Boxberg

Kirchliche Sozialstation Boxberg Mehr als ein Vierteljahrhundert auf vielen Gebieten gewirkt / Grußredner würdigten das Engagement

Elfriede Hertlein feierlich verabschiedet

Es war ein besonderer Tag für die Kirchliche Sozialstation Boxberg und für Elfriede Hertlein, die nach über 25 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Boxberg. „Eine menschliche und kompetente Führungsfrau geht von Bord“, brachte es der zweite Vorsitzende der Sozialstation, Adolf Dörzbacher, auf den Punkt. Dass sich Elfriede Hertlein nicht nur um die Sozialstation, sondern besonders um Patienten, Gäste und Kollegen verdient gemacht hat, wurde ganz deutlich. Sie zeigte sich überrascht über die große Gästeschar.

Wie sehr man Elfriede Hertlein und ihr Wirken schätzte, brachte zu Beginn das Mitarbeiterteam in seinem eigens für diesen Anlass getextetem Begrüßungslied „Wir sagen Danke dir Elfriede“ zum Ausdruck. Festlich der anschließende Abendmahlgottesdienst von Pfarrer Hocher, den er unter das Leitwort „Dienen und Danken“ stellte.

Dank sagte Hocher namens der evangelischen und katholischen Kirche bei einem Empfang. Er würdigte Hertlein für ihren Einsatz, besonders ihr großes Engagement in der Betreuungsgruppe „Lichtblicke“, für die sie sich seit ihrer Gründung 2008 beispielhaft einsetzte.

Welch vielfältige Aufgaben und Tätigkeiten den Weg bei der Sozialstation und in ihrem ganzen Berufsleben geprägt haben, machte Adolf Dörzbacher deutlich. Schon nach Beendigung ihrer Schulzeit in Zimmern engagierte sie sich als Kindergartenhelferin. Danach absolvierte sie die Ausbildung zur Krankenschwester, die sie erfolgreich abschloss. Im Anschluss war sie als Nachtschwester in Würzburg tätig bevor sie ihrem künftigen Ehemann Rudolf folgend, in Heilbronn arbeitete. Zudem war Hertlein im ehemaligen Kreiskrankenhaus Bad Mergentheim und den Kliniken Dr. Vötisch tätig und vertiefte dabei ihr fachliches Wissen weiter.

Zunächst stundenweise

1993 war es soweit. Zunächst stundenweise wurde Hertlein als 13. Mitarbeiterin bei der Sozialstation Boxberg angestellt. Ein Glücksfall, wie Adolf Dörzbacher, feststellte. Denn Elfriede Hertlein wurde aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrungen und ihres Fachwissens in Pflege, Hauswirtschaft und „Essen auf Rädern“ eingesetzt. Doch 2008 änderte sich das Tätigkeitsfeld grundlegend.

Die Themen Demenzerkrankung und Betreuungsangebote rückte mehr und mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Auch bei der Sozialstation befasste man sich damit und war auf der Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen. Elfriede Hertlein war dazu bereit und hat den Aufbau der Demenzbetreuungsgruppe, heute Betreuungsgruppe Lichtblicke, übernommen.

Bereits im November 2008 wurde die erste Betreuungsgruppe in der Mediothek eingerichtet. Und bereits im April 2009 musste die Gruppe ins evangelische. Gemeindehaus umziehen. Wie groß die Nachfrage war, wurde bald deutlich, denn schon 2009 wurde eine weiter Gruppe im Pfarrhaus Unterschüpf, 2012 eine Gruppe in Schillingstadt und eine zweite Gruppe in Boxberg eingerichtet.

Ein langgehegter Wunsch ging im September 2018 in Erfüllung. Denn zu diesem Zeitpunkt zog die Sozialstation in ihre neuen Räume um. Damit war auch die Möglichkeit geschaffen, alle vier „Lichtblicke-Gruppennachmittage in Boxberg abzuhalten. Auch hier war das Organisationstalent Elfriede Hertlein gefordert.

Beispielhaft

„Beispielhaft, ein beachtlicher Berufs- und Lebensweg liegt hinter ihnen“, fasste es Adolf Dörzbacher zusammen. Hierfür gelte es, Elfriede Hertlein Danke zu sagen. Ihr wünschte er viel Freude im neuen Lebensabschnitt „Ruhestand“ mit den schönsten Vergnügungen dieser Welt: sich in Gesundheit aalen, im Geld schwimmen, im Erfolg sonnen, in Liebe tauchen und im Glück baden.

Ein großes Lob gab es für Elfriede Hertlein auch von der Leiterin der Kirchlichen Sozialstation Boxberg, Andrea Dittmann. Auch sie würdigte ihre beispielhaften Verdienste in den mehr als 25 Jahren. Besonders ihre Arbeit in der Betreuungsgruppe „Lichtblicke“ sei beispielhaft. Es sei für sie stets eine Herzenssache gewesen, dass die Gruppennachmittage perfekt geplant und organisiert waren und auch der ehrenamtliche Fahrdienst und die Betreuungsarbeit immer bestens funktionierte. Sie scheute keine Zeit und Mühen, um zu planen und zu organisieren.

Vom Pfarrer, über Musiker, Hundebesuche, Ausflüge in Gärten, in die Mediothek und vieles mehr seien in ihrem Unterhaltungsangebot gewesen. Nahezu unerschöpflich sei ihr Ideenreichtum. Dass die Betreuungsgruppe „Lichtblicke“ zu einer solchen Erfolgsgeschichte wurde, sei ihr Verdienst. Auch ihre Loyalität und Zuverlässigkeit suchten seinesgleichen. „Genieße deine neu gewonnene Zeit“, so Dittmann.

Sichtlich gerührt und mit bewegter Stimme bedankte sich Elfriede Hertlein für die gelungene Verabschiedung.