Bad Mergentheim

Krönungsabend in Markelsheim Zum ersten Mal wurde die Krone der Weinkönigin direkt von Schwester zu Schwester weitergegeben

Royale Besonderheit zum Jubiläum

Archivartikel

Zum Dreifach-Weinjubiläum wartet Markelsheim mit einer royalen Besonderheit auf: Zum ersten Mal wurde die Krone der Weinkönigin direkt von Schwester zu Schwester weitergegeben.

Markelsheim. 60. Weinfest, 60 Jahre Rebumlegung, 120 Jahre Genossenschaft: Gefeiert werden kann im Wein- und Erholungsort Markelsheim dieses Jahr ganz groß. Entsprechend gut besucht, mit viel örtlicher Prominenz und gekrönten Damen aus dem Taubertal und aus Hohenlohe versehen war denn auch die Krönungsfeier im WG-Probiersaal am Donnerstag.

Jürgen Stilling, Vorsitzender des einladenden Weinbauvereins, freute sich über diese große Demonstration der Verbundenheit zur Weinkönigin und den Weingärtnern. Sein Dank ging an die scheidende Regentin Ann-Kathrin Schmitt, die Markelsheim mit viel Charme repräsentiert habe. Er bezeichnete das Treffen mit der Deutschen Weinkönigin am vergangenen Wochenende als Glanzlicht ihrer Amtszeit „neben vielen weiteren tollen Momenten“. Und dass die Krone direkt von einer Schwester an die andere weitergegeben wird, sei bisher einmalig.

Ann-Kathrin stellte mit einem Silvaner und einem Schwarzriesling Weißherbst zwei ortstypische Weine vor, verbunden mit einer Hommage an ihre Heimat als wachsendes Dorf mit guter Infrastruktur.

Glücksbringerin für die Lese

Ortsvorsteherin Claudia Kemmer erinnerte sich an viele Auftritte der sympathischen, attraktiven Medizinstudentin, die ihr Amt mit viel Charme ausgeübt habe und stets sicher und wortgewandt aufgetreten sei: „Als Tochter eines Vollblut-Weingärtners weiß sie, wovon sie spricht.“ Darüber hinaus sei sie zur Glücksbringerin für die Lese 2017 geworden, die trotz großer Frostschäden noch glimpflich verlief. Ein Kompliment machte sie der angehenden Ärztin auch dafür, dass sie den Spagat zwischen Königinnen-Pflichten und Studium so gut gemeistert hat. Alle guten Eigenschaften der Vorgängerin träfen genauso auf die nachfolgende jüngere Schwester Constanze zu. Auch diese sei „blitzgescheit und hübsch“, studiere ebenfalls Medizin, sei engagiert beim Roten Kreuz und begeistere sich für den Wein. Auch sie werde mit Wissen und Charme überzeugen können. Die Eltern, Andrea und Michael Schmitt, seien gute Vorbilder für ihre Töchter „auf die ihr stolz sein könnt.“

Sie freue sich auf das kommende Weinfest, so die Ortsvorsteherin, die allen Vereinen und Gruppen Dank sagte für ihre Gestaltung des Jubiläumsfestzugs unter dem Motto „Weinheimat Markelsheim“.

In Markelsheim werde das zelebriert, was sich Bad Mergentheim auf die Fahnen geschrieben habe: Lebensfreude – so Oberbürgermeister Udo Glatthaar, der die gute Zusammenarbeit zwischen Weingärtnern und Stadt betonte. Die Weinköniginnen seien ebenso ein wichtiges Kulturgut wie der Wein. Es sei wunderbar, dass der Weinbauverein immer wieder Kandidatinnen „für eine unserer schönsten Traditionen“ finde. Die Arbeit der Weingärtner sei aller Ehren wert, ihr Produkt mit ein Thema bei der Bewerbung für die Landesgartenschau. „Du hast das super gemacht“, gratulierte er Ann-Kathrin und war sich sicher, „dass Constanze ihre eigenen, aber vergleichbare Akzente setzen wird.“

In einer kurzweiligen Präsentation blickte Ann-Kathrin auf ihr Weinköniginnen-Jahr zurück, bei der sie allen dankte, die sie unterstützten. Mit ihrer Wahl 2017 sei ein Kindheitstraum wahr geworden. Ihre Krone gebe sie mit zwei lachenden Augen weiter, „denn ich kann die allerklügste, liebenswerteste und schönste Nachfolgerin präsentieren.“ Eine Aussage, die wiederum ein, zwei Tränen der Rührung bei Constanze hervorbrachten.

Feste, Messen, Begegnungen mit vielen interessanten Menschen, aber auch erfüllende Besuche in Seniorenheimen ließ Ann-Kathrin Revue passieren. Respekt vor dem Alter wie für die Arbeit der Pflegekräfte habe sie hier gewonnen. Ebenso würdigte sie die Arbeit der Winzer und stellte fest, dass sie im vergangenen Jahr ihrer Heimat noch verbundener geworden sei.

„Es war einmal ein Winzer, der hatte zwei Töchter…“ begann Constanze Schmitt die Antrittsrede für das für sie märchenhafte Amt, nachdem ihr ihre Schwester die Krone aufgesetzt hatte. Diese sei ihr Vorbild als ausgezeichnete Vorgängerin, auf deren Unterstützung sie zählen könne. Den Gästen der Krönungsfeier präsentierte sie als dritte Probe ihren Königinnen-Wein, eine mit fünf Punkten prämierte Schwarzriesling-Auslese, die mit internationaler Konkurrenz mithalten könne.

Die Gastköniginnen und -prinzessinnen übergaben nach der Gratulationscour für die neue Regentin Abschieds- und Einstandsgeschenke an die beiden Schwestern, bevor Jürgen Stilling das Weinfest-Programm vorstellte. Für die Musik sorgte ein Bläserquintett der Jugendmusikschule, geleitet von Hubert Holzner. Mit einem kleinen Überraschungs-Feuerwerk vor den Fenstern des Probiersaals und dem gemeinsam gesungenen Markelsheimer Lied klang der festliche Krönungsabend aus.