Boxberg

Mit Dr. Renate Heinisch Bezirksfachausschuss Bildung, Wissenschaft, Forschung tagte in Stuttgart

Ministerin Eisenmann für Stärkung der Regelschule

Boxberg/Stuttgart.„Gute Bildung, beste Aussichten, frühkindliche Bildung und Erziehung zu Toleranz“ – das war das Thema des Bezirksfachausschusses Bildung, Wissenschaft und Forschung (BFA) in Stuttgart mit Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann.

„Bildungsverläufe sind dann erfolgreich, wenn bereits im frühkindlichen Alter Bildung, Erziehung und Betreuung qualitätsvoll einsetzen. Dabei kommt es wesentlich darauf an, auch die Eltern in ihrer Rolle als Erziehungsberechtigte und Erziehungsverpflichtete einzubeziehen.

Eltern haben zudem eine zentrale Aufgabe, wenn es darum geht, Toleranz und Orientierung an Grundwerten zu vermitteln. Dies gilt angesichts der Debatten um Gewalt an Schulen in besonderem Maße.

Beides: Frühkindliche Bildung und Erziehung zu Toleranz standen im Mittelpunkt der BFA-Sitzung“, so Renate Heinisch aus Boxberg, Vorsitzende des BFA Bildung.

„Bei der frühkindlichen Bildung stehen das Wohl und die Entwicklung unserer Kinder im Mittelpunkt. Dafür wird sich die Politik der Landesregierung auch in den kommenden Jahren schwerpunktmäßig engagieren. Wir wollen die verschiedenen Betreuungsangebote, gemessen am Bedarf, weiter ausbauen und die Qualität der frühkindlichen Bildung und Erziehung stetig verbessern“, so Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Dazu gehört auch eine qualifizierte und praxisorientierte ErzieherInnenausbildung (PIA). Die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zum Erzieher ist ein dualer Ausbildungsgang an der Fachschule für Sozialpädagogik. Analog zur Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher in Vollzeit befähigt er die Schüler dazu, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in sozialpädagogischen Bereichen selbstständig und eigenverantwortlich als Erzieherin oder Erzieher tätig zu sein. Mit diesem Modell wurden zehn Prozent mehr männliche Erzieher gewonnen.

Wichtig ist der Ministerin die Förderung der Bildungsqualität in allen Schularten. Dazu gehört an erster Stelle der Schwerpunkt auf Lesen, Rechnen und Schreiben. Diese Kernkompetenzen brauchen kontinuierliche Unterstützung und Begleitung der Eltern.

Bereits bei 35 Prozent der untersuchten Vierjährigen wurde ein Sprachförderbedarf festgestellt. Dies spricht für die elterliche Verpflichtung, die zwei Jahre vor Schuleintritt festgelegten Förderangeboten zuverlässig wahrzunehmen und zu nutzen. So unterstützen sie selbst aktiv die sprachliche Entwicklung der Kinder. Beispiel: Laut lesen wünscht sich die Ministerin zur Leseförderung.

Die Einbeziehung der Eltern im Sinne einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft hat eine besondere Bedeutung für den gesamten Bildungsweg, Voraussetzung ist informieren, kommunizieren und kooperieren.

Erziehung ist die Pflicht der Eltern und nicht nur die der Lehrer.

Teilnehmer aus dem ganzen Land und Ministerin Eisenmann sehen die Beratung von Eltern und die gemeinsame Weiterbildung von Eltern, Großeltern, Lehrern und Erziehern als einen Schwerpunkt in der Bildungspolitik.

Elternmentoren sollen mit neuen Wegen die Mitverantwortung und Mit-Wirkung aller Eltern unterstützen. „Eltern werden beraten und nehmen Beratung an“, so Ministerin Eisenmann. So auch bei der Vergabe der verpflichtenden Grundschulempfehlung.

Vorbild für die Ausbildung von Elternmentoren könnte die Lese-Erzähl- und Musik-Bewegungsmentorenausbildung für Eltern-Großeltern gemeinsam mit Lehrern und Erziehern des Elternvereins Baden-Württemberg sein, so Renate Heinisch, die Vorsitzende des Elternvereins.

Ministerin Eisenmann gab die weiteren Vorhaben der Bildungspolitik in die Diskussion: Es geht um eine Stärkung der Regelschule, damit ein Ausweichen in Privatschulen verringert wird. Dies verlangt eine stärkere individuelle Förderung: Fordern und Fördern. Dies bedingt die zentralen Klassenarbeiten und die Notenvergabe.

„Noten sind die klarste Form der Rückmeldung“, so die Ministerin. „Ethik ab Klasse eins, Digitalisierung, Medieneinsatz, Bildungsmonitoring, gesellschaftliche Wirklichkeit und Vermittlung sozialer Kompetenzen sind weitere Themen zur Zukunftsgestaltung unseres Landes und Europas.“ pm