Boxberg

FN-Interview Schäfer Heinrich aus der RTL-Serie „Bauer sucht Frau“ tritt am Sonntag, 13. Mai, beim Boxberger Maimarkt auf

Heute „Malle“, morgen Schafstall

Archivartikel

Durch die RTL-Serie „Bauer sucht Frau“ erreichte er Kult-Status. Nun kommt Schäfer Heinrich zum Maimarkt nach Boxberg.

Boxberg. Spätestens seit dem Jahr 2008 führt Heinrich Gersmeier ein extremes Leben. Seine öffentliche Suche nach der Frau fürs Leben brachte dem heute 51-Jährigen eine ungeahnte Popularität ein. Schäfer Heinrich ist quasi das Gesicht der Soap „Bauer sucht Frau“.

Doch auch wenn es mit der Liebe für die Ewigkeit noch immer nicht so richtig klappen wollte, machte der Nordrhein-Westfale das Beste aus seiner Situation und startete eine Karriere als Schlagersänger.

Und so kommt es, dass er mindestens einmal in der Woche im Flieger nach Mallorca sitzt, um dort in den einschlägig bekannten Lokalitäten das Partyvolk zu unterhalten.

Im FN-Telefoninterview gab Schäfer Heinrich zu, dass er bei weitem nicht immer so gut „drauf“ ist, wie es den Anschein hat.

Heinrich, wo erreiche ich Sie denn gerade?

Schäfer Heinrich: Ich sitze auf dem Trecker und bin draußen bei meinen Schafen. Gott sei Dank geht jetzt die bessere Zeit wieder los. Ich liebe den Frühling, den Sommer und den Herbst, aber den Winter und seine Kälte mag ich gar nicht. Der Winter bedeutet immer noch mehr Arbeit.

Wann stehen Sie morgens auf?

Schäfer Heinrich: Um 6 Uhr geht’s los. Feierabend mache ich meistens erst gegen 22 Uhr. Es ist immer was zu tun. Wenn ich Auftritte habe, helfen mir ein Rentner und meine Verwandtschaft. Es ist ein hartes Brot.

Sie haben bestimmt auch schon vielen Lämmern auf die Welt geholfen.

Schäfer Heinrich: Jedes Lamm, das lebend auf die Welt kommt, ist toll. Das ist jedesmal ein Wunder.

Sonntags stehen Sie momentan immer auf Mallorca auf der Bühne, dienstags arbeiten Sie wieder im Stall. Wie empfinden Sie das?

Schäfer Heinrich: (lacht) Das ist ein krasser Wechsel! Ich glaube, ich bin der einzige, dem es so geht.

Ich liebe beides – die Natur, meine Schafe, aber auch die Bühne und die Menschen, die mich da feiern. Das ist alles mein Ding und ich möchte das auch nie mehr missen.

Als Kind habe ich gerne bei Festen mit meinem Papa das „Schäferlied“ gesungen.

Dazu stand ich auf einem Stuhl, weil ich noch so klein war.

Schade, dass er Ihren Erfolg heute nicht mehr erleben kann.

Schäfer Heinrich: Das stimmt. Auch dass meine Mama nicht mehr da ist, tut weh. Das ist alles nicht so einfach.

Welche Tiere haben Sie noch außer den Schafen?

Schäfer Heinrich: Außer den Schafen – das sind allein über 300 Mutterschafe – noch Hühner, über den Sommer auch Gänse und Enten. Meine Kühe habe ich verkauft, aber ich vermisse sie so sehr.

Am liebsten würde ich wieder welche anschaffen, aber das bedeutet einfach alles viel zu viel Arbeit.

Es ist nicht einfach ohne Hilfe.

Sie sind oft auf Mallorca, das bedeutet, Sie sitzen viel im Flugzeug. Fliegen Sie gerne?

Schäfer Heinrich: Eigentlich nicht so sehr.

Beim Landen hab ich immer Probleme im linken Ohr. Auf Mallorca zu landen ist seltsamerweise nicht so schlimm wie in Deutschland.

Als was für einen Menschen würden Sie sich bezeichnen?

Schäfer Heinrich: Ich bin gerne witzig, lebenslustig und froh.

Jedoch habe ich auch Phasen, in denen ich der Vergangenheit nachtrauere und nicht so gut drauf bin.

Wie merken Sie, ob sich jemand für Sie als Mensch interessiert oder nur Ihre Nähe sucht, weil Sie bekannt sind?

Schäfer Heinrich: Das kann man so schwer einschätzen. Man muss vorsichtig sein, denn man weiß wirklich nicht immer, woran man ist.

Waren Sie als Kind ein Lausbub oder eher schüchtern?

Schäfer Heinrich: Ich war immer sehr schüchtern, sehr bescheiden und sehr lieb. Meinen Lehrern habe ich des öfteren gerne ein paar Eier von unserem Hof mitgebracht oder ihre Tasche getragen. Das war immer mein Ding.

Was gefällt Ihnen eigentlich so an Schafen?

Schäfer Heinrich: Schafe spielen ja auch in der Kirche eine große Rolle, man denke nur an den guten Hirten. Ein Schaf ist sehr mit der Natur verbunden. Leider gab es früher viel mehr Schäfer als heute. Kein Wunder, wir haben umgerechnet einen Stundenlohn von zwei, drei Euro. Für ein Kilogramm Wolle bekommt man 20 Cent. Mit Schafen hat man 365 Tage Arbeit im Jahr.

Worauf können sich Ihre Fans in Boxberg freuen?

Schäfer Heinrich: Ich werde natürlich in Schäferkleidung auftreten und meine Hits singen. Selbstverständlich schreibe ich danach Autogramme und stehe für Fotos zur Verfügung. Das mache ich gerne.

Leben Sie momentan in einer Beziehung?

Schäfer Heinrich: Es gibt da jemand, aber es ist alles noch offen.