Boxberg

Im Rathaushof Das traditionelle Bocknarrenschlagen lockte eine große Narrenschar am Samstagnachmittag an

Große Schelle für zwei Geißle und ein Böckle

Eine große Narrenschar fand sich am Sonntagnachmittag zum Bocknarrenschlagen im Boxberger Rathaushof ein.

Boxberg. „Am Fastnachtsonntag um die dritte Stund sollen durch den Zunftmeister die Jungnarren mit der Zunftpritsche zu Narro geschlagen werden…“, so steht es in der von Sepp Bieler 1957 verfassten Gründungsurkunde und den Brauchtumsregeln der Boxberger Bocknarrenzunft zu lesen. Ein historischer Anlass zu dem sich auch in diesem Jahr die große Bocknarrenschar und zahlreiche Fastnachtsfreunde im Boxberger Rathaushof eingefunden hatten.

Es war schon beeindruckend und bot ein närrisch, buntes Bild als pünktlich um 15 Uhr die große Bocknarrenschar, große und kleine, junge und alte Geißle und Böckle, angeführt von den Umpfertäler Musikannten und begleitet von den närrischen Abordnungen, saublasenschwingend mit ihrer Bocknarrenfahne und dem Narrenbock Friedolin durch Boxbergs Kurpfalzstraße zum Rathaushof zogen, wo sie bereits spannungsvoll erwartet wurden.

Da war man gleich richtig in Schwung und der Rathaushof verwandelte sich schnell in ein heiteres, buntes Narrenmeer. Doch es wurde schon etwas leiser als Zunftmeister Günter Ruck hoch von der Rathaustreppe das Bocknarrenschlagen 2018 mit einem dreifachen „Ho Narro“ eröffnete und dabei von der Bocknarrenschar mit einer „Großen Schelle“ begleitet wurde.

Besondere Grüße richtete er an Bürgermeister Christian Kremer und seine Gattin, die es sich nicht haben nehmen lassen bei dieser historischen Zeremonie im Rathaushof mit dabei zu sein, und überreichte ihm zu Stärkung ein Flasche „Bocknarrenblut“. Bürgermeister Christian Kremer dankte der Bocknarrenzunft für ihr großartiges Engagement bei der Boxberger Fasnacht und wünschte dem Bocknarrenschlagen und für die noch kommenden närrischen Tagen mit einem dreifachen „Ho Narro“ noch viel Spaß und Freude. Auch für Boxbergs Ortsbeauftragten Roland Throm, den Präsidenten der FG Hettemer Fregger, für Volker Metzger mit seinen Umpfertälern, der Feuerwehr und Presse sowie für die ehemalige Zunftmutter Gabi Metzger hatte er besondere Willkommensgrüße und jeweils eine Flasche „Bocknarrenblut“ parat.

Natürlich nicht vergessen in seiner Begrüßung hatte er die Narrhalla mit der man in der närrischen fünften Jahreszeit die Boxberger Fastnacht besonders pflegt.

Dass das Miteinander bestens funktioniert bewiesen die Narrhallaoberen mit Präsident Gerd Schlesinger an der Spitze gleich bei der Begrüßungszeremonie.

Sie hatten nämlich eine große Geburtstagstorte aus feinstem Zewa-Krepp und ein zur Jubiläumszahl „60“ geformte Riesenbrezel als Jubiläumsgeschenk zum 60. Narrhallageburtstag mitgebracht. Das wusste die Bocknarrenschar mit einem dreifachen „Ho Narro“ und einer großen Schelle ganz besonders zu würdigen.

Doch bevor Zunftmeister Günter Ruck zur Narrenpritsche greifen konnte, um die drei Neuen, zwei Geißle und ein Böckle, in die Bocknarren aufzunehmen, verkündete er dem Narrenvolk mit dem Verlesen der Gründungsurkunde von 1957 die Regularien für diesen so bedeutende Moment im Leben eines Bocknarr.

Doch zuvor mussten die neuen Bocknarrengeißle Wera Rastel und Viviane Locks sowie Neu-Blöckle Konrad Rastel frei und ohne Stottern vor dem versammelten Narrenvolk den Narrenspruch aufsagen. Ohne Zögern und ohne hängenbleiben schafften sie das, so dass Zunftmeister Günter Ruck zur Narrenpritsche greifen konnte, um mit drei kräftigen Hieben auf den Allerwertesten die Aufnahme als „Narro“ in die Boxberger Bocknarrenzunft zu vollziehen. Nacheinander kletterten Viviane Locks, Konrad Rastel und Wera Rastel auf den Narrenblock Fridolin, um tief gebeugt, den Kopf zwischen die Hörnern von Friedolin gepresst, die drei Hiebe vom Zunftmeister ohne murren und klagen über sich ergehen zu lassen.

Gelöste Gesichter bei den neuen Geißle und Böckle als der Zunftmeister ihnen die Bocknarreninsignien Maske, Orden, Schelle und Guzlesbeutel sowie die Ernennungsurkunde überreichte. Da war die Bocknarrenschar nicht mehr zu halten. Lautstark mit einem dreifachen „Ho Narro“ und einer großen Schelle begrüßten sie ihre neuen Zunftmitglieder.

Doch bevor man zum gemütlichen Beisammensein ins VfB-Sportheim zog bedankte sich Zunftmeister Günter Ruck bei seinen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung und lud das Narrenvolk bis zum Aschermittwoch zum närrischen Finale in der Umpfertalmetropole ein. Höhepunkt ist hierbei der närrische Fastnachtsumzug durch Boxbergs Straßen am heutigen Fastnachtsdienstag um 14 Uhr sowie um 19 Uhr der Fackelzug von der Umpfertalhalle zum Narrenbrunnen an der Sparkasse zur Geldbeutelwäsche und dem sich anschließenden Fastnachtsverbrennen beim VfB-Sportheim. Anschließend geht’s zum traditionellen Heringsessen in Sportheim. prewe