erheblichem Maße genützt.

Die Fähigkeit zum Kompromiss gehört zur Demokratie wie das Amen in der Kirche. Über diese Fähigkeit verfügt Herr Glatthaar voll und ganz über alle Parteigrenzen hinweg. Sicher darf darüber nicht vergessen werden, dass man es nicht immer allen Menschen recht machen kann und als Chef in einem Rathaus muss man gelegentlich auch unbequeme Entscheidungen treffen. Dieses Gebiet ist sicherlich noch ausbaufähig!

Zu seinen Pluspunkten zählt seine Bürgernähe, wobei es wichtig ist, dass Zusagen nicht vergessen werden.

Bei einer Reihe strittiger Entscheidungen in den letzten acht Jahren hat der OB die Meinung der SPD-Fraktion geteilt, wie zum Beispiel beim Thema ’Ganztagesschule’.

Da bei der OB-Wahl in diesem Jahr nur ein Kandidat antritt, muss man kein Prophet sein, um richtig vorauszusagen, wer die Wahl gewinnen wird. Es ist trotzdem wichtig, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen, um ein repräsentatives Stimmungsbild zu erhalten.

Wir können uns weitere acht Jahre vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Herrn Glatthaar vorstellen.“

Artur Schmidt ist der einzige FDP-Vertreter im Gemeinderat. Er sagte auf Anfrage, dass er die Kandidatur von OB Udo Glatthaar für weitere acht Jahre begrüßt.