Boxberg

Breitbandausbau In Boxberg fiel gestern der Startschuss für den letzten der neun Teilbereiche im Kreis

Schnelles Internet für 3000 Haushalte

Kreisweit wird der Ausbau des Breitbandnetzes vorangetrieben. In Boxberg fiel am gestrigen Dienstag der Startschuss für den letzten Ausbaubereich.

Boxberg. „Bis Ende 2018 soll im gesamten Kreisgebiet flächendeckend schnelles Internet für die Bürger zur Verfügung stehen.“ Landrat Reinhard Frank gab die Maxime vor. Und nachdem gestern in Boxberg der letzte von neun Ausbaubereichen offiziell gestartet wurde, könnte dieses Vorhaben im Dezember realisiert sein. Zumal mit Creglingen und Tauberbischofsheim/Werbach bereits zwei der neun Teilbereiche fertiggestellt sind. „Wir haben schon auf den roten Knopf gedrückt“, freute sich Frank.

Mit nur einem Glasfaserkabel, so dünn wie ein Haar, können fast 400 Kunden versorgt werden, erfuhren die Teilnehmer dieser kleinen „Feierstunde“ von einem Mitarbeiter der Telekom. Er erklärte am offenen Gehäuse, wie schnell der Anschluss in sechs Monaten für die Boxberger verlaufen kann. Insgesamt sollen rund 3000 Haushalte vom Netzausbau hier profitieren.

Der Landrat sprach von „einem großen Schritt für die digitale Zukunft der Gemeinden und des Kreises“. Schnelles Internet sei ein wichtiger Standortfaktor und nötig für die künftige Entwicklung, um nicht abgehängt zu werden. „Wir wollen als prosperierender Kreis weiter in die Zukunft blicken.“

In Boxberg und den Stadtteilen werden nach Angaben von Martin Stiebitz, Projektleiter für den Breitbandausbau in der Technikniederlassung Südwest, 52 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Zudem stellt die Telekom 46 moderne Straßenverteiler auf. Damit seien für die 3000 Haushalte bald 50 Mbit pro Sekunde flächendeckend vorhanden. Durch das Supervectoring könne die Geschwindigkeit beim Herunterladen auf 100 Mbit/sec gesteigert werden.

Und man bereite bei der jetzigen Ausbaustufe schon alles für das „Glasfaser bis zum Wohnzimmer“ vor. Dann würden die restlichen Kupferstrecken ebenfalls ausgetauscht. Bei 20 Gewerbetreibenden geschehe dies bereit s.

Das „größte Investitionsprojekt kreisweit“, so Frank, lässt man sich auch einiges kosten. Insgesamt 60 Millionen Euro werden „verbuddelt“. Zwei Drittel übernimmt die Telekom, 14 Millionen Euro fließen an Zuschüssen von Bund und Land über die Atene Kom. Die restlichen sechs Millionen Euro teilen sich Kommunen und Kreis über das Deckungslückenmodell. Insgesamt bekommen so rund 47 200 Haushalte und Betriebe in den 18 Kommunen das schnelle Internet. 370 Kilometer Kabel werden dafür verlegt.

Von einem wichtigen Tag für die Stadt sprach auch Bürgermeister Christian Kremer. Denn Breitband sei als Standortfaktor für Neubürger mittlerweile sehr wichtig. „Wir sind alle froh, dass es vorangeht.“ Deshalb habe auch der Gemeinderat das Projekt immer mitgetragen. „Das schnelle Internet wird schon eine große Hilfe sein.“ Und auch beim Straßenbau plane die Kommune schon weiter und treffe Vorsorge für den weiteren Ausbau. Wichtig war ihm, dass alle 70 Schulen und Bildungsstandorte im Kreis mit Glasfaser versorgt werden.

Dankbar ist er, ebenso wie Landrat Frank, über die finanzielle Unterstützung durch Bund und Land. Und beide würdigten alle am Projekt beteiligten, besonders auch die Telekom als verlässlichen Partner.

Einer, der sich immer an der Seite der Landkreisverwaltung für den Ausbau des Breitbandnetzes einsetzt, ist Dr. Veit Steinle, Regionalleiter von Atene Kom.

Er habe bei den bisherigen Spatenstichen vieles von den Problemen der Firmen vor Ort erfahren. „Bei neuen Formen des Lebens und Arbeitens brauchen wir den Breitbandausbau“. Und alle waren sich einig: Nur gemeinsam könne die Umsetzung gelingen.

Damit am Nikolaustag wirklich der rote Knopf gedrückt und das schnelle Internet für die Boxberger freigegeben werden kann, müssen zunächst Kabel in den nächsten Monaten von der Betriebsstelle bis zu den grauen Gehäusen gezogen werden. Martin Stiebitz ist sehr zuversichtlich: „Wir kriegen das hin.“ dib