Bad Mergentheim

Diabetes-Akademie Nikolausseminar mit 180 Teilnehmern / Vorträge und Workshops

Viele Diäten sind laut Fachleuten ungeeignet

Bad Mergentheim.Über 4000 Teilnehmer sind 2017 zu den Seminaren und Tagungen an der Diabetes-Akademie gekommen. „Dies ist eine stattliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass es heute viele Fortbildungsmöglichkeiten über die Medien und insbesondere das Internet gibt“, sagte der Vorsitzende der Akademie Prof. Thomas Haak bei der Jahresabschlussveranstaltung.

Digitalisierung und Datenmanagement war eines der Hauptthemen der Nikolaustagung, zu der etwa 180 Teilnehmer gekommen waren. Mittlerweile verwenden vielen Patienten kontinuierliche Glukosemesssysteme. Diese garantieren eine Vielzahl von Daten. Dr. Dominik Ehrmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut Fidam erläuterte, wie man mit der Datenmenge umgeht.

Entscheidend sei, dass man nach Mustern suche. So könnten unerwünschte Blutzuckerverläufe erkannt und korrigiert werden. Ein Schulungsprogramm für die Messsysteme gibt es an der Diabetes-Akademie.

Über Gefahren einer einseitigen Ernährung durch falsche Diäten sprach die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Astrid Tombek vom Diabetes-Zentrum. „Wir können schon darauf warten, dass Anfang Januar wieder viele Diätvorschläge in der Boulevardpresse auftauchen werden“, mutmaßte Tombek.

Kein dauerhafter Erfolg

Diese Vorschläge versprächen drastische Gewichtsreduktionen in wenigen Tagen, brächten aber keinen dauerhaften Erfolg. Tombek empfahl bei Übergewicht dagegen die „20:80-Regel“: 20 Prozent des Gewohnten ändern, 80 Prozent des Gewohnten beibehalten. Manchmal sei einfaches Kalorienzählen schon ausreichend.

Aus Heidelberg war Privatdozent Dr. Erhard Siegel gekommen. Er ist Spezialist auf dem Gebiet der Betreuung von Menschen mit Diabetes im Krankenhaus.

Schlecht eingestellte Diabetiker hätten ein sehr viel höheres Risiko, länger im Krankenhaus bleiben zu müssen und Komplikationen zu bekommen als gut eingestellte Menschen.

Ein hoher Blutzucker führt zur Austrocknung des Körpers und damit zu einer erhöhten Neigung zu Thrombosen und Lungenembolien im Rahmen operativer Eingriffe. Auch ist die Gefahr von Krankenhausinfektionen bei schlecht eingestellten Menschen höher. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft vergebe für Kliniken, die sich mit der Betreuung von Menschen mit Diabetes gut auskennen, Gütesiegel. Auf www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de könne man gezielt danach suchen.

Am Nachmittag frischten die Teilnehmer ihr Wissen in Workshops auf. Dabei ging es auch um das Thema Diabetes und Partnerschaft, das von Olga Herb vom Diabetes-Zentrum aufgearbeitet wurde. TJH