Boxberg

Gemeinderatssitzung Das Gremium informiert

500 000 Euro für den Naturschutz

Archivartikel

Boxberg.Die Stiftung Naturschutzfonds Baden Württemberg hat 2017 für die Stadt Boxberg 465 880 Euro bereit gestellt. Das sind Ersatzzahlungen, die von den Windkraftbetreibern für den Eingriff in die Natur und Landschaft zu leisten sind. Die Mittel sind zweckgebunden und dürfen nur für den Naturschutz und die Landschaftspflege verwendet werden.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Montag stellte Michael Hökel von der Nabu-Gruppe Boxberg seinen Maßnahmenkatalog vor. Dieser werde nach Gemeinderatsbeschluss an das Ministerium weitergeleitet, wo entschieden wird, welche Vorschläge umgesetzt werden können.

Maßnahmen erläutert

In einer Präsentation erläuterte Michael Hökel seine Gedanken. Ein großes Thema im Raum Boxberg sei das Spannungsfeld zwischen Biber und Landwirtschaft. Durch die vorhandenen Mittel könnte die Stadt Flächen an Umpfer, Schüpfbach oder Ursbach erwerben. Ein Streifen von zehn Metern an beiden Seiten des Bachlaufs sei weitgehend ausreichend.

Zudem könnten in die Jahre gekommene Feuchtgebiete saniert werden, um Insekten und Amphibien zu schützen. Der ehemalige Klärteich von Bobstadt käme hier in Frage.

In Angeltürn könnte ein Graben renaturiert werden. Die Maßnahme bei der Straße Richtung Berolzheim biete gleich mehrere Vorteile. Denn hier könnte ein temporäres Feuchtgebiet für die Amphibien entstehen und gleichzeitig etwas für den Hochwasserschutz getan werden.

Trockenhänge in Unterschüpf und Angeltürn, die seltene Schmetterlingsarten und Orchideen beherbergten, könnten vergrößert und gepflegt werden. „Der zerstörte Lebensraum durch den Bau der Windräder ist mit keinem Geld wieder gut zu machen“, sagte Hökel in seiner Vorstellung. Jedoch könnte durch die Maßnahmen eine kleine Wiedergutmachung beziehungsweise ein Schadensausgleich vorgenommen werden. Bürgermeister Christian Kremer zeigte weitere mögliche Naturschutzmaßnahmen auf. Er könnte sich die weitere Renaturierung des Windischbücher Grabens vorstellen oder die Schaffung von Waldrefugien. Das sind Waldflächen, die nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. Der Gemeinderat stimmte dem Maßnahmenkatalog daraufhin einvernehmlich zu. suso