Bad Mergentheim

Radsportabteilung Bad Mergentheim Öztaler Radmarathon in Sölden erwies sich 2018 als besonders große Herausforderung

Wetter verlangte den Startern wirklich alles ab

Archivartikel

Bad Mergentheim.Sölden ist sozusagen das Mekka des Amateurradsports, denn dort findet der Öztaler Radmarathon statt. In diesem Jahr fiel die Veranstaltung, bei der auch Mitglieder der Radsportabteilung Bad Mergentheim starteten, im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Nahezu 4500 Teilnehmer aus der ganzen Welt kommen jedes Jahr nach Sölden, um an diesem Rennen über 226 Kilometer und 5200 Höhenmeter teilzunehmen. Damit gilt es als das härteste Eintagesrennen der gesamten Radsportszene.

Leider war schon tags zuvor klar, dass das Wetter den Teilnehmern nicht schmecken dürfte. Es waren Regen und niedrige Temperaturen angesagt. Morgens um 6.45 Uhr starteten dann lediglich ca. 4000 Teilnehmer noch im Trockenen.

Von der Bad Mergentheimer Radsportabteilung waren mit Andy Kellner sowie Alexander Jung zwei Athleten am Start, die diese Strapazen schon zum wiederholten Male auf sich nehmen wollten. Zudem gesellten sich mit Michael Balling, Dr. Jens Jurgan sowie Dr. Christoph Uebel und dessen Sohn Valentin vier Neulinge dazu. Das Rennen startet mit der Abfahrt vom 1300 Meter hoch gelegenen Sölden ins 600 Meter tiefer liegende Oetz. Hier entwickelte sich wieder eine rasante Abfahrt, wollen doch viele der Teilnehmer sich eine gute Ausgangsposition für den Ritt zum Kühtai ergattern.

Von Oetz aus ist der Aufstieg zum Kühtai bis auf über 2000 Meter zu bewältigen. Eine Herausforderung sind die vielen kurzen, aber extrem steilen Abschnitte, die den langen Weg nach oben immer wieder krönen. Diesmal kam erschwerend das Wetter hinzu: auf dem Sattel des Kühtai waren es gerade mal drei Grad. Zudem hatte es mittlerweile angefangen zu regnen. Andy Kellner und Michael Balling, die sich seit Monaten akribisch auf dieses Rennen vorbereitet hatten, fuhren von Beginn an mit in einer der Spitzengruppen mit, während es die übrigen Bad Mergentheimer Starter vor allem auch wegen der Unwägbarkeit des Wetters erst einmal etwas ruhiger angehen ließen. Vom Sattel des Kühtais ging es nach Innsbruck und weiter auf den Brenner. Bei gutem Rennverlauf kann man ab da auf teilweise breiter Straße mit gutem Belag auf den Brenner hinaufrollen.

Abfahrten gefährlich

Bei Regen sind die Abfahrten gefährlich: die Straße ist oft nass und teilweise glitschig. Bei der Abfahrt vom Jaufenpass kam erschwerend hinzu, dass starker Nebel die Sicht beeinträchtigte. Danach ging es nach einer kurzen, flachen Passage hinauf zum Dach der Tour, dem Timmelsjoch. Über eine Distanz von fast 40 Kilometer mussten die Fahrer nahezu 2000 Höhenmeter am Stück bewältigen, um dann letztlich die 2650 Meter hohe Passhöhe zu überfahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Wetter dann ein klein wenig verbessert, so dass es manch einem vergönnt war, die Abfahrt nach Sölden im Trockenen zu fahren. Am besten aus Bad Mergentheimer Sicht machte das Andy Kellner. Mit nahezu identischer Zeit wie im Vorjahr (8,20 Stunden) bei deutlich schlechteren Bedingungen erreichte er am Ende Rang 159 im Gesamtklassement. Nicht weit dahinter mit einer Zeit von 8,31 Stunden fand sich Michael Balling auf Rang 217 wieder. Alexander Jung, der im letzten Jahr noch die Neun-Stunden-Marke knapp unterboten hatte, schaffte dies aufgrund des Wetters diesmal nicht und wurde am Ende mit 9,34 Stunden 816. im Gesamtklassement. Eine Stunde später kamen Christoph Uebel und Sohn Valentin gemeinsam ins Ziel. Beide waren glücklich, sich trotz des grenzwertigen Wetters ins Ziel gekämpft zu haben. Weniger Glück hatte Jens Jurgan, der in Innsbruck völlig ausgekühlt aufgeben musste. Wie schwer das Rennen 2018 war, belegt auch die Tatsache, dass bei der letzten Karenzzeit nach dem Jaufenpass einige hundert Fahrer aufgrund Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen werden mussten. Andy Kellner, dessen Ziel es war, den Vereinsrekord von knapp über Stunden von Gunther Gründler zu unterbieten, war sich sicher, im nächsten Jahr mit neuer Motivation und hoffentlich besserem Wetter einen neuen Angriff zu starten. Trotz allem waren alle Mergentheimer vor allem mit ihrer Leistung zufrieden, die am Renntag aufgrund des Wetters nahezu heldenhaft schien.