Boxberg

Im Rathaushof Das Bocknarrenschlagen lockte trotz eher bescheidenen Wetters am Sonntag wieder viele Zuschauer an

„Große Schelle“ für vier neue Böckle und Geißle

Archivartikel

Das traditionelle Bocknarrenschlagen lockte am Sonntag wieder eine große Schar an Zuschauern in den Boxberger Rathaushof. Vier neue Narros wurden in die Zunft aufgenommen.

Boxberg. Auch wenn der Wettergott es nicht allzu gut meinte, so tat es der närrischen Stimmung im Boxberger Rathaushof am Sonntag keinerlei Abbruch. Am Fastnachtssonntag zur dritten Stund, so steht es in der Zunfturkunde der Boxberger Bocknarrenzunft zu lesen, sollen die Jungnarren nach alter Brauchtumsregel vom Zunftmeister durch drei kräftige Hiebe auf den Allerwertesten zu Böckle und Geißle geschlagen und in die Boxberger Bocknarrenzunft aufgenommen werden.

Dieses besondere Ritual des Bocknarrenschlagens wollten sich auch in diesem Jahr zahlreiche Boxberger Fastnachtsfreunde nicht entgehen lassen und hatten sich im historischen Boxberger Rathaushof eingefunden. Angeführt von den Umpfertäler Musikanten zog die große Bocknarrenschar, saublasenschwingend, vom Sportheim zum Rathaushof wo sie mit einem dreifachen „Ho Narro“ und einer „Großen Schelle“ die närrischen Gäste begrüßten. Erfreut über die große Gästeschar zeigte sich Zunftmeister Günter Ruck, der hoch von der Boxberger Rathaustreppe die Narrenschar begrüßte.

Stadtoberhaupt Christian Kremer, Narrhallapräsident Gerd Schlesinger und der Präsident aus Hettingen ließen es sich nicht nehmen, ihre närrischen Grüße zu überbringen und die Bocknarrenschar und närrischen Gäste mit einem dreifachen „Ho Narro“ zu grüßen, wofür sich die Bocknarren mit einer lautstarken „Großen Schelle“ bedankten.

Dann war es soweit. Zunftmeister Günter Ruck verlas traditionsgemäß die Zunfturkunde mit der Bocknarrenregel in der die Regularien für das „Bocknarrenschlagen“ festgelegt sind. Gleich vier Jungnarren – zwei Geißle und zwei Böckle – standen bereit diese historische Zeremonie über sich ergehen zu lassen, um dadurch zu Narros, also echte Bocknarren, geschlagen zu werden. Hoch von der Rathaustreppe, ohne Fehl und Tadel wie es die Zunftregel vorsieht, konnten die vier Bocknarrenaspiranten Kai Geißler, Josephin Eck, Florian Puchler und Judith Trautwein den Narrenspruch aufsagen, um danach zu Bocknarren geschlagen zu werden.

Kai Geißler war als Erster an der Reihe den Narrenbock Fridolin zu besteigen und tiefgebeugt, die Hörner des Narrenbocks umklammert –ohne Murren und Klagen – die drei Hiebe mit der Zunftpritsche über sich ergehen zu lassen. Auch für Josephin Eck, Florian Puchler und Judith Trautwein hieß es dann auf den Narrenbock Friedolin zu klettern, um mit drei kräftigen Hieben von Zunftmeister Günter Ruck zu neuen Bocknarren geschlagen zu werden.

Kaum war der letzte Schlag vorbei war es die Bocknarrenschar und das ganze Narrenvolk das die neuen Böckle und Geißle mit einem dreifachen „Ho Narro“ und einer „Großen Schelle“ begrüßten und beglückwünschten. Auch die Umpfertäler hatten dafür den richtigen Hit parat und spielten „Wir kommen alle, alle in den Himme“. Entspannte, strahlende Gesichter gab es bei den neu geschlagenen Böckle und Geißle, als sie vom Zunftmeister die Bocknarreninsignien Maske, Orden, Schelle und Guzlesbeutel sowie ihre Ernennungsurkunde überreicht bekamen.

War die Stimmung im Rathaushof prächtig, so war es für Zunftmeister Ruck doch eine Herzensangelegenheit an diesem Tag auch den drei Damen mit einem Blumenstrauß zu danken, die beim Reinigen der Umpfertalhalle nach der Nacht der Narren die extremen WC-Verschmutzungen beseitigt haben. „Traurig“, so Zunftmeister Ruck, „dass Vandalismus und Dreck die närrische Freude verderben.“

Doch noch ist die närrische fünfte Jahreszeit 2019 in Boxberg nicht vorbei. Närrischer Höhepunkt ist am heutigen Fastnachtsdienstag um 14 Uhr der große Fastnachtsumzug durch Boxbergs Straßen, der in der Umpfertalhalle ausklingt. Um 19 Uhr geht es im Fackelzug von der Umpfertalhalle zur Geldbeutelwäsche am Narrenbrunnen bei der Sparkasse. Danach bewegt sich der närrische Zug zum VfB-Sportheim, wo die Fastnacht verbrannt wird und die Kampagne mit dem Heringsessen ausklingt. prewe