Boxberg

Meditationsgottesdienst Bilder von Gudrun Reinheimer zeigten Maria Magdalena

Beeindruckende, mutige Frau

Lengenrieden/Sachsenflur.„Sie lockte mich, sie rief nach mir und ich musste mich mit ihr beschäftigen.“ So führte die Dittigheimer Künstlerin Gudrun Reinheimer in ihre Begegnung mit Maria von Magdala, der ersten Zeugin der Auferstehung Jesu ein.

Die biblische Maria Magdalena sei keine reuige Sünderin gewesen, betonte Gudrun Reinheimer in der evangelischen Kirche Lengenrieden. „Sie war eine beeindruckende Frau: stark, intelligent, neugierig und mutig.“ So wirke sie auch auf den Bildern der Künstlerin, die wie ein Flügelaltar in der kleinsten Kirche im Schüpfer Grund aufgestellt waren.

In einem bewegten Gottesdienst erschlossen sich die Besucher die Farbkraft der Bilder, die biblischen Befunde zu Maria Magdalena und hielten in Imaginationsübungen inne. Ein ungewöhnlicher Gottesdienst, der Pfarrer Dr. Heiner Kücherer sichtlich Freude bereitete. Wie sich die Übergange von Kulturkirche und Gottesdienstkultur ereigneten, das war für ihn „ein schöpferischer Augenblick“. Kunst irritierte, rühre in der Tiefe an, bringe in Bewegung, so Kücherer.

Farbkraft der Bilder

Das wurde dann eine Woche später in der Gottesdienstwerkstatt mit Kantorin Susanne Oehm-Henninger in Sachsenflur vollends deutlich. Mit einem Projektchor, Samira Pers an der Klarinette und Anna-Lena Graf an der Querflöte ließ die Musikpädagogin die Präsenz von Maria Magdalena im Raum musikalisch spüren. Die Bilder waren wieder aufgestellt und doch nahmen die Besucher die biblische Figur nicht allein in der Fantasie nach innen wahr. Sie spürten in Stimmübungen, was es bedeutet, in die Tiefe des eigenen Schmerzes und der Widersprüche zu gehen.

Die biblische Meditation der Salbung Jesu entfaltete die bewusste Annahme von Lieben und Leiden als Weg der Wandlung. In Gottesdiensten wird wieder geweint, gelacht, gelitten, gestaunt – Passion pur. Für die Besucher ein Möglichkeit, dankbar innezuhalten für eine intensive Zeit. wahe