Bad Mergentheim

Leserbrief Kritik zum Ausbau der Holzapfelgasse

Tempo in die Bauarbeiten bringen

Sehr geehrte Damen und Herren, was Berlin kann, kann Bad Mergentheim schon lange!

Hier wird es am Ende zwar kein hochkomplexer Großflughafen, sondern nur ein paar neue Versorgungsleitungen und ein neuer Straßenbelag in einer kleinen Gasse unserer Stadt.

Aber es zieht sich!

Wer durch die Holzapfelgasse geht, sieht von Tag zu Tag einen kaum wahrnehmbaren Baufortschritt. So ist es seit August nicht gelungen, wenigstens in der vorderen Hälfte der Holzapfelgasse die neuen Leitungen zu verlegen – eine Tatsache, die uns Anwohner zunehmend nervt.

Im August 2019 sollten die Arbeiten fertig sein, nach einem langen Jahr! Das schien uns am Anfang lange. Inzwischen wären wir darüber froh, zeigt doch der Baufortschritt, dass nach gut sechs Monaten noch nicht einmal ein Viertel der Arbeiten geschafft ist. Man sei acht bis neun Wochen hinterher, so hört man, und unter der Hand ist nun die Rede von der Fertigstellung zu Weihnachten 2019.

Wir haben ja grundsätzlich Verständnis dafür, dass es sein muss, die Versorgungsleitungen zu erneuern, und ja, wir verstehen, dass diese Arbeiten in einer engen Gasse nicht trivial sind. Wir haben Verständnis dafür, dass das nicht ohne Lärm und Dreck abgeht. Wir haben akzeptiert, dass die Gasse so umgebaut wird, dass wir hinterher nicht mehr dort werden parken können.

Aber wir verstehen nicht die gelassene Entspanntheit, mit der die nur wenigen Arbeiter zu Werke gehen, das beständige nur meterweise Auf- und Zugraben der Gasse. Wir sind auch immer weniger bereit zu akzeptieren, Dreck in unsere Häuser tragen zu müssen, unsere Einkäufe und unseren Müll durch einen Parcours aus aufgerissenen Löchern und aufgehäuften Dreckhügeln zu schleppen und uns auch noch anschnauzen lassen zu müssen, wenn man sein Auto zum Be- und Entladen mal fünf oder zehn Minuten im hinteren Teil der Holzapfelgasse abstellen muss. Wir akzeptieren auch nicht den Hinweis auf witterungsbedingte Behinderungen der Arbeiten, wir haben hier weder Dauerfrost noch meterhohen Schnee.

In China baut man in einem Jahr so an die 1000 Kilometer Schnellbahntrasse – wir hier wären schon froh, wenn es gelänge, in der gleichen Zeit 800 Meter einer Gasse zu erneuern. Es wird dringend Zeit, dass die Stadt ihrer Pflicht als Auftraggeber nachkommt und mal frischen Wind und ein wenig Tempo in die Arbeiten bringt.