Boxberg

Welt-Rheuma-Tag Aufklärungsfilm veröffentlicht

Die Krankheit kommt selten allein

Main-Tauber-Kreis.Zum Welt-Rheuma-Tag am heutigen Freitag ruft die Deutsche Rheuma-Liga Ärzte und Patienten dazu auf, die Begleiterkrankungen bei Rheuma ernstzunehmen. „Rheuma kommt selten allein“ heißt die aktuelle Kampagne und rückt die Begleiterkrankungen – auch Komorbiditäten genannt – bei Rheuma stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Neben einer bundesweiten Telefon- und Chat-Aktion mit ausgewiesenen Experten startet die Rheuma-Liga unter anderem eine Serie mit Aufklärungsvideos zum Thema Begleiterkrankungen bei Rheuma. Zum Welt-Rheuma-Tag 2018 wird unter www.youtube.com/rheumaliga der erste Film zur Themenreihe „Rheuma kommt selten allein“ unter dem Titel „Begleiterkrankungen bei Rheumatoider Arthritis“ zu sehen sein. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert.

Bis zu 80 Prozent der Patienten mit einer Rheumatoiden Arthritis leiden an mindestens einer Begleiterkrankung, wie Herz-Kreislauferkrankung, Osteoporose, Depressionen, Erkrankungen der Nieren, der Lunge, des Magen-Darmtrakts sowie Diabetes und Krebs. „Die Aufklärung zum Welt-Rheuma-Tag über Komorbiditäten ist uns sehr wichtig, da trotz vielfältiger Informationen und Ratgebern Rheuma-Patienten sich oft mit einer Therapie zufriedengeben, die das therapeutische Spektrum nicht voll ausschöpft“, sagt der Münchner Rheumatologe Professor Stefan Schewe. Dabei würden sie zum Beispiel mit einer optimierten Auswahl und Einstellung der Medikamente sowie durch Sport und gesunde Ernährung die krankheitsbedingten Einschränkungen minimieren können. Neben den Patienten haben aber auch oftmals die behandelnden Ärzte Begleitkrankheiten nicht genug im Blick.

„Wenn bis zu 80 Prozent der Betroffenen an einer Begleiterkrankung leiden, ist es doch nur eine logische Folge, dass wir uns auch für die Erkennung und Behandlung von Komorbiditäten einsetzen. Wir fordern deshalb Ärzte und Krankenkassen dazu auf, Begleiterkrankungen bei Rheuma-Patienten mehr Aufmerksamkeit zu widmen und die damit verbundenen Kosten zu tragen. Außerdem halten wir es für dringend erforderlich, dass Hausärzte und Fachärzte wie Rheumatologen, Kardiologen oder Nephrologen ihre Zusammenarbeit intensivieren, um Komorbiditäten früher zu erkennen und gemeinsam zu behandeln“, sagt Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga.