Boxberg

Öffentlicher Nahverkehr Kreisdezernent Jochen Müssig informierte über die kommende Fahrplanänderung auf der Strecke Osterburken – Lauda – Würzburg

Ein-Stunden-Takt: Was es zu wissen gibt

Archivartikel

In einem halben Jahr ist es soweit: Dann verkehrt der Regionalexpress Osterburken – Würzburg stündlich. Kreisdezernent Jochen Müssig nannte bei einer Informationsveranstaltung Details.

Boxberg/Odenwald-Tauber. Im Dezember 2019 wird der Ein-Stunden-Takt auch im Bahn-Abschnitt Osterburken – Lauda – Würzburg eingeführt. Zu den geplanten Zügen und Buslinien informierte Kreisdezernent Jochen Müssig auf Anregung der BI „Frankenbahn-für-alle“. Trotz Ferienzeit kamen etwa 200 Interessierte ins Boxberger Schulzentrum, darunter Gäste aus allen Bahn-Gemeinden von Rosenberg bis Königshofen und Lauda.

Bürgermeister Christian Kremer erinnerte in seinem Grußwort daran, dass sich bereits sein Vorgänger Horst Hollenbach für die Reaktivierung der Bahnhaltepunkte im Umpfertal eingesetzt habe. Kreisrat Dietmar Hofmann betonte als BI-Vertreter, dass die Bevölkerung sehr gespannt sei auf den Stundentakt, der ja schon in einem halben Jahr beginnen soll.

Als Themen-„Fahrplan“ für diese erste öffentliche Informationsveranstaltung nannte er: Stundentakt bei der Bahn, neue Buslinien, Situation am Wochenende, Gestaltung des Haltestellen-Umfeldes.

Dezernent Jochen Müssig, zuständig für Kreisentwicklung und Bildung, damit auch für den ÖPNV, erläuterte die seit Monaten intensiv laufenden Planungen der Kreisverwaltung. Unterstützt wurde er von Hartmut Schwartz, dem Fahrplangestalter der Verkehrsgemeinschaft Main-Tauber (VGMT).

Künftig soll die Regionalbahn (RB) Würzburg – Osterburken von Montag bis Freitag im Zeitfenster von 5 bis 22 Uhr verkehren. Am Bahnhof Wölchingen kann man dann täglich 18 mal in Richtung Osterburken einsteigen. Die RB hält ebenso in Königshofen, Eubigheim und Rosenberg. In Gegenrichtung wird die die RB ebenfalls 18 mal verkehren. Was bedeutet: auch in Richtung Lauda-Würzburg kann man an den genannten Haltestellen täglich 18 mal mit der Bahn fahren.

Drei Jahre Probezeit

Müssig betonte, dass die Zustimmung des Landes für dieses Vorhaben noch ausstehe, genauso wie der Beschluss des Kreistages. Er sei aber zuversichtlich, dass es hier zu positiven Entscheidungen kommen werde.

Der Dezernent verwies auf die jährlichen Mehrkosten des Main-Tauber-Kreises in Höhe von rund einer Million Euro und wünschte sich eine rege Nutzung des zusätzlichen Angebotes. Nur so kann dieses nach drei Jahren Probe zu einem Regelbetrieb führen, dessen Kosten das Land übernehme. Es liegt also an den Bewohnern der Region, ob der Stundentakt dauerhaft installiert wird.

Der Referent bat wegen der entfallenden Buslinie Osterburken – Lauda um Verständnis. Künftig muss die Bahn den Vorrang erhalten. Es darf keinen Parallelverkehr Bus-Bahn geben.

Nur so könnten die geforderten täglichen 500 Personen-Bahnkilometer erbracht werden. Die Ausrichtung auf den Bahn-Stundentakt wirkt sich auf weitere Busverbindungen, besonders auf den Schülerverkehr aus.

Ein geringer Anteil der Schüler wird künftig längere Fahrzeiten haben, die jedoch bis maximal 15 Minuten als hinnehmbar betrachtet werden sollten. Anfangs wird auch der Fußweg Bahnhof/Schule keine Begeisterung auslösen.

Hauptziel Fahrgastzahlen

Entgegen ersten Planungen ist eine direkte Buslinie von Schwabhausen über Windischbuch und Assamstadt nach Bad Mergentheim eingeplant. Hinzu kommt eine Busverbindung von Assamstadt zum Bahnhof in Wölchingen. Über weitere Verbesserungswünsche wird man im Gespräch bleiben.

Das Hauptziel, die Erfüllung der Fahrgastzahlen der Bahn, dürfe dabei aber niemals aus den Augen verloren werden. Die Situation am Wochenende – keine Regionalbahnen – wurde ebenfalls angesprochen. Hier gab Schwartz von der VGMT fundierte Informationen. Er erläuterte die Chancen des Ruftaxis und weitere ÖPNV-Möglichkeiten. Ein weiteres Thema war das Umfeld der Haltestelle Boxberg – Wölchingen. Das verwahrloste Gelände ist sanierungsbedürftig.

Zum Abschluss bedankte sich Manfred Silberzahn seitens der BI bei den Verkehrs-Experten Müssig und Schwartz für die ausführlichen Erläuterungen, bei Bürgermeister Kremer für die organisatorische Unterstützung, sowie bei den Anwesenden für ihr Interesse und die konstruktive Diskussion.

Längst nicht alle Fragen konnten an diesem ersten Info-Abend behandelt werden, aber die BI „Frankenbahn-für-alle“ wird weiter am Ball bleiben. bI