Boxberg

60 Jahre Seelsorger Pfarrer Bruno Hennegriff feierte in Unterschüpf sein diamantenes Priesterjubiläum

Trotz Veränderungen stets auf Gott vertraut

Archivartikel

Unterschüpf.Voll besetzt war die katholische Kirche St. Kilian in Unterschüpf mit Gläubigen, die dabei sein wollten, als Pfarrer Bruno Hennegriff sein diamantenes Priesterjubiläum beging.

Diesen besonderen Tag feierten mit ihm die Boxberger Pfarrer Edgar Wunsch und Stefan Kolb, die Pfarrer Michael Dafferner und Ralph Walterspacher, Pfarrer i. R. Frieder Belm sowie die Diakone Willi Schnurr und Günter Holzhauer und eine große Anzahl Ministranten. Der Kirchenchor unter der Leitung von Lothar Schaefer umrahmte den Gottesdienst mit festlichen Liedern, darunter „Amazing Grace“.

Primizspruch

„Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heiles erheben und anrufen den Namen des Herren.“ So lautet Pfarrer Bruno Hennegriffs Primizspruch. Diesen stellte Pfarrer Edgar Wunsch in den Mittelpunkt seiner Laudatio auf den Jubilar. Dabei richtete er persönliche Worte an Pfarrer Hennegriff und ließ alle Stationen von dessen priesterlichen Leben in den vergangenen 60 Jahren noch einmal lebendig werden.

So erinnerte der Redner an Hennegriffs Priesterweihe im Freiburger Münster, an die ersten Kaplansjahre, an die Stellen als Pfarrer in Werbach, Gerlachsheim Offenburg und dann wieder im Taubertal. Sein goldenes Priesterjubiläum beging Hennegriff vor zehn Jahren in Lauda begehen. Nun sei es für alle eine besondere Ehre und Freude, mit ihm das Geschenk der diamantenen Priesterweihe in Unterschüpf zu feiern.

In den vergangenen 60 Jahre habe sich viel verändert, auch die Kirche, betonte Wunsch. Als Pfarrer Hennegriff 1959 Priester wurde, sei die Volkskirche noch lebendig und stark gewesen. Heut sei von ihr nicht mehr viel übrig. Als Hennegriff 1959 das Priesteramt antrat, „da wurden mit dir noch 35 weitere Neupriester geweiht. Wir waren damals 19,“ blickte Wunsch zurück. In diesem Jahr seien es gerade einmal sechs Männer gewesen, die das Geschenk der Priesterweihe empfangen haben.

1959 seien die Pfarreien noch überschaubar, klein, fast familiär gewesen. Der Pfarrer kannte jeden. Heute seien die Pfarren viel größer und „bereits morgen schon werden unsere Pfarreien so groß sein wie zu deiner Zeit ein Dekanat“.

Auch die Welt habe sich verändert, stellte Wunsch fest. Damals habe es kein Handy, keine E-Mail oder Facebook gegeben. Und trotzdem habe jeder seine Arbeit gut gemacht.

So sei es als Neupriester auch nicht möglich gewesen, mal eben nach Mallorca oder nach Amerika zu fliegen. „Und trotzdem war man glücklich.“ Ebenso sei es damals selbstverständlich gewesen, dass die Menschen an Himmelfahrt und Pfingsten zum Gottesdienst in die Kirche kamen.

Sehr nachdenklich wurde Pfarrer Wunsch, als er berichtete, dass er auf einer Party gefragt worden sei, was denn eigentlich am vergangenen Donnerstag für einen Feiertag war. Und was der Vatertag denn mit der Kirche zu tun hätte. Auch die Menschen hätten sich verändert, erklärte der Redner weiter. Früher habe es Ehen zwischen Mann und Frau gegeben. Heute gebe es die Ehe für alle und auf Facebook über 60 Geschlechtsoptionen.

Pfarrer Hennegriff sei in seinem Priesterleben mit großen Veränderungen konfrontiert war. Es sei es unglaublich und atemberaubend, wie tiefgreifend und schnell sich in diesen 60 Jahren die Welt, die Gesellschaft und die Kirche verändert habe.

Seit seiner Priesterweihe 1959 habe der Jubilar sieben Päpste und vier Bischöfe in der Erzdiözese erlebt. Bischof Hermann Schäufele habe ihn damals am 31. Mai 1959 gefragt, ob er bereit sei, sich mit Christus, dem Herrn, von Tag zu Tag enger zu verbinden und so zum Heil der Menschen und für Gott zu leben. Das habe Bruno Hennegriff eindeutig mit ja beantwortet. Der Jubilar habe viele Veränderungen erlebt, durchlebt und im Vertrauen auf Gott durchbetet.

Ein besonderer Dank von Wunsch ging an F. Strobel. Die begleitete Hennegriff in all den 60 Jahren und habe alle Aufgaben mitgetragen.

Letztlich wünschte Pfarrer Edgar Wunsch dem Geehrten noch viel Kraft und Gesundheit auf seinem weiteren Lebensweg mit einer Lesung aus der Apostelgeschichte: „Jesus steht, Jesus sitzt, er steht auch dir zu Seite.“ wahe