Bad Mergentheim

Neujahrsschießen Deutschorden-Compagnie und Schützen-Corps präsentieren sich auf dem Marktplatz / Reden von Oberbürgermeister und Hauptmännern

Trotz Regen fliegen die Funken

Archivartikel

Beim Neujahrsschießen der Historischen Deutschorden-Compagnie und des Historischen Schützen-Corps gab es wieder viel zu sehen und zu hören.

Bad Mergentheim. Unter dem Klang von Fanfaren, Hörnen und Trommeln zogen gestern wieder das Historische Schützencorps und die Historische Deutschordens-Compagnie zum Neujahrsschießen auf den Bad Mergentheimer Marktplatz. Dort hatte sich bei Nieselregen und kalten Temperaturen bereits eine große Schar von Zuschauern versammelt.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar begrüßte die Wehren und hielt dann seine Neujahrsansprache. Glatthaar erinnerte daran, dass die Einwohner der Kurstadt angesichts von Krieg und Gewalt in vielen Teilen der Welt froh sein könnten, an einem „Ort des Friedens und des Wohlstands“ zu leben. Der OB ging auch auf den Deutschen Orden ein, der vor 800 Jahren die Herrschaft in Bad Mergentheim übernommen hatte. Mit dem Orden sei einerseits die Fürsorge für Kranke verbunden, andererseits aber auch die Kreuzzüge und die Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten. Durch historische Bausubstanz präge der Orden die Kurstadt noch heute. Für 2019 stünden verschiedene Projekte der Stadtentwicklung an, etwa die Sanierung von Schulen. Diese Projekte sollen dazu beitragen, dass Bad Mergentheim für Bürger attraktiv bleibt und so seine Einwohnerzahl und Infrastruktur erhalten kann. Der OB rief die Zuhörer auch dazu auf, sich an den 2019 anstehenden Wahlen zu beteiligen.

Tradition erhalten

Nach Glatthaar sprach der Hauptmann des historischen Schützen-Corps, Andreas Schweizer. Er erinnerte an die seit 40 Jahren bestehende Tradition des Neujahrsschießens und stellte die Frage, ob es auch in 40 Jahren noch veranstaltet werden würde. Damit solche Traditionen erhalten blieben, sei ehrenamtliches Engagement notwendig. Er warnte davor, „die Hände in den Schoß zu legen“.

Andreas Lehr, Hauptmann der Historischen Deutschorden-Compagnie ging wie Glatthaar auf die seit 800 Jahren bestehende Verbindung zum Deutschen Orden ein. Zu diesem Jubiläum werde es in der Stadt viele Veranstaltungen geben. Lehr rief dazu auf, anderen mehr zuzuhören, „denn nur wer gehört und ernst genommen wird, kann sich auch in einer Gemeinschaft verstanden fühlen“.

Im Anschluss an die Reden spielten die Musiker der beiden historischen Vereinigungen kurze Stücke, bevor es ans Schießen ging. Unter zackigen Kommandos luden zuerst die grün gewandeten Mitglieder des Schützen-Corps ihre Gewehre und gaben eine Salve ab. Dann folgten die weiß-blau gekleideten Schützen. Wie Lehr anmerkte, gibt es bei Feuchtigkeit manchmal Probleme mit den alten Gewehren, aber alles klappte. Mit lautem Knallen und vielen Funken stießen die Mündungsfeuer gen Himmel.

Danach entließ Glatthaar die beiden Wehren. Den Ausklang der Veranstaltung bildete ein Empfang im Alten Rathaus.