Bad Mergentheim

Wachbacher Schützen Mit Pfeil und Bogen auf der Erfolgsspur / Körper, Geist und Sportgerät im Einklang / Schnuppertraining jederzeit möglich

Steffen Bader wird Landes-Vizemeister

Archivartikel

Der Faszination des Bogenschießens kann man sich nicht entziehen. Konzentration, Präzision, Spannung und Ruhe zugleich – mit diesem Konzept sammeln Wachbacher derzeit Erfolge.

Wachbach. Mit ihren Visiereinrichtungen und auffälligen, langen Stabilisatoren zählt das „Olympische Bogenschießen“ zu den bekanntesten Disziplinen des Bogensports. Mittlerweile hat sich in der Breite aber eine Vielzahl verschiedener Ausprägungen entwickelt: Traditionelles Bogenschießen – oft auf 3D-Tierattrappen – ganz ohne Visier, das Feldbogenschießen in einem Geländeparcours oder das Blankbogenschießen draußen und drinnen – auf Zielscheiben in verschiedenen Distanzen.

Schon seit 20 Jahren

Letzteres findet unter dem Dach des Schützenvereins Wachbach statt. Mehrere Schützenvereine in der Region bieten das Bogenschießen als Alternative und/oder Ergänzung zum normalen Schießsport mit Gewehren und Pistolen an.

In Wachbach gibt es das Bogenschießen schon seit rund 20 Jahren. Erst seit drei Jahren aktiv ist dort der in Hollenbach wohnhafte Steffen Bader – jetzt holte er sich die auf den „Württembergischen“ in Ditzingen in der Kategorie „Blankbogen Herren“ den zweiten Platz. Mit etwas Glück ist damit vielleicht noch die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaften drin. Die Nominierungen werden erst Mitte Februar bekannt gegeben.

„Da muss man schon trainieren“, sagt Bader bescheiden. Dreimal die Woche, hundert Pfeile pro Trainingseinheit, das Aufwärmen nicht mitgerechnet. In der Winterzeit findet das Training in der Sporthalle der Ottmar-Schönhuth-Schule statt. „Indoor“ also treffen sich sowohl Freizeit-, als auch Leistungssportler und versuchen ihre Pfeile möglichst zentrumsnah auf den Zielscheiben zu platzieren.

Die Schützen verweisen auf stabile Teilnehmerzahlen, wer als Interessierter schnuppern will, ist aber jederzeit willkommen.

Auch bei den lokalen und regionalen Wettbewerben und Turnieren im Schützenbezirk Hohenlohe nehmen viele Wachbacher teil – in den vergangenen zwei Jahren konnten bereits recht gute Platzierungen erreicht werden. Drei Schützen nahmen jetzt an der Landesmeisterschaft in Ditzingen teil. Auch bei der erstmaligen Teilnahme an der Bezirksoberliga (mit Edith Ehrmann, Frank Wiener, Falk Göbel und Steffen Bader) belegte der SV Wachbach den dritten Platz mit dem Blankbogen – die Sportwaffe wird ohne Zielvorrichtung und größere stabilisierende Gewichte geschossen. Auf Platz eins und zwei landeten Mannschaften mit entsprechend olympisch hochgerüsteten Bögen.

Weitere erfolgreiche SVW-Schützen sind Bianca Bauer, Daniela Ehrmann und Jürgen Wehrhahn.

Ruhiger Ablauf

„Blankbogenschießen erfordert Konzentration auf einen ruhigen, strukturierten Ablauf“, erklären Bader und seine Mitschützen. Der Pfeil wird aufgelegt, „genockt“, die Sehne ausgezogen und „geankert“. Ein paar Sekunden noch, dann schnellt der Pfeil mit einem leisen Schwirren auf sein Ziel zu. Ein dumpfes „Tock“ signalisiert dem Schützen den Treffer. Das Schussbild beim „Pfeilziehen“ zeigt, wo in der nächsten Runde noch korrigiert werden muss. Wiederholungen mit ganz feinen Nachjustierungen sind die Grundkonstante. Die Schützen versuchen, das durchaus bewegliche, mikro-fragile System aus Körper, Geist und Sportgerät in Einklang zu bringen.

Gegründet wurde der Bereich Bogenschießen im Wachbacher Schützenverein 1999 durch Konrad Stauber und Christoph Ruck. Im Winter kann drinnen, im Sommer drüben, bzw. draußen am Schützenhaus über Entfernungen von 18 Meter bzw. 40 Meter geschossen werden. Vor Meisterschaften und Turnieren gibt es zusätzliche Trainingsmöglichkeiten- und -zeiten. Regelmäßig kommen die Sportler immer samstags ab 16 Uhr zusammen. Speziell für Wettkämpfe wird dienstags und donnerstags ab 15.30 Uhr trainiert.

Angesprochen fühlen können sich Kinder ab acht Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Man kann einfach zu den Trainingszeiten vorbeischauen.