Bad Mergentheim

Vereinsausflug Motorsportclub Bad Mergentheim flog mit einer Gruppe Reiselustiger nach Südspanien

Reiche Geschichte und malerische Orte

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der Motorsportclub Bad Mergentheim flog mit einer Gruppe von 44 Reiselustigen nach Südspanien.

Nach ungewöhnlich kalten und nassen Wochen dort wartete nun der Frühling mit Wärme am Tag und Regen in der Nacht. Es reihten sich in den folgenden acht Tagen die Besichtigungen vieler bemerkenswerter Orte aneinander, unterbrochen durch angenehmes Kennenlernen von Land und Leuten durch kenntnisreiche Stadtführer, Sherry-Weinprobe, ein Picknick an einem fast menschenleeren Strand des Atlantiks bei sagenhaft schönem Wetter, eine kleine Wanderung zum Kap Trafalgar, köstliches Mittagessen mit ausgewählten Tapas oder in dörflichen Privathäusern, Berichte von fremden Sitten und Gebräuchen, Flamenco-Vorführung. Malaga war die erste der sehenswerten Städte: uralt mit reicher Geschichte von Phöniziern, Römern, Westgoten, Byzantinern und Mauren bis 1492; in moderner Zeit Trennpunkt zwischen Ost- und Westteil der Costa del Sol mit ihren „Bettenburgen“, Geburtsort Picassos. Ronda, eine „weiße Stadt“ auf einem Hügel mit der „Puente nuevo“ von 1789, die spektakulär eine 120 Meter tiefe Schlucht überspannt, ein Ort mit uralter Stierkampf-Tradition und einer berühmten Stierkampfarena mit der weltgrößten Kampffläche. Jerez de la Frontera wurde besucht, ebenso Vejer de la Frontera und Cadiz, mit über 3000 Jahren die älteste Stadt Westeuropas, fast wie auf einer Insel gelegen und durch den Handel mit Südamerika sagenhaft reich.

Hier entstand 1812 die erste, liberalorientierte Verfassung Spaniens. Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, hatte vor Cadiz das Monopol auf den Handel mit Südamerika, bis der Guadalquivir zu stark versandet war. So ist die Stadt reich und prachtvoll gebaut. Ab dem 15. Jahrhundert entstand die Kathedrale, die größte gotische Kirche, auf dem Platz einer Moschee, von der das Minarett als Glockenturm „Giralda“ erhalten ist. In der Kirche der Sarkophag Christoph Columbus’.

Der Baustil im königlichen Palast „Real Alcázar“ täuscht, nicht Araber errichteten ihn, sondern der christliche Fürst Peter der Grausame, der sie durch maurische Handwerker im schönsten Mudéjarstil bauen ließ.

Córdoba war mit etwa 500 Moscheen einst das Mekka des Abendlandes. Nur eine ist mit ihrem Säulenwald und prächtiger Gebetsnische erhalten, die Mezquita, in deren Mitte eine Kathedrale gebaut wurde.

Medina Azahara, einst prachtvoller Regierungssitz des selbst ernannten Kalifen, ist nur noch Ruinenstadt. Granáda liegt 700 Meter hoch unter den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada. Hier fanden viele Moslems noch Zuflucht, nachdem das übrige Spanien wieder christlich geworden war. Denn es blieb durch einen Vertrag muslimisches Königreich, eine Insel der Zivilisation im finsteren Europa des Mittelalters, bis die siegreichen Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón es 1492 übernahmen.

Mit dem Gang durch die Altstadt, der Besichtigung der Renaissance-Kathedrale, begann der anstrengendste Tag der Reise. An Aussichtspunkten konnte man schon einen Blick zum Hügel Sacramonte mit seinen Höhlenwohnungen und zur Alhambra werfen. In diesem herrlichen Königspalast der nasridischen Herrscher waren zunächst die Gärten mit Terrassen und Aquädukt zu bestaunen. Danach die Innenhöfe und die Säle mit unglaublich prachtvollen Decken und Wänden.