Bad Mergentheim

Leserbrief Bemängelt die zu knappe Besetzung der Postschalter

Sehnsucht nach der "Christel von der Post"

Die Post hat ihren "Christel von der Post"-Charme verloren, nein, sie tritt ihn sogar mit Füßen. Wohl gemerkt, ich spreche hier nicht von denen, die die Post ausliefern. Die halten, so wie ich sie erlebe, die Postfahne hoch.

Aber wie anders sollte man das Verhalten in der Poststelle in der Bad Mergentheimer Poststraße verstehen? Zwei Postbedienstete stehen hinter der für fünf Bedienstete ausgelegten Theke und versuchen täglich mit einem Lächeln der Verzweiflung, die sich bis in den Vorraum stauende Schlange zu bewältigen.

Ziehen Sie sich warm an, wenn Sie ihr Weihnachtspäckchen abgeben wollen, denn vielleicht stehen Sie ja bis auf die Straße. Unpersönlicher kann man die Schmeichelwerbung der Post nicht auslegen...

Da kann auch der lustige Spruch eines wartenden Ur-Sachsen in der Schlange nicht aufheitern: "Waaas wollense denn, das hatten wir früher im Osten beim 'Gonsum' un bei der 'Hoooo' auch!". Gut, da kann ich es ja noch nachvollziehen, aber hier beim besten Willen nicht.

Karten, Briefe oder Päckchen verschicken ist ja nicht gerade billig und das Größte: Wenn Sie wollen, dass das Päckchen auch sicher ankommt, zahlen Sie noch extra! Hallo, das wäre so, als wenn Sie beim Ölwechsel ihres Autos gefragt würden: "Wenn Sie wollen, das ich die Ablassschraube wieder rein drehe, kostet das extra!" Na ja, das wird wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen, irgendwo müssen ja die Nachlässe bei den Neuwagen wieder rein kommen. Aber wir schweifen ab...

Warum die Prioritäten der Post woanders liegen und nicht bei ihren Schalterkunden will ich hier nicht vertiefen, der Post aber einen Vorschlag zur Güte machen: Verlegen Sie Ihre Paketabholung - also für die, die nicht zu Hause erreichbar waren - zur Poststelle Herrenwiesen.

Der Abholer könnte besser parken. Sie müssten nicht die Poststraße anfahren und Ihr Kunde käme sich nicht so "minderwertig" vor, weil er als "Besteller, aber Nicht-zu-Hause-Kunde" anstehen muss. Die Monopolisierung im Dienstleistungsgewerbe bröckelt schließlich immer mehr.

Irgendwann wird der Satz: "Hallo, was kann ich für Sie tun?" wieder Kult und zum Renner. Tante Emma lässt grüßen !

Ich werde es wahrscheinlich nicht mehr erleben, die Auferstehung dieses Satzes und die Folgen daraus, aber ich weiß noch, wie er klang: Einfach, ehrlich und schön.

PS. Wenn Sie es tröstet: Postkunden in Lauda , Königshofen und Tauberbischofsheim beklagen dieselben Missstände. Also ran, wehren Sie sich!