Boxberg

Bocknarrenzunft 60-jähriges Bestehen gefeiert / Blick auf die Vereinsgeschichte geworfen / Langjährige Mitglieder geehrt

Die Erfolgsgeschichte geht immer weiter

60 Jahre Bocknarrenzunft Boxberg waren es wert dieses Jubiläum auch gebührend zu feiern.

Boxberg. Zunftmeister Günter Ruck begrüßte in der Schweigerner Turnhalle eine große Zahl Mitglieder der Bocknarrenzunft und Gäste. In seiner Ansprache gab er einen Rückblick auf die Entstehung und den Werdegang der Zunft.

Der aus Konstanz stammende Kunstmaler Sepp Biehler war aus beruflichen Gründen nach Boxberg gekommen. Er entwarf die Masken von "Bocknarr" und "Geißle". Seine Frau Ingeborg nähte die Kleidung "den Filz" dazu und am 3. März 1957 wurde die Bocknarrenzunft gegründet.

Biehler vereinte in den Bocknarren uralte Bräuche der schwäbisch-alemannischen Fastnacht mit der Legende um das Boxberger Wappentier, den Geißbock. Das erste Bocknarrenschlagen fand 1958 im Gasthaus "Zum Löwen" statt. Jedes Jahr am Fastnachtssonntag werden durch das Bocknarrenschlagen die neuen Mitglieder in die Zunft aufgenommen. Seit 1964 bereichert der Zunftbock "Fridolin", der von August Göbel aus Assamstadt geschnitzt wurde, die Umzüge der Bocknarren.

1969 verließ das Ehepaar Biehler Boxberg. Neuer Zunftmeister wurde Ernst Koch. Sein Nachfolger wurde 1974 Peter Metzger. Er erlebte bei einem Narrentreffen die Einweihung eines Narrenbrunnens und so entstand die Idee, dieses auch in Boxberg zu verwirklichen.

So wurde der Narrenbrunnen an der Sparkasse gebaut, der nach einigen Jahren der Planung 1987 vom damaligen Bürgermeister Franz Zipperle und Pfarrer Scheuer dann eingeweiht wurde.

Ebenfalls eingeführt wurden zwei neue Fastnachtsbräuche, die Geldbeutelwäsche am Brunnen und das Fastnachsverbrennen beim Sportheim. Nach 21 Jahren gab Peter Metzger sein Amt ab. Neuer Zunftmeister war Harry Spachmann. Unter ihm wurde die "Nacht der Narren" ins Leben gerufen. Seit 2004 ist Günter Rück Zunftmeister. Sein erstes Anliegen war es, den Umbau des Vereinsheims, das bereits unter Peter Metzger erworben wurde, fertigzustellen.

Abordnungen verschiedener Boxberger Vereine und befreundeter Zünfte und Narrengesellschaften überbrachten anschließend Grüße und Glückwünsche.

Die Grüße der Stadt Boxberg überbrachte Stadtrat Bernhard Bundschuh. Für ihn war es ein besonderes Vergnügen, den "Schlachtruf" der Bocknarren anstimmen können. Mit einem dreifachen "Ho Narro" schloß er dann auch seine Rede.

Im Anschluss erfolgten Ehrungen langjähriger Mitglieder. Für elf Jahre: Markus Diez, Ann-Katrin Metzger, Anja Scholl. Für 22 Jahre: Birgit und Alfred Hehn. Für 33 Jahre: Uschi Eck, Norbert Rolfes, Jürgen Thoma. Für 44 Jahre: Gabriele Metzger, Karl Daberger. Für 55 Jahre: Richard Wörner. Das Gedenken an verstorbene Mitglieder wurde nicht vergessen. Was wäre ein Zunftmeister ohne seine Zunfträte. Günter Ruck bedankte sich bei seinem Team, welches ihn in den letzten Jahren und ganz besonders bei den Vorbereitungen zu diesem Jubiläum unterstützt hat mit einem Präsent.

Mit der Eröffnung eines reichhaltigen Büffets wurde der gemütliche Teil des Abends eingeleitet. bnz