Bad Mergentheim

Sparkassen-Forum Kapitalmarktexpertin und Piano-Referent begeisterten das Publikum in der Wandelhalle

Perfektionismus kann zu echtem Erfolgskiller werden

Bad Mergentheim.Die Sparkasse Tauberfranken bot mit ihrem Sparkassen-Forum die größten Kundenveranstaltung des Jahres in der Wandelhalle in Bad Mergentheim an.

Unter dem Titel „Die Klaviatur des Geldes“ informierte Dr. Gabriele Widmann von der DekaBank kurzweilig und verständlich über die Kapitalmarktentwicklung der nächsten Jahre. Im Showteil begeisterte Martin Klapheck mit seinem preisgekrönten Piano-Referat.

In der Begrüßung führte Peter Vogel, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Tauberfranken, bereits zum Thema Kapitalmarktentwicklung hin: Obwohl die Konjunktur gerade sehr gut laufe, sei die Inflation mit 1,5 Prozent extrem niedrig. Dabei müsste die Inflation und damit auch die Zinsen steigen. Mit der Frage, wie sich der Kapitalmarkt in Zukunft weiterentwickeln werde, übergab er das Wort an Dr. Gabriele Widmann.

Mit dem Vortragstitel „Zinslos glücklich“ sorgte Widmann zunächst für skeptische Blicke in der nahezu voll besetzten Wandelhalle, doch im folgenden Referat zeigte sie auf, dass es auch in der Niedrigzinsphase Möglichkeiten gibt, Kapital gewinnbringend anzulegen. Zwar prognostizierte sie, dass es in den kommenden Jahren an den Kapitalmärkten holpriger werde, also stärkere Schwankungen gebe. Allerdings erwartet sie auch ein weiteres Wachstum der Weltwirtschaft. „Die Weltbevölkerung wächst. Und wo es mehr Leute gibt, gibt es mehr Bedarf und mehr Arbeitsplätze“, begründete sie ihre Theorie.

Die Weltwirtschaft folge einem ganz einfachen Muster. Auf sieben bis zehn Jahre Aufschwung folge ein Jahr Rezession. „Im Schnitt: Wachstum“, so Widmann. Und derzeit gebe es noch keine Anzeichen für eine Rezession, denn die Stimmungsindikatoren in Deutschland und den USA boomten. Auch prognostizierte sie einen langsamen Ausstieg der EZB aus der ultralockeren Geldpolitik. Allerdings erwarte sie die erste Leitzinserhöhung der EZB erst in zwei Jahren.

Für ein glücklicheres Leben

Anhand einer einfachen Rechnung zeigte sie auf, dass Sparen derzeit nichts bringe. Die Rendite liege aktuell bei mageren 0,5 Prozent, wohingegen die Inflation im Schnitt bei 1,5 Prozent liege. „Seit 2010 liegt die Inflationsrate höher als die Zinsen. Man verliert also mit Sicherheit Geld“, sagte sie. Deshalb lohne auch etwas mehr Risiko, sagte sie und warb für Investitionen in Aktien.

Anschließend begeisterte Martin Klapheck die Besucher mit beeindruckenden Soli am Flügel, humorvollen Einlagen und Tipps für ein erfolgreicheres und glücklicheres Leben. Ein echter Erfolgsturbo sei der Satz: „Tu es gleich.“ Wer die ersten Schritte eines Vorhabens innerhalb der nächsten 72 Stunden einleite, habe eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 80 Prozent. Wer nach dem Vortrag von Widmann mit dem Gedanken spiele, in den Kapitalmarkt zu investieren, der solle die ersten Schritte innerhalb der nächsten 72 Stunden einleiten. Dagegen sei Perfektionismus ein echter Erfolgskiller. So gebe es nie den perfekten Zeitpunkt, um etwas zu beginnen. Allerdings sei es besser unperfekt zu beginnen als perfekt zu zögern. Auch sei es wichtig, nicht immer die gleichen Gewohnheiten anzuwenden, sondern auch mal die Vorgehensweise zu variieren.

Wie man mit schwierigen Rahmenbedingungen umgeht, zeigte Klapheck anhand eines Klavierstücks. Während ihm eine zufällig ausgewählte Besucherin eine Hand auf dem Rücken festhielt, spielte er mit der anderen alle vier Funktionen eines Klavierstücks (Bass, Harmonie, Melodie und Verzierungen).

Im Gegensatz zu Perfektionismus sei Humor ein echter Erfolgsfaktor. Wer mehr Humor in sein Leben lasse, werde erfolgreicher sein, prophezeite Klapheck. Meist werde einfach zu wenig gelacht, weil man sich zu oft ärgere. Deshalb sei es wichtig, den Ärger aus seinem Leben zu entfernen. Einige Tipps wie das geht, gab’s auch. So solle man zum Beispiel kurz innehalten und überlegen, wie man in einem Jahr darüber denke oder den Grund für ein Ärgernis einem kleinen Kind erzählen. Wenn das Kind den Ärger nicht verstehe, sei der Ärger unbegründet. Abschließend regte er an, verrückte Dinge zu tun, um mehr Spaß im Leben zu haben.

Die Botschaften von Klapheck griff Peter Vogel in seinen Schlussworten auf. Mit dem Weinpräsent für Klapheck in der Hand sagte Vogel: „Verrückt wäre es jetzt, ich nähme den Wein und gäbe ihnen bloß die Kiste.“ Die Lacher des Publikums hatte er damit auf seiner Seite. spk