Bad Mergentheim

Taubertal-Festival Polizei zeigt mit Großaufgebot Präsenz / 30 Beamte im Einsatz / Acht Anzeigen wegen Besitz von Betäubungsmitteln / 405 Personen kontrolliert

Vor der Fete geht's erst mal zur Kontrolle

Bei einer Kontrollaktion vor Beginn des Taubertal-Festivals wurden 30 Beamte, darunter zwei Hundeführer und zwei Beamte der Fahndung, eingesetzt. Gesucht wurden Rauschgiftmittel jeglicher Art.

Schwarzenbronn. Es ist Donnerstag, die große Anreisewelle auf das Taubertal-Festival ist in vollem Gang. Und mit ihr auch die angekündigte Großkontrolle der Polizei. Der perfekte Standort für diese Kontrolle liegt bei Creglingen-Schwarzenbronn, um genauer zu sein, auf der Landstraße 1020 an der Kreuzung mit der Kreisstraße 2869. Dort kommt nämlich jeder vorbei, der aufs Festival will. Egal ob aus Norden oder Süden kommend, erläutert der Leiter des Polizeireviers Bad Mergentheim, Erster Polizei-Hauptkommissar (EPHK) Albrecht Kucher.

Das Hauptziel des Einsatzes ist es, die Verkehrstüchtigkeit der Fahrer zu prüfen und den Transport von Betäubungsmitteln, wie Marihuana, Kokain, Ecstasy, Crystal Meth und "Pillen" einzudämmen, so Kucher. Dafür federführend zuständig ist das Polizeirevier Bad Mergentheim unter der Leitung von Albrecht Kucher. Insgesamt sind an diesem Donnerstag 30 Beamte, darunter zwei Hundeführer, zwei Rauschgiftspürhunde und zwei Beamte der Fahndung, sowie Polizisten aus den elf Revieren des Polizeipräsidiums Heilbronn im Einsatz.

Bereits am Mittwoch standen die Beamten zur frühen Morgenstunde für Kontrollen des Anreiseverkehrs vor Ort. Mit Erfolg: "Es wurden bereits Betäubungsmittel gefunden, unter anderem 40 Gramm Marihuana", so der Leiter der Aktion.

Bei der ersten Kontaktaufnahme galt es mit Hilfe der geschulten Augen der Beamten, innerhalb von Sekunden die Insassen des PKW auf mögliche Anzeichen, die auf den Besitz oder Konsum von Drogen hinweisen, zu prüfen. Dann heißt es: "Bitte vorne rechts ranfahren" oder "eine gute Weiterfahrt". Die Besucher, bei denen ein Verdacht besteht, werden schon von den anderen Beamten erwartet.

Üblich sind medizinische Vorprüfungen - etwa muss mit den Augen ein Stift verfolgt werden. Flackern die Augen, könnte das ein Indiz für Drogenkonsum sein, denn "Augen lügen nicht", so Joachim Gehring, Verkehrsgruppenleiter Weinsberg. Aber auch ein Urintest ist denkbar. Es komme immer darauf an, wie stark sich der Verdacht erhärte und ob der Kontrollierte kooperiere. Denn alle Vorprüfungen seien auf freiwilliger Basis, so Gehring. "Spielen Probanden das Spiel nicht mit, ist es natürlich zeitaufwendiger, doch so ein richterlicher Beschluss zur Blutabnahme kann schnell herangeschafft werden", erklärt Gehring.

Volltreffer

Ein silberner PKW wird angehalten. Bereits bei der Aufnahme wirken Fahrerin und Beifahrerin ersichtlich nervös. Die Insassen müssen das Auto verlassen, und die ersten Polizisten beginnen mit der Durchsuchung des Innenraums. Volltreffer. Kokain wird entdeckt. Ein Gläschen mit rund zwei Gramm, wie sich später herausstellt. Beide Insassen bezeugen, sie stünden nicht unter Drogeneinfluss - was die nachfolgenden Untersuchungen bestätigen. Auch der Rauschgiftspürhund findet keine weiteren Drogen. Dennoch wird Strafanzeige wegen Besitzes illegaler Drogen erstattet.

Gefühl der Sicherheit

Auch der 23-jährige Robin aus Hamburg möchte auf das Festivalgelände und wird von den Beamten zur Kontrolle angehalten. Bei Robin wird nichts gefunden, und er steht auch nicht unter dem Einfluss illegaler Substanzen. "Solche Polizeikontrollen sind in meinen Augen notwendig und wichtig. Nicht nur in Bezug auf Drogen, sondern auch, um uns Festivalbesuchern ein Gefühl von Sicherheit zu geben in Bezug auf Terror," meint Robin.

Zwischen 11 und 16.35 Uhr werden bei dem Großeinsatz etwa 310 Fahrzeuge und 405 Personen kontrolliert, davon werden 153 Personen und 68 Autos durchsucht. Bei einer Person wird wegen des Verdachts auf aktuelle Drogenbeeinflussung eine Blutprobe durchgeführt. Die Rauschgifthunde kommen acht Mal zum Einsatz, fast immer wird etwas gefunden.

Gegen acht Personen wird Anzeige wegen Besitzes von Betäubungsmitteln erstattet und einem Besucher droht eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Beschlagnahmt werden ungefähr 12,1 Gramm Marihuana, 3,6 Gramm Amphetamin, acht Gramm Kokain, eine Ecstasy-Pille und ein Cannabiskuchen.

Auch in den kommenden Tagen werden Beamte des Polizeipräsidiums vor Ort sein. Bis es dann am kommenden Montag, gemeinsam mit der bayrischen Polizei, eine große Abfahrtkontrolle durchgeführt wird. Grund: Die Fahrtüchtigkeit der Abreisenden soll kontrolliert werden.

"Um eine sichere Heimfahrt für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten", so Kucher abschließend.