Boxberg

Sozialfonds Jeder Antragsteller wird berücksichtigt

Fördertopf überzeichnet

Archivartikel

Boxberg.Keine einfache Aufgabe hatten die Boxberger Gemeinderäte bei der Ausschüttung und Bewilligung von Zuschüssen aus dem Sozialfonds Windkraft. Denn mit Zuschussanträgen von fast 63 000 Euro war der Fonds schon bei der ersten Auflage um das Doppelte überzeichnet.

Die Bürgerenergie Boxberg zahlt für die Windkraftanlagen an die Eigentümer eine Entschädigung. Aus diesem Fonds sollen Zuschüsse für Vereine, Kirchen und Ortsverwaltungen gewährt werden. Für die Projekte gibt es eine Unterstützung von 80 Prozent, höchstens aber 2500 Euro. Bürgermeister Christian Kremer informierte, dass 31 Anträge eingegangen seien. „Wir sind etwas überrannt worden.“ Von Sportgeräten bis zu Zusatzausstattung in Kindergärten reichte die Palette. Kremer hielt alle Wünsche für bewilligenswert. „Damit können wir ein gutes Zeichen setzen, dass das Geld aus der Windkraft bei den Vereinen ankommt“, fand er.

Da man derzeit etwa 30 000 Euro habe, im März aber weitere Gelder hinzukämen, plädierte er dafür, dass alle Antragsteller zum Zuge kommen. Dann wäre man bei einem Zuschuss von rund 54 000 Euro. Abgerechnet werde aber erst nach Vorlage der tatsächlichen Kosten.

Dem Vorschlag konnten die Stadträte nach ausführlicher Diskussion folgen. Alwin Deißler kritisierte, dass man hier ohne Not Geld ausgebe, das man noch gar nicht eingenommen habe. Für Helmut Ruck war der Begriff Sozialfonds bei den beantragen Dingen fehl am Platz. Und Patrick Sohns schlug vor, Investitionen, die die Stadt sowieso übernehmen müsste, aus der Liste zu streichen.

Peter Löffler erklärte, dass man bewusst auch Vorschläge der Ortsverwaltungen haben wollte. „Alle diese Vorhaben kommen der Allgemeinheit zugute.“ Er sprach sich wie einige andere Gemeinderäte für eine Änderung der Regularien aus, damit jeder eine Chance habe. Er mahnte, den Gesamtnutzen für einen Verein im Auge zu behalten.

Von einer gleichmäßigen Aufteilung der Gelder auf alle Projekte bis zur Bewilligung aller Anträge mit der Änderung, dass im nächsten Jahr nur noch ein Projekt bezuschusst werde, reichten die Ideen. Bürgermeister Christian Kremer machte deutlich, dass der Gemeinderat keine Maßnahme ablehne. Die Antragsteller könnten im nächsten Jahr ihr Projekt erneut einreichen.

Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung sprach sich das Gremium schließlich für den Vorschlag des Rathauschefs aus. Danach werden alle Projekte von Antragsstellern bezuschusst, die nur ein Projekt eingereicht haben. Wer mehrere Projekte vorschlug, bekommt das „teuerste“ bezuschusst. Gleichzeitig will man die Vergaberichtlinien auf ein Projekt pro Jahr verändern. dib