Bad Mergentheim

Natur Kreisjägermeister warnt: Paarungszeit beim Rehwild beginnt

Vorsicht im Straßenverkehr

Archivartikel

Bad Mergentheim.In den nächsten Tagen bis etwa Mitte August geht es wild zu in Feld und Wald. Das Rehwild hat Paarungszeit, die Brunft, und die läuft alles andere als still und heimlich ab.

Anders als die meisten anderen Wildtiere hat das Rehwild seine Brunft im Hochsommer. Das heißt, in den nächsten Tagen sind die Rehe besonders aktiv unterwegs und oft auch tagsüber zu sehen und zu beobachten. In der Paarungszeit treibt der Bock die brunftige Geiß durch Wald und Feld, und liefert sich mit Rivalen Kämpfe und spektakuläre Verfolgungsjagden. Das weibliche Reh sondert Duftstoffe ab und signalisiert so ihre Paarungsbereitschaft. Ist es noch nicht ganz so weit und der Bock bedrängt sie stark, reagiert sie mit einem schrillen Fiebton.

Autofahrer müssen aufpassen

Da „Liebe bekanntlich blind macht“ – oder besser gesagt, weil die Tiere völlig hormongesteuert sind – jagen brunftige Rehe oft auch unvermittelt über die Straße. Da kann es schnell zu Wildunfällen kommen. Kreisjägermeister Hariolf Scherer appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer: „Fahren Sie auch in Ihrem eigenen Interesse besonders vorsichtig. Speziell bei Fahrten durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen hohen Ackerkulturen wie Mais- oder Getreidefelder, kann unvermittelt Rehwild auf der Straße auftauchen. Behalten Sie daher auch immer den Fahrbahnrand im Auge und seien Sie stets bremsbereit.“

Ein Reh kommt zur Paarungszeit selten allein. Meist folgt der Geiß ein Bock. Taucht auf der Fahrbahn ein Reh auf, sollte gegebenenfalls sofort abgeblendet, gehupt und kontrolliert gebremst werden.

Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, muss das Lenkrad unbedingt gerade gehalten werden – keinesfalls sollten unkontrollierte Ausweichmanöver versucht werden. „Die goldene Regel zum korrekten Verhalten lautet jedoch: Ruhe bewahren“, betont KJM Scherer.

Wurde das Wild durch den Zusammenstoß getötet, sollte man es nach Möglichkeit mit Schutzhandschuhen an den Straßenrand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Das getötete Wild darf keinesfalls mitgenommen werden, denn das ist Wilderei. Verletzte Tiere sollten nicht angefasst werden. Der Wildunfall muss unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdpächter, der sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem verletzten Tier macht. Nur so kann das leidende Tier schnell von seinen Schmerzen erlöst werden. kjv