Boxberg

Leserbrief Zum Leserbrief „Treibjagden gehören abgeschafft“ (FN, 18. Januar)

„Mit Für und Wider auseinandersetzen“

Zunächst möchte ich anmerken, dass Jäger nicht nur für Tier- und Naturschutz einstehen, sondern auch erhebliche Kosten haben – vom Einsatz ihrer Freizeit gar nicht erst zu sprechen.

Ich habe die Ausbildung zum „kleinen Berufsjäger“ und halte mein Wissen permanent auf dem Laufenden. Bevor Sie mit Fachbegriffen, deren Bedeutung Sie offensichtlich nicht kennen, um sich werfen, sollten Sie diese nachlesen. Wildschwein und Treibjagd schließen sich gegenseitig aus.

Angeschossene Tiere sind im Übrigen noch am Leben. Auch zeigt die Erfahrung, dass sterbende Tiere sich zurückziehen und nicht mitten auf dem Weg verenden.

Was die Aussage Ihrer Ihnen bekannten Jägerin betrifft, würde ich Ihnen empfehlen, den Sinn zu erfragen, da Suhlen für die Wildschweine absolut notwendig sind.

Die von Ihnen angesprochene flächendeckende chemische Kastration würde zwingend zum Aussterben der Tierart führen. Dies hat jedoch mit Tierschutz nichts zu tun, ganz abgesehen von den Folgen Ihres C-Waffenangriffs auf die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit.

Der Vergleich von flächendeckenden Impfungen und flächendeckender hormoneller Verseuchung hochwertiger Lebensmittel ist ja wohl mehr als absurd. Blutverschmierte Wände nach einer Jagd sind mir nach 30 Jahren aktiven Jägerdaseins nicht bekannt.

Eingriffe notwendig

Eingriffe durch Jäger sind heute notwendig, da die natürlichen Raubfeinde, Wolf und Luchs, bei uns freilebend nicht gewollt sind. Dass Wildtiere in bewohnte Gebiete vordringen, ist nicht nur ein Problem des „dicht besiedelten“ Main-Tauber-Kreises, auch Städte wie Berlin haben damit zu kämpfen.

Zum einen zeigt es, dass die Tiere sich an den urbanen Lebensraum gewöhnen, zum anderen lockt der Mensch sie sehr häufig durch sein indiskutables Abfallverhalten geradezu an.

Sie müssen ja kein Jagdfreund sein, sollten sich aber auf sachlich fundierter Ebene mit dem Für und Wider der Jagd auseinandersetzen. Dann würden Sie auch erkennen, dass der Gesetzgeber sich etwas bei seiner Arbeit gedacht hat. Weidmannsheil.