Bad Mergentheim

Vortrag Historiker Hartwig Behr zeichnet das Leben des früheren NSDAP-Kreisleiters Seiz nach

Vom Zeichenlehrer zum Wortführer

Bad Mergentheim.Der Weg des Mergentheimer Zeichenlehrers Reinhold Seiz vom künstlerisch begabten und in der Gemeinde angesehenen Beamten zum "Führer" im Kreis Mergentheim wie auch sein Fall und der seiner Familie im Jahre 1945 ist Thema eines Vortrags am Donnerstag, 16. November, um 19.30 Uhr im Deutschordensmuseum.

Nicht nur in der Zeit vor 1933 und in der Nachkriegszeit gab es konträre Urteile über den spätberufenen Nationalsozialisten. Auch heute gibt es noch unterschiedliche Meinungen über den Kreisleiter Seiz.

Brutale Mittel

Für einige wurde er der Verbalrabauke, der mit hinterhältigen und brutalen Mitteln seine Macht oder die Anordnungen der Partei durchsetzte, für andere war er der beste Kreisleiter in Württemberg, weil er die Bürger schonend behandelte oder manchen gar half, Misshelligkeiten zu vermeiden. Der Historiker Hartwig Behr, dem in diesem Jahr die Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen wurde, hat sich über 30 Jahre mit der Geschichte des Nationalsozialismus im Altkreis Mergentheim beschäftigt und stieß immer wieder auf die Aktivitäten von Reinhold Seiz. Insbesondere aufgrund von dessen Personalakte und den Spruchkammerakten versucht er, ein Bild zu skizzieren, wie der Zeichenlehrer zum ersten Mann der Region aufstieg, und zu zeigen, welche Folgen die militärische Niederlage des Deutschen Reichs und der Zusammenbruch des politischen Systems für Seiz und seine Familie hatte. dom