Bad Mergentheim

Gemeinderat Erarbeitung eines Konzeptes / „600 000 Euro für Neubau des Johannisstegs sind zu viel“

Radwege-Netz soll verbessert werden

Archivartikel

Die Stadt Bad Mergentheim besitzt ein umfangreiches Radwege-Netz. Es soll in den nächsten Jahren verbessert und ausgebaut werden.

Bad Mergentheim. Die Radwege im Stadtgebiet standen im Zentrum einer Debatte im Gemeinderat. Grundsätzlich gab es Zustimmung für Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen, wobei die genaue Höhe der Ausgaben in den nächsten Jahren noch (Streit-)Thema werden dürften, wie sich am vergangenen Donnerstagabend bereits abzeichnete.

Die Stadtverwaltung teilte dem Gremium mit, dass der Landkreis auf der Gemarkung Bad Mergentheim folgende Radwegeprojekte in Planung hat: den Deckenausbau auf den Strecken Althausen-Lustbronn-Assamstadt sowie Dörtel-Rot und den Neubau des Radweges Markelsheim-Rüsselhausen-Herrenzimmern.

Die Stadt selbst hat unter dem Vorbehalt der Mittelbereitstellung durch den Gemeinderat folgende Maßnahmen auf der To-Do-Liste: 2020: Brücke Johannissteg, Neubau, ca. 600 000 Euro; sowie Radweg Johannissteg bis Tennisheim, Deckenausbau, ca. 150 000 Euro. 2021: Radweg Igersheim-Markelsheim, Verbreiterung, ca. 100 000 Euro; Radweg Althausen-Lustbronn-Assamstadt, Deckenausbau, ca. 300 000 Euro. 2022: Radweg Markelsheim-Apfelbach, Neubau, ca. 500 000 Euro. 2023: Radweg Dörtel-Rot, Deckenausbau, ca. 500 000 Euro; Radweg Althausen-Dainbach, Neubau, ca. 100 000 Euro. 2024: Radweg Dainbach-Unterschüpf, Deckenausbau, ca. 150 000 Euro. 2025: Radweg Markelsheim-Rüsselhausen-Herrenzimmern, Neubau, ca. 300 000 Euro.

Freie Wähler-Stadtrat Jochen Flasbeck monierte den geplanten Neubau des Johannisstegs über die Tauber zwischen dem Skaterplatz und der Albertquelle (Richtung „Solymar“).

„600 000 Euro sind zu viel“, meinte Flasbeck und hinterfragte die Notwendigkeit der baulichen Maßnahme. Widerspruch kam von Hanspeter Fernkorn (CDU), der auf die geringe Breite von nur 1,50 Meter und die zu geringe Geländerhöhe verwies.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar schob später nach, dass ihm und vielen anderen die Erhaltung des Status „5-Sterne-Radweg – Liebliches Taubertal“ ganz wichtig sei. Deshalb seien Verbesserungen an einigen Stellen notwendig.

Rainer Moritz (Grüne) befand für seine Fraktion das Thema insgesamt als gut und die Investitionen als zielführend, auch wenn konkrete Baubeschlüsse an diesem Abend noch nicht fielen. Andreas Lehr (CDU) erklärte mit Hinweis Richtung Flasbeck, dass es keinen Automatismus gebe und Haushaltsmittel Jahr für Jahr für die Projekte bewilligt werden müssten. Den Flasbeck-Antrag, den aktuellen Stand des Radwege-Konzeptes nur zur Kenntnis zu nehmen, lehnte die Ratsmehrheit (CDU, FDP und Grüne) ab.

Einstimmig beschlossen wurde danach ein CDU-Antrag, nachdem das Konzept bis 2020 mit Blick auch auf alle Stadtteile verfeinert, touristische Gesichtspunkte einbezogen und die Ortschaftsräte sowie die Radsportvereine angehört werden sollen.

Thomas Tremmel (CDU) regte noch an, die Radstrecke Bad Mergentheim-Würzburg stärker zu berücksichtigen und Verbesserungen auf eigener Gemarkung anzustreben.