Boxberg

Eiserner Hochzeit Werner und Waltraud Welz gaben sich vor 65 Jahren in Boxberg das Ja-Wort

„Es war Liebe auf den ersten Blick“

Archivartikel

Boxberg.Das Ehepaar Werner und Waltraud Welz feiern heute am 9. Mai seine „eiserne Hochzeit“. 65 Jahre getragen durch alle Höhen und Tiefen des Lebens und dann noch in solch gesundheitlich guter Verfassung zu sein, ist ein Glück, das nicht vielen Ehepaaren geschenkt ist. Das wissen die beiden Jubilare auch besonders zu schätzen und danken Gott dafür, dass er sie bis hierher getragen hat. Die beiden Jubilare feiern das besondere Fest am Samstag zusammen mit vier Kindern, acht Enkelkindern und fünf Urenkeln sowie vielen geladenen Gästen.

Jetzt beginnt wieder die Zeit des Boxberger Maimarktes, an dem sich die beiden vor 69 Jahren erstmals begegnet sind. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Werner Welz, ein gebürtiger Boxberger, erlernte nach dem Schulbesuch, aufgrund des elterlichen Elektrofachgeschäfts, den Beruf des Rundfunkmechanikers, besuchte danach die Meisterschule und schloss mit der Prüfung des Radio- und Fernsehtechnikermeisters ab. Nach drei weiteren Jahren erfolgte auf der Meisterschule in Würzburg die Meisterprüfung als Elektroinstallateur. Danach wurde er Teilhaber im Elektrofachgeschäft seines Vaters Robert Welz. Auch der Krieg hinterließ bei Werner Welz im Reichsarbeitsdienst seine Spuren. Nach dem Tod von Vater Robert 1974 übernahm der Jubilar den Elektro-Fachbetrieb mit Radio- und Fernsehabteilung.

Dem Ehepaar Welz blieb aufgrund des Geschäfts und der heranwachsenden Familie wenig Freizeit für Hobbys, aber der Sport im TV hatte beim Ehemann hohe Priorität und gehörte zu seinen Leidenschaften, ebenso das Singen im Sängerbund. Ebenso stand er als Feuerwehrmann im Dienst, auch lag im gleichfalls der Gewerbeverein Boxberg sehr am Herzen. Im Arbeitszimmer von Werner Welz stehen in Reih und Glied gesammelte Werke seiner Poesieaufzeichnungen, Wichtiges aus der Weltgeschichte, Philosophie und Religion vereint nebeneinander. Zu seiner Entspannung dient ihm der Hausgarten als Oase.

Ehefrau Waltraud Welz, geboren in Saubsdorf/Sudetenland, durchlebte als Vertriebene zusammen mit Mutter und fünf Geschwistern eine schwere Kindheit. Der Vater verschollen in Russland, durchwanderte die Familie viele Sammellager. Das Mädchen erlebte durch den Krieg sechs verschiedene Schulen und kam letztlich mit ihrer Familie in Schweigern an. Sie erlernte den Beruf der Einzelhandelskauffrau und arbeitete bei verschiedenen Firmen der Umgebung.

Nach der Hochzeit mit Werner Welz war sie, wie er sagte, die richtige Frau an seiner Seite. Für Waltraud Welz war es gleichfalls eine große Erfüllung, berufen von der evangelischen Landeskirche Karlsruhe, zusätzlich nach einer Ausbildung zur Religionslehrerin jahrzehntelang den Predigtdienst in den Kirchen des Boxberger Raumes vertretungsweise zu übernehmen. Gleichfalls war sie lange Jahre Elternbeiratsvorsitzende an der Realschule.

Als beliebte Mitbürger genießen beide nun ihren dritten Lebensabschnitt, inmitten ihrer Familie, pflegen guten Kontakt zur Öffentlichkeit, freuen sich über jedes nette Gespräch. Dem Fest heute folgt am 1. Juni der 90. Geburtstag von Werner Welz. Den vielen Glückwünschen schließen sich die Fränkischen Nachrichten an. wahe