Bad Mergentheim

Gemeinderat Folgen der Forststrukturreform / Noch Klärungsbedarf mit dem Landkreis / Verärgert über zentrale Forstbetriebsstelle in Waldenburg im Hohenlohekreis

Rat vertagt Entscheidung über Beförsterung und Holzverkauf

Archivartikel

Bad Mergentheim.Im April titelte unsere Zeitung: „Stadt stellt einige klare Forderungen an das Kreisforstamt“. Inzwischen gab es Verhandlungen mit dem Landkreis über die künftige Beförsterung und den Holzverkauf des Kommunalwaldes. Mit den Ergebnissen ist der Gemeinderat aber noch nicht zufrieden. Es gebe noch einige offene Fragen. Deshalb vertagte das Gremium eine seitens der Stadtverwaltung vorbereitete Entscheidung.

Zum 1. Januar 2020 wird der öffentliche Forstsektor im Land neu strukturiert. Der forstliche Revierdienst für den Kommunalwald und der Holzverkauf müssen neu geregelt werden. Bad Mergentheim plant das Kreisforstamt und damit das Landratsamt mit den Aufgaben zu betrauen, stellt aber auch Forderungen bezüglich des angepeilten Dienstleistungsvertrages (wir berichteten).

CDU-Stadtrat Hariolf Scherer kritisierte zunächst die Pläne des Landes, den Staatswald in der Region künftig durch eine zentrale Forstbetriebsstelle in Waldenburg im Hohenlohekreis betreuen zu lassen. Bezogen auf den Kommunalwald, also das Eigentum der Stadt Bad Mergentheim, zeigte sich Scherer nicht zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen zwischen der Stadt und dem Landkreis (Kreisforstamt). Die CDU-Fraktion hatte im April zehn Punkte aufgelistet, die ihr bezüglich einer künftigen Beauftragung wichtig wären, und von den anderen Ratsfraktionen Unterstützung erhalten. Der Personaleinsatz, künftige Einflussmöglichkeiten des Gemeinderats und Ansprechpartner vor Ort (bislang nur eine regelmäßige Sprechstunde in Bad Mergentheim zugesagt) waren unter anderem Scherers Kritikpunkte am Donnerstag. Oberbürgermeister Udo Glatthaar ärgerte sich mit über das Vorhaben des Landes in Sachen Staatswald, hielt aber die Angebote des Landkreises zum Kommunalwald für vertretbar.

CDU-Fraktionschef Andreas Lehr wünschte sich in einigen Punkten mehr Klarheit vom Kreis und Jochen Flasbeck (Freie Wähler) plädierte für eine feste Anlaufstelle in der Kurstadt für die privaten Waldbesitzer.

Um weitere konkrete Aussagen des Landkreises zu erhalten, entschied sich das Gremium schließlich mit großer Mehrheit (bei vier Enthaltungen) zur Vertagung seiner Entscheidung, die die Verwaltung eigentlich für diesen Abend vorgesehen hatte.