Bad Mergentheim

Laurentiuskirche Neunkirchen Fotografien von Barbara Schnirch zu sehen / „Land Art“-Plastiken geschaffen und dokumentiert

Sehnsucht zwischen Himmel und Erde

Archivartikel

Neunkirchen.Zur Abendstunde klangen am Freitag bezaubernde Harfentöne durch die Laurentiuskirche in Neunkirchen. Die evangelische Kirchengemeinde mit Pfarrer Bernd Rampmeier hatte zur Eröffnung der Ausstellung „Himmel & Erde“ auf die Empore der Kirche eingeladen.

Rampmeier verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, dass dies seit den aufwendigen Renovierungsarbeiten schon die vierte Kunstausstellung in der Laurentiuskirche sei, die leider viel zu wenig bekannt sei. Er betonte, dass die Schöpfung schon immer Ort und Gegenstand der Kunst und der Mensch schon immer als Künstler aktiv gewesen sei, und er dankte Barbara Schnirch für die Konzeption der Ausstellung und ihre Bereitschaft, ihre Werke in der Kirche zu präsentieren.

Zwei Musikerinnen der Jugendmusikschule, Alina Brand und Luise-Esther Bill, umrahmten betreut von ihrer Lehrerin Annette Darringer mit keltischen Tanzmelodien das Programm. Die Musik stand harmonisch mit den Fotografien im Einklang, da sie die ruhige und mystische Stimmung der Bilder widerspiegelte.

Mit nachdenklichen Überlegungen eröffnete Barbara Schnirch den Gästen einen tiefergehenden Blick auf ihre Werke. Obwohl die meisten Aufnahmen im Urlaub entstanden seien, handle es nicht um Urlaubsfotos. Sie habe versucht, flüchtige und fast mystische Momente an „Sehnsuchtsorten“ festzuhalten, daher auch der Untertitel der Ausstellung „Photographische Impressionen“, Eindrücke, die durch die Kamera der Vergänglichkeit entrissen werden. Da sie sich schon seit langem mit „Land Art“ beschäftige, habe sie angeschwemmtes Treibholz vor Ort ohne Werkzeug zu Plastiken gestaltet und Steine zu kleinen Pyramiden aufgeschichtet, die den Bildern eine weitere Dimension verleihen.

Eine Reihe von fotografischen Impressionen zeigen farbintensive Sonnenuntergänge über Althausen, in denen Himmel und Erde verschmelzen.

Die Idee zu dieser Ausstellung sei ihr aufgrund des Weltgebetstages aus dem Jahr 2018 gekommen, bei dem Frauen aus Surinam den Spruch „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ ausgewählt hatten. Dieses Motto faszinierte und beeindruckte Barbara Schnirch dahingehend, dass sie es in den Mittelpunkt ihrer Ausstellung stellte, um auch andere an dieser Erkenntnis teilhaben zu lassen mit der Mahnung, achtsam mit der Schöpfung umzugehen.

Die Künstlerin forderte die Gäste auf, als Symbol und Erinnerung einen der ausgelegten kleinen Steine oder eins der Treibholzstücke mitzunehmen.

Ortsvorsteher Josef Wülk brachte zum Ausdruck, dass Barbara Schnirch alle Zuhörer mit ihren Ausführungen und Impressionen in ihren Bann gezogen habe, sodass sich die ruhige und fast meditative Stimmung der Werke, vor allem auch unter dem Eindruck der Harfenmusik, auf die Gäste übertragen habe.

Wülk begrüßte sehr, dass in dieser schönen und kunsthistorisch bedeutenden Kirche solche Aktivitäten stattfinden und er hoffe auf viele weitere. mga