Boxberg

Diakonisches Werk im Main-Tauber-Kreis Festakt mit allen Beteiligten / „Wertschätzen, was vorhanden ist, und weiterentwickeln, wo noch Bedarf besteht“

Familiennetzwerk nimmt den Betrieb auf

Archivartikel

Mit einem Festakt mit allen Beteiligten ist jetzt der offizielle Startpunkt des Familiennetzwerks Box-berg gesetzt worden.

Boxberg. In Trägerschaft bzw. Koordination des Diakonischen Werks (DW) im Main-Tauber-Kreis haben die Stadt Boxberg mit ihrer städtischen Mediothek sowie die evangelische Kirchengemeinde Boxberg-Wölchingen mit dem Kindergarten „Schatzkiste“ ihre fruchtbare Zusammenarbeit nun offiziell begonnen.

Zu weiteren Mitstreitern zählen die Evangelische Erwachsenenbildung, das Generationennetzwerk, der Verein Akzente sowie Einzelpersonen aus Kirchen-, Orts- und Gemeinderat.

Der Leiter der Koordinierungsstelle, Daniel Gehrlein, berichtete von zahlreichen geplanten Aktivitäten und Vorhaben in den kommenden Monaten. So werde beispielsweise eine Vortragsreihe für Familien zu Fragen von Erziehung und Gesundheit starten. Daneben gebe es Gespräche mit der Erziehungsberatung des Caritasverbandes und dem Migrationsdienst des Deutschen Roten Kreuz, die Sprechstunden zu ihren Themen abhalten würden. Ein Kurs für werdende Mütter mit der Familienhebamme des DW starte im Herbst.

„Viele Väter und Mütter“

Der Geschäftsführer des DW, Wolfgang Pempe, hob hervor, dass der Erfolg dieses Netzwerks „viele Väter und Mütter“ habe. Er dankte Landrat Reinhard Frank, dass dieser sich seit 2015 dafür eingesetzt habe, unter Leitung von Sozialdezernentin Elisabeth Krug erste konzeptionelle Überlegungen für Familienzentren im Main-Tauber-Kreis anzustoßen.

Nach Vorarbeit durch Arbeitsgruppen und dem finalen Beschluss des Landkreises sei er 2017 erstmals auf mögliche Kooperationspartner zugegangen, wozu vor allem die evangelische Kirchengemeinde unter Leitung vom Klaus Dörzbacher zähle, der aufgrund der Pfarrvakanz erster Ansprechpartner geworden sei.

Pempe dankte Boxbergs Bürgermeister Christian Kremer, dass er sich habe überzeugen lassen, eine zunächst schon beinahe verloren geglaubte Idee doch noch ins Leben zu rufen. „Das Diakonische Werk versteht sich hier nicht als Alleinunterhalter. (…) Lassen Sie uns gemeinsam zum Wohl der Menschen in Boxberg wertschätzen, was schon vorhanden und weiterentwickeln, wo noch Bedarf an Unterstützung, Begegnung und Beratung besteht.“

Innovativer Ansatz

Familienzentren seien ein guter und innovativer Ansatz, Familien und damit auch die Bürgergesellschaft und den Zusammenhalt zu stärken. Das betonte Sozialdezernentin Krug bei der Eröffnung der Koordinierungsstelle des Familiennetzwerks Boxberg. Sie freue sich, dass man sich auf den Weg gemacht habe und sich starke und engagierte Partner und Beteiligte eingebracht und ein tragfähiges Konzept entwickelt hätten.

Das Diakonische Werk bezeichnete Krug hierbei als „ausgewiesenen Experten“ für Aufgaben und Leistungen der Jugendhilfe und Beratungsarbeit ebenso wie für die Arbeit von Familienzentren. Der Landkreis habe hier mit der Förderinitiative seinen Teil beigetragen.

Seit 2018 entfalle für Städte und Gemeinden ein Anteil von 0,2 Prozent bei der Zahlung der Kreisumlage mit der Empfehlung, das eingesparte Geld möglichst in eine familien- und generationenunterstützende Infrastruktur vor Ort einzusetzen. In Boxberg seien dies jährlich 17 500 Euro, die nun ins Familiennetzwerk fließen könnten.

Ein weiterer Schritt

Bürgermeister Christian Kremer ergänzte, dass mit der Eröffnung seine Stadt einen weiteren Schritt hin zu einer familienfreundlichen Kommune gemacht habe. „Neue Angebote für Familien, Kinder und Senioren, kurzum für alle Bürger kommen hinzu und ergänzen das bisher schon gute Angebot an niederschwelligen Hilfeleistungen für unsere Bevölkerung in Boxberg und all seinen Stadtteilen. Gerne unterstützt die Stadt Boxberg das Diakonische Werk sowie die evangelische Kirchengemeinde Boxberg-Wölchingen bei diesem Projekt“, so das Stadtoberhaupt.

Kirchengemeinderatsvorsitzender Klaus Dörzbacher hob das Miteinander beim Gedeihen des neuen Angebots für Familien Boxbergs hervor.

Er sei stellvertretend für die Kirchengemeinde von Anfang an im Entwicklungsprozess beteiligt gewesen und möchte vor allem mit Gemeindehaus und dem Kindergarten „Schatzkiste“ seinen Teil dazu beitragen. „Alleine würde es keinem gelingen, eine sinnvolle Arbeit zu organisieren oder zu leisten.“ Er schloss mit einem Segenswort: „Denn Ausgang und Eingang liegen bei dir Herr, füll du uns die Hände.“

Zehn Standorte

Das Diakonische Werk im Main-Tauber-Kreis ist eine soziale Einrichtung der evangelischen Kirchenbezirke im Main-Tauber-Kreis. An zehn Standorten stehen über 60 hauptamtliche Fachkräfte und rund 180 ehrenamtliche Mitarbeiter Seite an Seite mit Ratsuchenden. Dabei bilden Anlaufstellen bei Fragen zu Schwangerschaft und Geburt, zu Flucht und Migration sowie Sozialberatung und Hilfe bei Krisen im Leben den Schwerpunkt der Arbeit. Fachdienste wie Sucht- oder Schuldnerberatung ergänzen das Angebot. Darüber hinaus ist das Diakonische Werk anerkannter Träger der Jugendhilfe sowie Betreiber dreier Tafelläden und eines Kleiderladens. Die Anfänge der diakonischen Arbeit im Main-Tauber-Kreis gehen zurück auf das Jahr 1948. dw