Boxberg

Leserbrief Zum Bericht „Für mehr Mobilität . . .“ (FN, 9. Juli)

Bitterer Nachgeschmack

Archivartikel

Eine Woche ist ins Land gegangen, während der viele Bürger und Bürgerinnen eindrucksvoll ihren Willen geäußert haben, die quasi stillgelegte Strecke (Personennahverkehr) Osterburken-Lauda-Würzburg wieder zu dem zu machen, was sie sein sollte, eine Dienstleistung des Staates für ihre Bürger. Ich persönlich halte diese Aktion für einen vollen Erfolg.

Nur bleibt ein bitterer Nachgeschmack, wenn man sich mit dem sogenannten Kompromiss der Landesregierung näher beschäftigt, als da wäre ein dreijähriger Probebetrieb, täglich ohne Wochenende, mit einer Mindestanzahl von 500 Passagieren am Tag. Wohlgemerkt nur auf der Strecke Osterburken-Lauda.

Meines Wissens wurde keinerlei Mindestpersonenzahlen für Stuttgart 21, den Ausbau der Strecke Stuttgart-Ulm oder gar für den Neubau eines Bahnsteiges in Tauberbischofsheim gefordert. Es möge sich jeder seine eigenen Gedanken machen, was das eigentliche Ziel dieser Erprobung sein soll. Erstaunlich war ebenfalls der Zeitpunkt des Bekanntwerdens dieser Entscheidung der Landesregierung, kurz vor Beginn der geplanten Demonstrationsfahrt. Und auch hier gilt, ein Schelm ist, wer Schlechtes dabei denkt. Einziger positiver Aspekt dieser Entscheidung der Landesregierung liegt in der Drei-Jahres-Frist, den diese fällt nun in den Zeitraum der Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Es bleibt nur die Aussage eines Redners in Lauda zu wiederholen: „Nicht an euren Worten, an euren Taten werden wir euch messen.“