Boxberg

40 Jahre Grünkernfest Am 1. und 2. September wird rund um das Dorfgemeinschaftshaus gefeiert

Alles dreht sich um das tolle Korn

Archivartikel

Kupprichhausen.Das Grünkernfest wird am 1. und 2. September im und ums Dorfgemeinschaftshaus bereits zum 40. Mal gefeiert.

Als man 1978 zum ersten Mal im Hof der alten Volksschule dieses Grünkernfest feierte, hätte wohl keiner gedacht, dass auch nach 40 Jahren diese Festtradition weiter gepflegt wird und sie zu einem kulinarischen Höhepunkt in der Region geworden ist, wie es die stets steigenden Besucherzahlen zeigen.

Viel hat sich in den zurückliegenden vier Jahrzehnten gewandelt. Wenn am 1. und 2. September gefeiert wird– zweimal musste das Fest ausfallen – kann man auf eine beispielhafte Dorf- und Vereinsgemeinschaft zurückblicken.

Es waren die gravierenden Veränderungen in der Landwirtschaft, die die Basis für die Entstehung des Festes waren. Kupprichhausen und Lengenrieden waren bis in die 1960er Jahre geprägt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, wobei der Dinkelanbau und der daraus gewonnene Grünkern fester Bestandteil des Familieneinkommens waren. Der Wandel in der Gesellschaft sowie der rasante technische Fortschritt machten auch vor der Landwirtschaft nicht Halt und zwangen in der Folge mehr und mehr Landwirte zur Betriebsaufgabe. So auch in der Grünkernerzeugung, die viel Handarbeit und großen Arbeitsaufwand bedeutete. Sechs Landwirte aus Kupprichhausen und ein Lengenrieder Landwirt entschlossen sich 1970 auf Initiative von Josef Weiland, mit der Beschaffung einer Grünkerntrocknungsanlage die Produktion wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten. Hier liegen die Wurzeln des Grunkernfestes. Schnell ist es zur Realität geworden, dass man sich nach der Grünkernernte in der Mühle Haun, wo die Trocknungsanlage aufgestellt war, zusammenfand um gemeinsam den Abschluss der Grünkernernte zu feiern.

Dabei wurde der Kreis immer größer und es wurde die Idee geboren, das Helferfest als offizielles „Grünkernfest“ mit den Einwohnern und Grünkernliebhabern zu feiern. Dazu kam noch, dass man damit auch die Werbung für das Produkt steigern und die Küchenspezialität einer breiteren Öffentlichkeit bekannter machen konnte. 1978 wurde die Idee in die Tat umgesetzt und am 13. August im ehemaligen Gemeindesaal und Schulhof das erste offizielle „Kupprichhäuser Grünkernfest“ gefeiert.

Mit dem ersten Septemberwochenende wurde ein Festtermin gefunden, der auch für die Arbeit in der Landwirtschaft passte. Neben den angebotenen Grünkernköstlichkeiten bot sich auch eine romantische Festatmosphäre. 1988 legte man das Fest in die Hände der örtlichen Vereine, seit 1994 ist das Dorfgemeinschaftshaus Veranstaltungsort.

Festprogramm

Beginn ist am Samstag, 1. September, um 18 Uhr. Um 19 Uhr folgt der Bieranstich mit Begrüßung durch Ortsvorsteherin Karin Körner und Grünkernkönigin Annika Müller. Für Unterhaltung sorgt die Musikkapelle Kupprichhausen. Dazu stellen die Kupprichhäuser Hobbykünstler wieder ihre Kunstwerke aus. Neben zahlreichen Grünkernspezialitäten gibt es am Samstag auch Kesselfleisch.

Der Sonntagnachmittag startet um 10.30 Uhr mit dem Frühschoppen im Dorfgemeinschaftshaus. Ab 11 Uhr gibt es Mittagessen, ab 12 Kaffee und Kuchen. Danach wird rund ums Dorfgemeinschaftshaus und dem angrenzenden Sportgelände mit den neuen Vitalgeräten wieder ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm für jung und alt geboten.

Neben einer Ausstellung über Holzkunst gibt es wieder die Oldtimer Schlepper-Schau, die zahlreiche Besucher anlockt. Auch eine Töpfereivorführung ist geplant.

Auf die Kinder wartet am Sonntag eine Hüpfburg und die große Lego-Eisenbahn. Der Hundeverein Bad Mergentheim stellt ab 14.30 Uhr mit Vorführungen seine Arbeit vor. Von 14 bis 18 Uhr ist im Sportheim die Video-Präsentation „Grünkernernte einst und heute“ zu sehen. prewe