Bad Mergentheim

Literatur im Schloss Ursula Krechel liest am 27. März

Vielfach geehrt und gefeiert

Archivartikel

Bad Mergentheim.In der Reihe „Literatur im Schloss“ kommt Ursula Krechel am 27. März um 19.30 Uhr in Bad Mergentheimer Deutschordensschloss. Krechel liest aus „Geisterbahn“.

Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen dieses Romans, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie, vielfach ausgezeichnet und gefeiert, mit „Shanghai fern von wo“ und „Landgericht“ begonnen hat.

„Geisterbahn“ erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren.

Sprachliche Eleganz

Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus purem Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.

Mit großer Kunstfertigkeit und sprachlicher Eleganz erzählt die 1947 in Trier geborene Ursula Krechel davon, wie sich Geschichte in den Brüchen und Verheerungen spiegelt, die den Lebensgeschichten einzelner eingeschrieben sind. Auf einzigartige Weise schafft sie eine atmosphärische Dichte, in der vermeintlich Vergangenes auf bewegende und bedrängende Weise gegenwärtig wird.

Die Veranstaltung findet in In Kooperation mit der Buchhandlung Moritz und Lux statt. Kurator der reihe ist der Literaturkritiker Ulrich Rüdenauer.