Bad Mergentheim

Modellbau-Verein Apfelbach Modell-Fallschirmspringer-Wettbewerb mit Teilnehmern aus verschiedenen europäischen Ländern

Wind erschwert die perfekte Landung

Beim European Para Trophy-Wettbewerb zeigten in Apfelbach Teilnehmer aus verschiedenen Ländern ihr Können am Modellfallschirm.

Apfelbach. Reger Flugverkehr herrschte am vergangnen Wochenende für zwei Tage auf dem Fluggelände des Modellbau-Vereins (MBV) Apfelbach. Denn dort traf sich die deutsche und europäische Elite der internationalen Modellfliegerei mit Fallschirm zum Teilwettbewerb der „European Para Trophy“, der in mehreren Ländern ausgetragen wird.

Der rührige Verein unter der Führung des Vorsitzenden Peter Gunßer aus dem Bad Mergentheim Stadtteil Apfelbach hat schon des Öfteren bewiesen, dass er in der Lage ist, Veranstaltungen dieser Größenordnung bestens zu organisieren.

Deshalb war die Freude natürlich groß, als der Deutsche Modelfliegerverband Deutschland (DMFV) die Ausrichtung dieses Top- Events der Internationalen Modelfliegerei nach Apfelbach vergab. Es sei vorweggenommen: Auch dieses Mal durfte der Modellbau-Verein Apfelbach das uneingeschränkte Lob für die gute Organisation entgegennehmen.

Deutscher Meister

Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Polen, Tschechien, den Niederlanden und der Schweiz. Zu den Teilnehmern gehörte auch der Deutsche Meister 2017 Stephan Ziermann, der Europameister 2015 Patrik Klaile, der Deutsche Meister 2016 Pieter Visser, die erfolgreichste Springerin 2018 Laura Klaile und der aktuelle Deutsche Meister Roland Schuler. Auch der Sportreferent „Fallschirm“ im DMFV, Udo Straub, und sein Stellvertreter Thomas Boxdörfer waren gekommen.

Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Lehr gab in seinen Grußworten der Freude Ausdruck, dass der Modellbau-Verein Apfelbach nun schon zum wiederholten Mal mit der Organisation einer derartigen Veranstaltung betraut worden war, was eindeutig für die Fähigkeiten des Vereins spreche.

In einer Zeit, in der Populismus und Abgrenzung vielerorts wieder Einzug hielten, lebten die Modelflieger als große Familie über nationalen Grenzen hinweg durch ihr gemeinsames Hobby den Gedanken von Europa vor.

Vier Durchgänge

Unmittelbar danach begannen die Wettkämpfe in vier Durchgängen der drei ausgeschriebenen Kategorien. Dabei wurden die Modellfallschirmspringer auf etwa 300 bis 400 Meter Höhe geschleppt und dort ausgeklinkt, um ferngelenkt nach einigen Sekunden möglichst punktgenau in der Mitte der Zielmatte zu landen. Die Modellflugzeuge im Maßstab 1:4, die für das Schleppen der Mini- Fallschirmspringer verwendet werden, sind wahre Kraftprotze, mit Motoren bis zu 120 Kubikzentimetern und etwa 14 PS.

Neben dem Schleppen verlangte vor allem das Steuern des Fallschirmspringers ein hohes Maß an Konzentration und Erfahrung, was man sich in unzähligen Trainingssprüngen erarbeiten muss. Die große Unbekannte sind dabei stets die spezifischen Winde an den Flugplätzen, die das Unterfangen „perfekte Landung“ erschweren und ein besonders feines Händchen an den Steuerhebeln erforderten.

Dieses Händchen hatte am Wochenende Patrick Klaile, der sich mit 321 Punkten den Sieg in der Gesamtwertung sicherte. Zuvor lieferte er sich ein spannendes Duell mit dem Zweitplatzierten und Vorjahresmeister Stephan Ziermann (354), dem mit 28 Punkten der beste Einzelsprung gelang. Platz drei ging an Pieter Visser (Niederlande), womit geballte internationale Erfahrung auf dem Treppchen Platz fand.

Der aktuelle Deutsche Meister Roland Schuler musste sich mit Platz 10 zufriedengeben. In der Damenwertung setzte sich Cornelia Boxdörfer (927) erst nach spannendem Kampf knapp gegen Linda Kessler (945) durch. Die von Erfolg verwöhnte Laura Klaile landete aufgrund eines total misslungenen ersten Sprungs (700) auf Platz drei der Damenwertung.

Als Sieger der Jugendwertung (912) schob sich Jakub Cinegr (Tschechien) auf einen hervorragenden 12. Platz der Gesamtwertung. Leonie Timmer aus Deutschland kam mit 2241 Punkten auf Platz zwei der Jugendwertung. Einen tollen Erfolg verbuchte Tayler-Gino Beez aus Apfelbach für sich, denn mit 2873 Punkten sicherte er sich bei seinem Quasi-Heimspiel Platz drei in der Jugendwertung.